I’m done

Es ist nicht besonders gut, was ich in den vergangenen Tagen geschrieben und – vor allem – wieder hervorgeholt habe. Doch bessres kann ich nicht tun und liefern. Meine Lebensumstände hindern mich, aber viel mehr und vor allem der Umstand, daß ein beliebiger einzelner Mensch „besseres“ – aus meiner Sicht tatsächlich schlechteres – nur dann leisten und liefern könnte, wenn er die Ebene eines akademischen oder quasi-akademischen Diskurses annähme, die ich an dieser Stelle im Vorgriff umstandslos priesterlich nennen will. Kein Mensch kann lange abwechselnd reden und sich selbst ins Gesicht kotzen, vere? Ich bin, schematisch ausgedrückt, zu einem Drittel „Intellektueller“, zu einem weiteren Drittel „Bohèmien“, der Rest ist Lump(enprolet).

Zum Rest des Blog’s noch zwei Bemerkungen eines quasi „abtrünnigen Schweinepriesters“ an die Adresse von Intellektuellen und Bohèmiens.

Ihr könntet euch klar machen, in welcher Weise und in welchem Umfang die sogenannte „Philosophie Wittgensteins“ eine Sumpfblase aus dem Verfall der intellektuellen Spitzenprodukte der bürgerlichen Aufklärung des 19.Jhd. gewesen ist, namentlich auch des Gesamtwerkes von Karl Marx, wenn auch Wittgenstein das sicher nicht gekannt hat, wahrscheinlich auch den Hegel nicht wirklich. Doch was er im Rahmen „erkenntnistheoretischer“ Überlegungen – Hegel und Marx hatten sich alle Mühe gegeben, Epistemiologie, eine Abteilung der Theologie, auf den Müll zu schaffen – über Sprache zu sagen wußte, trifft mehr oder weniger genau, was in Hegels und Marx (und Cassirers) Zeug steckt. Ich selbst hab wenig, fast nichts von Wittgenstein gelesen, ich habe es, wie gewohnt, vorgezogen, einiges von seinem Zeugs nach- und neuzuerfinden, und da er Mathematiker war, wird wohl auch das eine oder andere „mehr“ daran sein.
Warum ich den Quatsch hinschreibe?
Es mag dem einen oder anderen der hier liest, oder in der Vergangenheit gelesen hat, gleich mir so vorkommen, als entwickele sich ein „Geist der Zeit“, zumindest oder vor allem im Abendland, gleichsam „zurück“ auf Muster, Topoi, Mythen und Erzählungen, die aus der Zeit des Spätmittelalters / Frührenaissance überliefert sind, unter Einschluß der Inquisition. Zu dieser Phänomenologie zählt übrigens auch die Figur des „Nerd“. Kann es einen „typischeren“ Nerd geben, als Isaak Newton einer war? Solche Phänomenologie reflektiert den Zusammenhang, den ich kürzlich mit „Vergangenheit (Historie) ist eine Formbestimmung des Gegenwärtigen“ hingeworfen habe. Ja, das ist „Hegel“, im vollen Gegensatz zum „Marx“. (Nehme ich an. Wie gesagt, ich hab es überwiegend vorgezogen, kursorisch zu studieren und den Gehalt des Gelesenen lieber selbst nach- und, im Falle des Gelingens, dann auch voran zu zeichnen) Gedanken, Überlegungen aus diesem Zweig führen auf meine zweite Bemerkung:

Die sogenannte „Aufklärung“ ist nie etwas anderes gewesen, als die Ideologie, richtiger wohl pubertäre Theologie einer aufkommenden bürgerlichen Priesterherrschaft. Das ist nun der „reine Marx“, auch wenn der Kerl es wohl vermieden hat, viel Explizites dazu zu schreiben, weil er sich in einem Punkt gewaltig geirrt, nein, getäuscht hat. Er wollte bekanntlich „Wissenschaft“ bzw. „wissenschaftliches Denken“ für ein revolutionäres Moment innerhalb des bürgerlichen Geistes halten und es gibt nach wie vor Adepten, für die das gleichsam ein theologisches Dogma ist, obgleich sie es wahrlich bessser wissen könnten.

„Wissenschaft“ ist nie etwas anderes gewesen, als eine ständische Abteilung innerhalb der in Entfaltung begriffenen Theogonie und Theologie bürgerlicher Klassenherrschaft, deshalb konnte und mußte sie zurück greifen auf Produkte vergangener ständischer Herrschaft, die mit dem Aufkommen der christlichen Priesterherrschaft einer Inquisition zum Opfer gefallen waren, Produkten der (Spät-)Antike.

Solch eine Entfaltung des Geisteslebens, Hegel hätte sie „Entwickelung“ genannt, hat zwei treibende Hauptströme, die ineinander verwoben und reflektiert sind. Der erste ist die Technologie der einander ablösenden Formationen der Sklaverei, der zweite die Mythologien, welche die Verselbständigung des Geisteslebens im Verlaufe der Trennung von Hand- und Kopfarbeit in ein völkisches Geistesleben hinein vermitteln. Das Bett des Gesamtstromes ist banal die materielle Überlieferung innerhalb der biologischen Reproduktion der Sklaverei.

1995/6 habe ich mich für ein knappes halbes Jahr zu einem Studium auf den Hosenboden gesetzt, mit einem mehr oder weniger klaren Plan, eine „Kritik der Mythologie der Aufklärung“ abzuliefern. Das wäre schon deshalb daneben gegangen, weil ich zu Beginn teils vage, teils rundweg falsche Vorstellungen über die Rolle dessen hatte, was üblicherweis unter „Patriarchat“ verhaftet und diskutiert wurde. Wäre es anders gewesen, hätte mir das auch nix genutzt, Kit, es wäre mir nur umso deutlicher und schneller klar geworden, wie absurd solch ein Vorhaben ist. Hoffentlich klar, daß ich diese Absurdität hier schlecht umschreiben kann, es würde Resultate solch einer Arbeit voraus setzen, und ich behaupte, die liegen mehr oder minder genau in Gestalt tausender aphoristischer Fragmente vor, die ich seither geschrieben und zum überwiegenden Teil auf verschiedenen Plattformen veröffentlicht habe. Eine andere Form kann es schwerlich geben, auch nicht, wenn es eine Gruppe von, sage, zwölf Leuten gäbe, die solch ein Vorhaben teilen und umzusetzen beginnen. Solche Ansätze hat es gegeben, ich bin gelegentlich über Produkte davon gestolpert, ohne sie benennen zu können, denn es handelte sich um vom akademischen Betrieb zerfaserte und bis zur Unkenntlichkeit entstellte Produkte. Im Rahmen eines in Bewaffnung begriffenen Klassenkampfes wäre solch eine Arbeit, abseits aller akademischer Formen, notwendig und möglicherweise ertragreich – vorher / abseits davon unmöglich.
Es gibt Leute, die das schon in den 50er Jahren des letzten Jhd. begriffen haben, sie wurden seinerzeit zerrieben und in die Winde gestreut.

Jetzt habe ich mehr und anderes geschrieben, als ich eigentlich vorhatte. So what – ich habe fertig. So noch jemand was von mir wissen will, soll er fragen.

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