Notizen (1)

Ukrainischer Geheimdienst plant nukleare Verseuchung großer Teile der Oblaste Saporoshje und Cherson. Eine Anregung des UK?

Florian Rötzer hat dies gestern für das „overton-magazin“ ausgegraben und natürlich mit einem „angeblich“ versehen.
Folgt man seinem Link, ergibt sich ein Bild, das die Nachrichten über die Verhaftung des ukrainischen Leiters des AKW in Enerhodar sowie die gestern erneuerte „Warnung“ IAEA – Grossis vor einem „Nuklearunfall“ hinreichend erklären könnte.

Der TASS-Artikel referiert Mitteilungen des Vorsitzenden der Organisation „Мы вместе с Россией“, „We are Together with Russia„, des Oblast Saporoshje, Wladimir Rogov. Der Wiki-Eintrag ist nüchtern und sachlich. Hintergrund der Mitteilungen sind Untersuchungen sowjetischer Ingenieure, welchen Gefahren Überflutungen und Dammbrüche in der Region das größte AKW Europas aussetzen könnten. Resultat: Das Kraftwerk ist gegen simultane Zerstörung / Überflutung dreier Dämme in der Region nicht zu sichern und die Flutwelle würde darüber hinaus gewaltige Zerstörungen anrichten, von denen mehrere hundert tausend Bewohner betroffen wären.
TASS macht keine Angaben zu den konkreten Gefahren für das AKW, deshalb ergänze ich aus dem Handgelenk auf der Basis früherer Recherchen: Selbst wenn alle 6 Blöcke des Kraftwerkes abgeschaltet und hinreichend herunter gekühlt wären, würde eine Flutung eine gewaltige Verseuchung aus den Abklingbecken und der Trockenlagerung abgebrannter Brennstäbe und weiterer Nuklearabfälle verursachen.
Rogov teilt mit, der ukrainische SBU habe „im Auftrag eines britischen Sonderkommandos“ der technischen Informationen der seinerzeitigen Untersuchungen habhaft zu werden gesucht, namentlich auch beim verhafteten technischen Leiter des AKW, Murashov, die fraglichen Dämme seien im Zuge der Kampfhandlungen im Frühjahr vermint worden, und aktuell gebe es in der Region Ein- und Umleitungen von Wasserströmen, die als Vorbereitungen für einen Anschlag gedeutet werden könnten.

Rogovs Angaben sind bei weitem zu konkret, als daß man sie als propagandistische Spekulation abtun könnte, natürlich mit Ausnahme des angeblichen britischen „Auftrages“, letzteres um so mehr, als jemand, der die Tätigkeit des SBU in den vergangenen 9 Jahren ein wenig verfolgt hat, wissen sollte, daß dessen politische Leitung im „Sicherheitsrat“ schwerlich britischer Aufträge bedarf, wohl aber politischer und strategischer Absicherung aus NATO-Kreisen.
Solche Absicherung passt bestens in die aktuelle militärpolitische Landschaft, in der die Russische Föderation nach wie vor die Initiative im Imperiumskrieg und seiner möglichen Eskalation behauptet – entgegen der NATO-Öffentlichkeit, welche die russische Seite erbittert in die Defensive zu schreiben trachtet. Hätte der SBU selbst die Lecks geschaffen, aus denen sich Rogov bedient, erfüllte das den Zweck, Zauderern und Realisten auf NATO-Seite klar zu machen, welche Gegenmittel der ukrainischen Nomenklatura zur Verfügung stehen, sollten auf NATO-Seite mäßigende Stimmen an Einfluss gewinnen.
In weiteren Notizen wird deutlich werden, wie gut dies zu anderen Phänomenen passt. Für den Moment will ich nur fest halten, daß ein vorsätzliches Leck noch lange nicht für Desinformation spräche. Es spräche lediglich dafür, daß ein solcher Terroranschlag als eine „ultima ratio“ vorbereitet würde, und insofern ist Florian Rötzer zuzugestehen, daß sein „angeblich“ nicht nur eine Schwachheit ist.
Eine offenkundige Schwachheit wird es erst im Zusammenhang mit einer weiteren Mitteilung von ihm:

Ukrainische Regierung deklariert sich zur Speerspitze des Russlandkrieges der NATO

Präsident Selenskij (hat) am 30. September ein Dekret erlassen, mit dem … der Leiter des NSDC beauftragt (wird), den Beschluss umzusetzen, wie auf den Versuch Russlands reagiert werden soll, „die Gebiete unseres Staates zu annektieren, um die Sicherheit des euro-atlantischen Raums und der Ukraine und der Wiederherstellung ihrer territorialen Integrität sicherzustellen“.

Ein unverständlicher Satz. Die Veröffentlichung des ukrainischen Interfax, auf die Rötzer sich beruft, läßt jedoch schwerlich Fragen offen:

12:2104.10.2022

Zelensky endorses NSDC decision on strengthening Ukraine’s defense, impossibility of talks with Putin, sanctions against Russia

Volodymyr Zelensky has put into effect the decision of the National Security and Defense Council of Ukraine (NSDC) dated September 30 „on Ukraine’s actions in response to the Russian Federation’s attempt to annex the territories of our state in order to ensure the security of the Euro-Atlantic space, Ukraine and restore its territorial integrity.“ (…)

The decision of the National Security and Defense Council states the impossibility of holding negotiations with Russian President Vladimir Putin.

Also, the NSDC decision approved the text of the appeal of the President of Ukraine, the Chairman of the Verkhovna Rada and the Prime Minister of Ukraine to the North Atlantic Treaty Organization.
The Cabinet of Ministers of Ukraine was instructed to prepare proposals on a multi-level provision system based on multilateral and bilateral agreements of Ukraine aimed at bringing the defense potential of Ukraine to a level that ensures a guaranteed rebuff to Russian armed aggression, strengthening military support for Ukraine to build up its defense capabilities, promoting the development of the military-industrial complex and a significant increase in the scale and volume of individual and collective training of Ukrainian military personnel. (…)
The Verkhovna Rada was recommended „in order to increase the stability of the state“ to expedite the adoption of relevant bills on the proper sanctions and other response to the escalation by the Russian Federation.

Der Leser möge sich klar machen, in welches Verhältnis sich die ukrainische Militärführung mit den von mir hervorgehobenen Aussagen zum expliziten, im Sommer von UvdL und Stoltenberg formulierten NATO / EU – Auftrag, „die Ukraine muß diesen Krieg gewinnen“, und vermittels dessen zu den zivilen Führungen und Eliten der Ukraine UND der NATO-Staaten setzt.
Überlegt das bitte gründlich.

Das Resultat meiner Überlegung: Der „Sicherheitsrat“ erklärt die Vernichtung der russischen Staatssouveränitat und Staatsraison zur „raison d’être“ der ukrainischen Militärführung, ihres militärischen Korps und mithin der ukrainischen Bevölkerung insgesamt – mit den unweigerlichen und unabsehbaren Folgen für die zivile Bevölkerung der NATO-Staaten, die das haben könnte.
Doch dies Vorgehen ist eine notwendige Konsequenz des o.zit. NATO – Auftrages, und sie ist unweigerlich in dem Sinne, daß es einer Revolte eines unverzichtbaren Teils der ukrainischen Militärkorps, aus Führung und Rängen bedürfte, sich dieser Konsequenz zu entziehen.

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