@“Kriegsgewinner USA“

RH:

Es kann Russland völlig egal sein wer Alles die Referenden und Gebietsveränderungen anerkennt oder auch nicht und wer Alles in der Generalversammlung gegen diese Resolution abstimmt.

TG:
Die Profiteure des russischen Imperiumskrieges hocken in China und – vorübergehend – der OPEC, wenn wir sachgerecht von den Dollarmilliarden aus Rüstungsproduktion absehen, die galloppierend entwertet werden und nunmehr unmittelbar die Geschäfte um sie herum brachlegen. Der Krieg beschleunigt den Abriss des Weltmarktes zugunsten globaler Staatssklaverei, das ist alles.

TR:
Du hast die USA vergessen! Die USA verdient durch den Export von Erdgas, den Import von Euros und die beginnende Umsiedelung von europäischen Unternehmen in die USA. Und natürlich hat die USA einen existentiellen Grund den Krieg zu gewinnen. Sollte sich die Newcomer (China, Russland und Indien) durchsetzen, verliert der Dollar seinen Status als Leitwährung. Die Folge wäre eine massive externe Inflation in den USA. Allein das chinesische Dollarvermögen dürfte ausreichen, um den Wert des Dollars zu halbieren.

TG:
Der Dollarkredit spielt seit 2008 eine schrumpfende Rolle in der Zirkulation. Seine Aufblähung floß zu großen Teilen, wenn nicht vollständig, in die Inflationierung der Eigentums- und Anteilstitel, auch seine Rolle als Reservewährung nahm ab und hätte noch mehr abgenommen, wenn er nicht durch die parallele Aufblähung der in Euro denomminierten Weltgeldkredite und die Investitionsoffensiven Chinas auf allen Kontinenten gestützt worden wäre. China machte mit dem RCEP-Abkommen einen großen Schritt in Richtung Ablösung des Dollar in der asiatischen Zirkulation und Kreditwirtschaft. Du hättest grundsätzlich recht, wenn Du sagtest, der Dollarkredit sei im Wesentlichen durch den Anspruch der USA auf ein globales Gewaltmonopol gedeckt.
Aber dieses Gewaltmonopol hat es nie gegeben! Oder umgekehrt, die übrige Staatenwelt indossierte und kreditierte den USA den Anspruch auf das Gewaltmonopol, weil und solange nach dem Einbruch 2007ff die Geschäfte wieder liefen.
Diese Alimentierung der Amerikanischen Föderation hatte daher schon vor Russlands Imperiumskrieg absehbare Grenzen und selbst die Ölförderstaaten, das KSA voran, hatte langsam und vorsichtig begonnen, den Petrodollar auszumischen.
Hinzu kam die Deindustrialisierung der USA und ihre schwindende Rolle selbst auf sogenannten „Zukunftsmärkten“, die mit dem Handelskrieg gegen China und Sanktionsregimen nicht aufzuhalten sind, schon deshalb nicht, weil abseits der USUK – Waffenschmieden die realen Geschäfte auf diesen Märkten in Europa und Asien statthaben, ihre Bilanzierung in den USA daher zu beträchtlichen Teilen Bestandteil der o.zit Seigniorage für den Anspruch auf das globale Gewaltmonopol.

Indem jetzt eine global eine Brachlegung von Geschäft und Kapital eingesetzt hat, deren Auswirkungen und Dynamik die Einbrüche der sog. „Finanzkrise“ voraussichtlich weit in den Schatten stellen werden, werden die Anteilsgewinne in der Konkurrenz um Verluste, die den USA angeblich ins Haus stehen, bestenfalls ein Verband um schwärende Wunden. Ohnehin halte ich diese Prognose weitgehend für Propaganda. Die große Masse der Kapitalflucht aus Europa wird Asien zugute kommen, namentlich Indien.

Der eigentliche Klops in Deinem Posting wird vor diesem Hintergrund hoffentlich noch deutlicher:
“ … hat die USA einen existentiellen Grund den Krieg zu gewinnen“
Wie, bitte, sollen die USA den russischen Imperiumskrieg denn verlieren??
„Verlieren“ die USA, wenn Russland in der Ukraine eine „eiserne“ Waffenstillstandslinie errichtet?
„Verlieren“ die USA, wenn Russland die Restukraine weiter entvölkert und in Grund und Boden bombt?
„Verlieren“ die USA, wenn große Teile Polens und/oder Deutschlands zu nuklear verseuchten Katastrophengebieten werden?

Eine rationellere Frage wäre, ob die NATO den russischen Imperiumskrieg in den o.a. Szenarien „verloren“ hätte.

Doch wenn all diese Antworten auf „Nein“ lauten, bricht das Konstrukt, die US-Föderationsregierung hätte den russischen Imperiumskrieg provoziert, weil sie daran verdient – das Du nicht aussprichst, aber Deinem Einwand zugrundeliegt – oder würde ihn zu diesem Behuf eskalieren, unter Dir zusammen. Sie kann den Krieg nicht verlieren, aber noch weniger kann sie ihre Stellung im Gefüge des Imperiums durch ihn ausbauen oder auch nur festigen.

PS.: Ich will nicht verhehlen, daß ich wg. obigem zu dem Schluß komme, der eigentliche Grund für Deinen Einwand ist die vorauseilende Schuldzuweisung für den Fall, die RF verlöre diesen Krieg. Abgesehen davon, daß dies auf keinen Fall geschehen wird – das Ziel ist Regime-Change, nicht Zerstörung des Staatswesens – ist es für einen europäischen Normalmenschen völlig egal, ob die RF den Krieg gewinnt oder verliert, solange sie nicht mit Nuklearwaffen schmeißt. NATO und EU haben für beide Fälle im Wesentlichen dieselben Weichen gestellt.

Die WaPo Hofberichterstattung:

„Privately, U.S. officials say neither Russia nor Ukraine is capable of winning the war outright, but they have ruled out the idea of pushing or even nudging Ukraine to the negotiating table. They say they do not know what the end of the war looks like, or how it might end or when, insisting that is up to Kyiv.“That’s a decision for the Ukrainians to make,” a senior State Department official said. “Our job now is to help them be in absolutely the best position militarily on the battlefield … for that day when they do choose to go to the diplomatic table.”

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