Abstrakt-allgemeine Zusammenfassung meiner Schriften zu „Sovereign Facts“ anläßlich NS1

„Fünfzig Meter Pipeline weggerissen“ wird jetzt überall kolportiert, und das ist eine Fälschung.
Denn erstens weiß bislang niemand, außer einem engen Kreis, der von Experten der schwedischen Marine ausgeht, wie es nach der Explosion an NS1 dort unten tatsächlich ausgesehen hat, und möglicherweise wissen es nichtmal die genau, weil die „Kommandor Susan“ vor ihnen vor Ort gewesen ist, angeblich sogar in mehrfachen Anläufen.
Wir haben es also mit einem auf etwas ungewöhnliche Weise lancierten „Sovereign Fact“ zu tun, einer hoheitlichen Wirk-lich-keit. Weil niemand, außer mir, diesen Begriff so benutzt, ein Wort dazu:
Der Begriff „sovereign fact“ taucht sehr gelegentlich in rechtshistorischen Diskursen auf, in denen er für die Macht der Rechtssetzung eines Souveräns steht und in diesem Sinne für einen hoheitlichen Urteilsspruch.

Eine Urform davon ist das erfolterte Geständnis eines Angeklagten in einem politischen oder klerikalen Prozess, und in der Kriegsgerichtsbarkeit. Eine Trivialgestalt davon sind unterschobene „Beweise“, und eine Idealform sind unterschobene, theologisch konstruierte „Beweise“ für die Teufels-/Hexennatur eines Beklagten oder seiner Tat in Inquisitionsprozessen.

Ich verbreite mich darüber so ausführlich, weil mir daran liegt, anzudeuten, daß und warum es für den „sovereign fact“ der 50m weggen Pipeline ohne Belang ist, ob sie dort unten wirklich nicht aufzufinden war oder ist, oder doch. Von Belang ist einzig, daß die zuständigen schwedischen Behörden, sei es aus eigener Initiative oder auf irgend eine nachdrückliche Anregung hin, den zuständigen auswärtigen Behörden und Souveränen die „wegge Pipeline“ zum hoheitlich befestigten, und insofern „faktischen“, Gegenstand ihrer Befassung mit dem Vorgang der Sprengung gemacht haben.

Das identische Verfahren kam in der Skripal – Affäre zum Einsatz, präzise mit der politischen Kategorie „Novichok“. Dort war – und bleibt! – die militärpolitische Konstellation der Sache allerdings extremer, weil maximal nur drei Personen haben wissen müssen, was es mit dieser „Hexenkralle“ aka Novichok auf sich gehabt hat, nämlich eine (!) hohe Autorität in der militärischen bzw. militärpolitischen Hierarchie des UK, ein (!) Laborleiter in Porton Down und ein behandelnder Arzt in Salisbury. Wahrscheinlich, sicher sogar, waren mehr Figuren beteiligt und praktisch erforderlich, aber ich will mit dem Hinweis eine Dimension skizzieren, mit der wir es zu tun haben.

Denn aus dieser Dimensionalität folgt umgehend, das Rätsel, das „Geheimnis“, die Tat-Sächlichkeit oder gar „Wahrheit“ des Vorgangs, liegt nicht in ihm selbst, liegt nicht bei den verwickelten Personen, und auch nicht bei realen oder vermuteten Auftraggebern, Hintermännern, sondern in dem, was solche hypothetischen Figuren mit solchen Sovereign Facts auszurichten gedenken können, ermittelt anhand dessen, was sie tat-sächlich damit ausrichten.
Ja, ich weiß, im Grunde sind das Trivialitäten, die ich hier umständlich ausbreite, aber ihr „Witz“ liegt halt darin, daß nicht nur das Publikum, auch die hoheitlich mit Sovereign Facts befassten Figuren allesamt in dem Herrschaftszusammenhang befangen sind, der mit Sovereign Facts aktiviert wird. Dieser Gewalt können sie unmöglich ausweichen, nicht einmal mental! – Sie können sich diesem Zwangszusammenhang ausschließlich theoretisch entziehen, in einem vorübergehenden Rückzug in einen „Elfenbeinturm“ – um dann doch wieder aus ihm heraus treten zu müssen.
Anders gesagt: Sovereign Facts sind eine Waffe, die denen, die sie schwingen, nur mit einer mehr oder minder revolutionären Umformierung ihres Standes, oder gar dessen Vernichtung zu nehmen ist.

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