Zu Wahrheit und Lüge auf dem politischen Feld

@T.h.omas

„Wo die Wahrheit mit einfachen Mitteln nicht mehr festzustellen ist, wird alles zur Glaubensfrage.“

und @OberstMeyer

„Es liegt in der Natur der Sache, dass man keine handfesten Beweise haben kann.“

Beides fatale Irrtümer.

Die russische Seite hat überprüfbare Angaben über eine britische Beteiligung an Vorbereitungen zu einer nuklearen False-Flag Operation in der Ukraine gemacht, die nicht überprüft gewesen sein können, als die gemeinsame Antwort der Außenminister Frankreichs, des UK und der USA die Russen der Lüge bezichtigt haben. Folglich haben der französische und amerikanische Außenminister in der gemeinsamen Erklärung in jedem Fall gelogen, weil sie wußten, daß der britische Außenminister nicht die Wahrheit gesagt haben kann. So einfach ist das … manchmal.
Sicherheitshalber noch die Umkehrung:
Wenn die russische Seite gelogen hat, hätten die westlichen Außenminister ihre Erklärung nicht abgeben können. Die Lüge wäre eine Falle gewesen, in welche der britische Kriegsminister Wallace promt hinein getappt ist.
Der Schluss daraus (ich hatte das in einem anderen Posting schon hingesagt): Mindestens Wallace hält es für möglich, daß die russischen Angaben stimmen können. Warum hätte er andernfalls lügen wollen?
Folglich gilt für die russische Seite: Egal, ob sie tatsächlich konkrete Hinweise hatte, oder bloß Verdachtsmomente, oder ob es sich gar um einen Schuss ins Blaue handelte, haben die Briten zusammen mit den Ukrainern entweder in der Vergangenheit eine nukleare Drohung aufgebaut, oder Wallace hat das mit seiner Lüge nachträglich getan.

Wir können freilich nicht wissen, ob beabsichtigt war oder ist, sie wahr zu machen.

An der Stelle sollte ein Beobachter freilich noch einen Schritt weiter gehen:
Falls die russischen Angaben stimmen, konnten die Absender der Anschuldigung dennoch nicht wissen, ob beabsichtigt war, das Drohszenario wahr zu machen, oder nicht.
Ferner konnten die Urheber des Drohszenarios ebenfalls nicht wissen, ob die Leute, die eine nukleare False-Flag am Ende ausklinken, also befehligen und durchführen müssen, dies auch getan hätten. Niemand in Washington, London und Paris konnte das wissen, weil dies in der Handlungsfreiheit der Leute vor Ort liegt.

Daraus folgt, die Frage:
Wer spricht die Wahrheit, wer lügt
ist außerhalb spezifischer Sachverhalte, die einer befragt, irregeleitet. Sie fragt nicht nach einer Wirklichkeit, zum Beispiel der Wirk-lichkeit des Verhältnisses von Verlautbarungen, wie ich’s oben vorgeführt habe, sondern einer Möglichkeit, nämlich „Bedingungen der Möglichkeit von Vertrauen„.
Die Frage kodiert ein in Sehnsucht nach Vertrauen transformiertes Bewußt-Sein von Untertanen / Sklaven über die Auslieferung ihres Daseins an die Herren.

Was ihr eigentlich sofort und umstandslos zu entnehmen ist, vere? Daher die methodische Anmerkung: Allgemein erkennt man solches Irresein an der Selbstreferentialität von Aussagen. In diesem konkreten Fall war das die Tat-Sache, daß die Frage nicht den Gegenstand referenziert, der sie veranlaßt hat, sondern ein Verhältnis, das der Absender zum Empfänger einnimmt, hier lautete es: „Wir sind alle in derselben beschissenen Lage„.
Na, dankeschön!

Wollt ihr euch den vorgelegten Zusammenhang vielleicht mal merken?

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