MI6 nimmt Europa und USA zur Geisel eines angedrohten Nuklearanschlages

Zum vermeintlichen „Debunking“ russischer Desinformation.

Am 24.10 schrieb ich:

Zu russischen Hinweisen auf eine nukleare False – Flag – Operation

Es gibt deutliche Hinweise darauf, daß da „etwas ‚dran“ ist – aber was genau, ist völlig unklar.
1. Der Unterschied in der Behandlung des Themas in Russland und im Westen ist frappant. In den russischen Staatsmedien ist das ein knapp und sachlich behandeltes Thema unter zahlreichen anderen, den Kriegsschauplatz betreffenden. Im Westen ist es ein Medienhype, zu dem die Medien schon vorpreschten, bevor die Ministerien der Atommächte nachzogen.
2. Schoigu hat Ross und Reiter genannt – konkrete Adressen, an denen theoretisch nachzuforschen wäre.

Nimmt man beides zusammen, ergibt sich eine Wahrheit – im deutlich fest zu haltenden Unterschied zu „Wirklichkeit“. Sie lautet: In den Hierarchien der zuständigen westlichen Ministerien *befürchtet* man, daß an den russischen Angaben etwas dran sein könnte – man hat einschlägige Erfahrungen, auf einen Teil habe ich in diesem Thread hingewiesen.
Zu beachten ist dabei der russische Hinweis auf eine britische Verwicklung. Natürlich denkt dabei niemand, außer TomGard, öffentlich an „EHEC“, aber das nur nebenbei, weil ich ein störrischer Geselle bin. Entscheidender sind die Novichok-Affären und der Umstand, daß der britischen Regierung die Kacke nie höher am Hals stand, als nach der internationalen Spekulation gegen das Pfund, das zum Beispiel – wirklich nur zum Beispiel – *gegen* Black Rock gar nicht in der geschehenen Weise machbar gewesen wäre.
Zudem hat man zu beachten, daß der „Angriff über Bande“ auf die deutsch dominierte EU in der Ukraine 2014 technisch und organisatorisch zunächst über das UK und Polen abgewickelt wurde, Nuland und Pyatt gaben dem Angriff erstmal nur „das Gesicht“. Polnische und britische Söldner waren von Beginn an in die „ATO“, die Kriegshandlungen gegen die russische Bevölkerung, eingebunden. Der MI6 ist tiefer und nachhaltiger in der an die Macht geputschten Clique verankert, als amerikanische Dienste.
Deshalb müssen aber Außen- und Kriegsministerium des UK noch lange nicht wissen, was da los ist! Da spielen heute – dank der Kriegführung seit 9/11 mit ihren Massenmorden – *Männerfreundschaften* eine Rolle, wie im 19 Jhd. und zur Zeit der Irland-Kriege.

Just diese Lage, über die man in Russland gut Bescheid wissen sollte, ist zugleich ein Ausgangspunkt für wirksame Desinformationskampagnen gegen Außen- und Kriegsministerium der RF. Das Schema ist in Syrien ein Dutzend Mal erprobt worden, u.a. um die russische Garnison zu Bombenkampagnen zu verleiten, die dann öffentlichkeitswirksam ausgeschlachtet wurden.

Das Hin und Her der wechselseitigen Anschuldigungen, in dem sich US-Außenministerium und das NATO-Generalsekretariat mit der öffentlich groß und breit aufgemachten Retourkutsche hervor taten, Russland bereite eine nukleare False-Flag-Operation vor, kommentierte ich am 25.10 hier. Der Schluß aus meiner Analyse lautete:

Folglich gilt für die russische Seite: Egal, ob sie tatsächlich konkrete Hinweise hatte, oder bloß Verdachtsmomente, oder ob es sich gar um einen Schuss ins Blaue handelte, haben die Briten zusammen mit den Ukrainern entweder in der Vergangenheit eine nukleare Drohung aufgebaut, oder Wallace hat das mit seiner Lüge nachträglich getan.

Nachdem die westliche Seite immer weiter aufstockte, ohne daß ein Wort über die Dokumente fiel, die das russische Außenamt den Kollegen der westlichen Nuklearmächte und der UN zum Beleg seiner Behauptungen vorgelegt hatte, legte ich am 26.10. auf Grundlage des eingangs zitierten Beitrages nach:

Eine „schmutzige Bombe“ kann jeder Amateur basteln, selbst mit Dampfkochtöpfen, er braucht dazu neben einschlägigen Bastelkenntnissen nur radioaktives Material. Das Gewese um „Komponenten aus dem UK“, „kurz vor dem Abschluss“ und so zu ist folglich klipp und klar Desinformation, die freilich die Frage offen läßt, von wem und zu welchem Zweck.
Nachdem beide Seiten die Angelegenheit so lange am Kochen halten, ist eine Teilantwort darauf sofort zu geben: Es handelt sich um eine britisch-ukrainische Desinformationskampagne, die den Einsatz einer schmutzigen Bombe vorbereiten soll, erfolgreich vorbereitet hat, und so lange aktiv bleiben soll, wie entweder jemand an relevanter Stelle entscheidet, eine zu zünden, oder der Kreml entmachtet ist.
Die Briten tun, was sie seit 25 Jahren getan haben, sie versuchen die anderen NATO-Mitglieder, namentlich die USA, militärpolitisch vor sich her zu treiben. Es ist eine eigentümlich britische Methode, weil das Land seinen Eliten wenig andere Methoden hergibt, die Diskrepanz zwischen ihren Ansprüchen an ihre militärpolitische Macht und deren materielle Grundlagen zu überbrücken.

Jetzt bekommt ihr von der Staatspresse folgendes aufgetischt:

Fotos, die das russische Außenministerium über den Kurznachrichtendienst Twitter verbreitete, sollten (die Anschuldigungen) untermauern. Widerspruch … kam aus Slovenien … Auf den Bildern sind unter anderem durchsichtige Tüten zu sehen, auf denen das Warnsymbol für Radioaktivität aufgedruckt ist. (Eines der verwendeten Fotos) stamme von der landeseigenen Behörde für die Entsorgung radioaktiver Abfälle, der ARAO, und sei bereits im Jahr 2010 entstanden. Darauf seien keine radioaktiven Materialien zu sehen, sondern Rauchmelder. Auch der ARAO-Chef Sandi Viršek widersprach der russischen Darstellung … (Ihm) zufolge hätte das von Russland genutzte Bild damals für eine Präsentation gedient. Dragan Barbutovski, Berater des slowenischen Regierungschefs Robert Golob, bestätigte die Aussage von Viršek und betonte, das Foto sei „ohne Kenntnis der ARAO missbräuchlich verwendet worden“.

Die Wahl des Slovenischen Nuklearstandortes für die Desinformationskampagne ist bezeichnend. Jeder unbedarfte Leser, bis hinauf in Regierungskreise, wird geneigt sein, zu vermuten, in Slovenien seien sowjetische Anlagen verbaut, wie in allen anderen osteuropäischen Ländern – aber das ist nicht der Fall. Das in den ’70ern gebaute Kernkraftwerk Krško ist ein Westinghouse-Modell, es arbeitet mit heimischem, in den USA angereicherten und dort in Brennstäben verbautem Uran. Kein russischer Nukleartechniker hat dort etwas zu suchen.

Zugleich weiß jetzt jeder, der sich professionell mit der Angelegenheit befasst, mit der maximal erhältlichen Sicherheit, daß er eine britische Desinformationskampagne vor sich hat. Der dreigleisige Red-Herring, der Russland untergejubelt wurde – Hinweise auf die Ukraine, auf das UK und, darin eingebaut, auf die USA – ist wie ein Markenzeichen für den MI6 und seine seit dem Suezkrieg andauernde, gedeckelte Erbfeindschaft mit den amerikanischen „Kollegen“.

Die relevante Botschaft dieser Signatur ist freilich, daß die damit ausgelieferte Drohung mit einer False-Flag-Operation „über Eck“ bitter ernst zu nehmen ist. Die Radikalen unter den britischen Militaristen können in der Lage, in der sich das UK nach dem Brexit befindet, gar nicht anders, als einen begrenzten Nuklearabtausch auf dem Kontinent, oder einen dort anderweitig ausgedehnten Krieg, als Segen für die Nation zu betrachten, zumal das UK sich mit seiner separaten, U-Boot-gestützten nuklearen Abschreckungsmacht, mit Sicherheit aus einem erweiterten Krieg wird heraus halten können.

Ja, ich schrieb das jetzt durchaus um ein „Siehste?!“ willen hin. Der Job, den ich hier getan hab, befriedigt meine Eitelkeit, gewiß, aber viel mehr bestätigt er mir, daß meine Arbeit für jedermann von Nutzen sein kann, der meine Arbeits- und Denkweise zu begreifen sucht.

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