Debattensplitter zur NS-Sprengung

(Nachtrag 2. 11.:
Mein Fehler im Ausgangsposting und im Strang ist so simpel wie unverzeihlich. Ich habe mir schlicht nicht vorstellen können, selbst nach den Reaktionen zunächst nicht, daß es Lesern völlig fern liegen könnte, von der Einbildung Abstand zu nehmen, bei Aktionen, wie der NS-Sprengung, oder vergleichbaren Nummern in der Vergangenheit, False-Flag-Operationen oder nicht, seien sie, das Publikum, Plebs, Pöbel, Wahlvolk das Ziel, nicht etwa konkurrierende Eliten oder Strömungen in denselben. Nachdem ich über den Fehler nachdachte, fiel mir im Nachhinein auf, daß dies schon zur Zeit der Navalny-Affäre ein Rezeptionsproblem geworden war, das ich ignoriert hatte.)

Anlaß ist dieser Artikel, dessen Belang in den glaubwürdigen Zeugnissen dafür liegt, daß die Militärs der NATO-Anrainerstaaten über alle Informationen verfügen, die es braucht, auf die Identität der Minenleger zu schließen, wobei selbstredend offen bleibt, wer die Sprengung letztendlich entschieden und durchgeführt hat.

Ergänzungen zu den Fakten

Vladimir Afanasiev, ein russischer Korrespondent der norwegischen Fachzeitschrift „upstream“ (NHST Holding) schrieb am 18.10:
„Some theories point to the use of explosive devices were lowered from a passing vessel and then detonated remotely.
However, technical experts from the Russian-led Nord Stream 1 consortium have said previously that the subsea pipeline is laid in a trench and covered by a layer of gravel.“

Auch den Originalbericht der Expressen zu den Befunden der privaten Untersuchung sollte man vielleicht kennen (Google-Übersetzung
„- You can see that there has been a very large impact on the seabed around the pipe. There are channels in the seabed where the pipes have been, where you can see broken objects that look like pipe parts, says Trond Larsen.
– One theory is that a long crack has formed along the pipe due to the pressure from the explosion.
We search the area with the camera, but are unable to find the other end of the pipe. At least 50 meters appear to be missing or buried beneath the bottom.
– It is an extreme force that can bend such thick metal in the way we see, says Trond Larsen.“

In den Tagen vor Einsatz der Unterwasserdrohne hatten diverse Player Zeit und Gelegenheit, große Mengen Material vom Schauplatz zu entfernen. Aber die Originalbilder zeigen einen schmalen, tiefen und langgestreckten Riss im Seeboden an der Stelle, wo die Pipeline eingebettet war. Deshalb muß man davon ausgehen, daß ein Großteil der fehlenden Pipeline von den Explosionen in den Seeboden hinein gerammt worden ist.

„Explosionen“ – die Befunde stellen außer Zweifel, daß eine ganze Reihe von Sprengsätzen simultan gezündet worden sind – simultan, weil sie von den Seismographan als eine einzelne Explosion registriert wurden, wie den Berichten des ersten Tages zu entnehmen ist. Unter den Berichten des Tages 2 war die Auskunft von Klaus Moosegard, Chefgeologe der Universität Uppsala, daß die stärkste der Explosionen den Einsatz von mindestens 2,5 to TNT-Äquivalent, vielleicht auch mehr als das Doppelte zeige. Seine Schätzung beruhte explizit auf den Erfahrungen, die Dänen und Schweden mit der Explosion bzw. Sprengung der schwersten Fliegerbomben gemacht haben, die im WK2 verwendet worden sind.

Es ist mir nicht gelungen, genug Wissen über Unterwassersprengungen zu sammeln, um zu einem Urteil zu kommen, wie viel Sprengstoff tatsächlich im Spiel gewesen sein muß. Doch definitiv läßt die Ausdehnung der Sprengungen zu, die notorisch ventilierte Angabe „mindestens 500 kg TNT“ eine grobe Irreführung zu nennen.

Ergo: Ja, da waren Spezialisten am Werk, weil mehrere, ausgedehnte simultane Zündungen keine Amateurarbeit ist, aber die Konzeption der Sprengung verrät eine politische Zwecksetzung. Die o.a. Irreführung läßt m.E. einen eindeutigen Schluss zu: Die Auftraggeber wollten klar stellen, daß ausschließlich der NATO-Verband unter USS-Kearsarge im Verlauf der Operation „Baltops22“ die Gelegenheit hatte, die Nordstreams in einem derartigen Umfang zu verminen, niemand sonst!
Weshalb sie das wollten, lasse ich dahin gestellt, will aber immerhin anmerken, das eisern fest gehaltene Vorurteil „Die USA waren es“ läßt sich damit nicht gut vereinbaren. Ohnehin muß man beachten, daß diejenigen, die die Verminung besorgt haben, nicht für die Sprengung verantwortlich gewesen sein müssen, die 4 Tage nach dem Abzug des genannten NATO-Verbandes erfolgte. Ein einzelner Mensch im Besitz des Zündcodes kann sie mit einer Unterwasserantenne von einer Jacht oder einem Kutter aus gezündet haben.

Carmol sagt:

Tom schrieb:
„Die Auftraggeber wollten klar stellen, daß ausschließlich der NATO-Verband unter USS-Kearsarge im Verlauf der Operation „Baltops22“ die Gelegenheit hatte, die Nordstreams in einem derartigen Umfang zu verminen, niemand sonst!
Weshalb sie das wollten, lasse ich dahin gestellt, will aber immerhin anmerken, das eisern fest gehaltene Vorurteil „Die USA waren es“ läßt sich damit nicht gut vereinbaren.“

Das verstehe ich nun gar nicht. Wenn die NATO, also die USA mit ihren ihr weisungsfolgenden Vasallen, Gelegenheit hatten, die Stelle zu verminen, wie können die USA in diesem Fall nicht verantwortlich sein? Es ist doch völlig Wurst, welche Nationalität die Leute hatten, die im Auftrag der NATO – also der USA – den Vorgang durchführten.

In diesem Krieg gibt es ohnehin nur zwei Parteien agieren – Russland gegen die westliche Allianz. Somit reicht es ausschliessen zu können, dass es die Russen waren. Ob nun die Polen, Engländer, Amis… – who cares!

TG sagt:

“ … die USA mit ihren ihr weisungsfolgenden Vasallen …“
Die Aussage blamiere ich schon am physischen Dasein von NS2 – wobei, zugegeben, so eine Blamage nicht viel taugt, weil sie nichts über die tatsächlichen Verhältnisse sagt.
Du hast Dich dann aber bitte fragen zu lassen, ob Du überhaupt bereit bist, Tatsachen und Argumente gegen Deine Heiligung der Souveränität der angeblichen Vasallenstaaten gelten zu lassen, die in Deinem Attribut „weisungsgebunden“ enthalten ist. Eine „weisungsgebundene“ Hoheit über ein Territorium heißt „Gouverneur“, doch selbst ein Gouverneur eines König- oder Kaiserreiches hat den Auftrag, Interessen des Gouvernorates gegebenenfalls gegen Interessen seines Entsenders zu vertreten und sich dazu notfalls Weisungen zu widersetzen. Das gilt in modernen Armeen selbst noch für Unterkommandeure. In der Staatenwelt geht es nicht so sakral zu, wie es in Kleinunternehmen und bei der Mafia hier und da noch der Fall sein mag.

„… In diesem Krieg gibt es ohnehin nur zwei Parteien (agieren?) – Russland gegen die westliche Allianz …“
Das sagt Putin, aber wenn er das buchstäblich ernst meinte, wäre er klinisch verrückt und müßte dringend abgesetzt oder abgeschossen werden, vere?
Ich sage Dir, er ist verrückt, aber nicht klinisch, er weiß sehr wohl zwischen dem Waffengang, den zu beginnen er empfohlen hat, und dem Krieg, dessen Teil er ist und sein soll, zu unterscheiden.
Abgesehen davon, das will ich Dir in aller Freundlichkeit sagen – nimm das bitte ernst – wärst Du völlig irre geworden, wenn Du nicht anerkennen tätest, daß ein Souverän einen Waffengang gegen einen anderen Souverän präzise zu dem Zweck beginnt, die am Krieg beteiligten Subjekte zu vervielfachen, nämlich mindestens auf die Zahl der darin verwickelten Kämpfer, wenn möglich auf die Zahl der Untertanen und Sassen.

Damit bin ich bei der Wahrheit des Verdachtes gegen Russland im Fall der Nordstreams. Ja, angesichts des Umstandes, daß ein Stopp des deutschen Gasbezuges aus Russland im kommenden Jahr beschlossene Sache gewesen ist, aber diese Entscheidung im Falle eines raschen Kriegsendes nicht bindend wäre, macht eine russische False-Flag-Operation zu Lasten der USAnicht „der NATO“ – perfect sense zum Zwecke einer „Spaltung des Westens“. Der modus operandi der Sprengung schließt solch eine Deutung sicher aus, und das nicht nur für iwie (Ein-)Geweihte, sondern für jedermann, der seinen Verstand im Angesicht des Krieges nicht hat fahren lassen.

Deshalb sage ich: Hübschens Artikel liegt komplett neben der Sache, just weil er wohlmeinend ist. Er nimmt eine Art „Enthirnung“ des Publikums, Eliten wie Plebs, vermittels des Anschlages für bare Münze, und das tut Hübschen aus demselben Grund, warum Du meine Einwände „nicht verstehst“. Er will die Heiligkeit der Souveräne in der Welt der Nationen, die in einem Krieg doch bitte angegriffen ist, in den Kriegsereignissen und vor ihnen retten und schützen.
Die NATO ist kein nationaler Souverän, aber modus operandi und Begleitumstände der Pipelinesprengung indizieren unzweideutig, daß die NATO sich in diesem Akt vermittels unidentifizierter Player zu einem Souverän des Krieges aufgemantelt hat, und diese Eigenschaft, dies Dasein, von allen beteiligten Souveränen anerkannt bekommt.

Warum das so geschieht, das wäre aus meiner Sicht erst die Frage, deren Beantwortung sich für jedermann lohnte – aber dahin kommt es wohl nie und nimmer.

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