Des „kollektiven Wahnsinns“ fette Beute

Das Zeug vom Rainer Mausfeld, das dies Posting angeregt hat, solltet ihr euch, wenn es nach mir geht, aus Gründen ästhetischen Empfindens und Zeitökonomie nicht antun. Habe ich auch nicht, ich hab es nur quer gescannt.

Der Wahnsinn, den ich wahr nehme, erlebe, kennen lerne, hat mit einer Ausnahme keinerlei „kollektive“ Merkmale, es ist ein Phänomen, das so individuell ist, wie es das nur geben kann …
… übrigens, was soll das eigentlich sein, ein Individuum, wenn man anders von ihm spricht, als, beispielsweise, von einem Vogel, einem Schaf, einer Kuh, einem Hund oder gar einer Katze? …
und deshalb ist es überwiegend ein echt pathologisches Phänomen, es wird dort, wo das noch nicht der Fall ist, zu mehr oder minder schweren Hirnschäden, zu kognitAus iven Verlusten führen.
Die Ausnahme sind die Mitglieder der politischen Klassen und da, wie könnte es anders sein, hat die Kollektivität keine andere Folge, als daß die Hirnschäden so unausweichlich werden, und so unauslöschlich für Leute, die nicht /aussteigen/, wie das von extremistischen Sektenformationen bekannt ist, also in gewisser Weise „noch individueller, als individuell“, *grins*.

Was ich mit dieser Polemik unterstrichen haben wollte: Die Weise, wie Mausfeld etc.pp von „kollektiv“ reden, ist schon ein Anzeiger und Merker, daß sie von *sich* reden, nämlich von sich ALS realen oder selbstgeweihten Mitgliedern der Elite(n).
Meine Nachbarn und (ehemaligen) Arbeitskollegen hingegen sind nicht verrückter, als sie es in den letzten 25 Jahren immer schon gewesen und geworden sind.

Sie denken und handeln, ganz grundsätzlich genommen, so, wie Denis Diderot den Diener Jacques hat denken und handeln lassen, fatalistisch
https://de.wikipedia.org/wiki/Fatalismus
Freilich auf drastisch niedrigerem und befangeneren Niveau, als Diderot das für seinen Jacques gestaltet. Das tat-sächliche Niveau ist seit dieser Zeit, denke ich, in den generationenlangen Runden der Entmächtigung und Verhausschweinung des bürgerlichen Individuums, nicht weniger dramatisch gesunken. Es gilt halt, daß „die da oben sowieso tun, was sie wollen“, wogegen man nichts machen könne, weil „doch jede Sau zusieht, wo sein Brot gebuttert ist, oder etwa nicht!?“ Letzteres ist schon der Übergang zu der Konsequenz, die Verluste, die „man“ erleidet, an real oder tatsächlich schwächere Nebenschweine weiter zu geben bzw. an ihnen ab- und auszulassen.
Und das abstrakte Menschenbild, das diesem Fatalismus theoretisch und praktisch einbegriffen ist, taugt bei Bedarf auch wieder zum *Anschluß* an die herrschenden Ideologien und Rechtfertigungen, besonders dann, wenn elitäre Feindbilder gegen Nebenschweine mobilisiert werden, die darob unweigerlich in die Defensive und Minderheitenrolle geraten – die perfekt gestellten Opfer.

So läuft das nun mal, pi mal Daumen seit den Tagen Roms, und sich darüber derart gründlich und „wissenschaftlich“ zu täuschen und zu belügen, wie das Mausfeld & Co tun, erfordert eine *Lebensleistung*.


Für Folgen und Begleiterscheinungen dessen, was Mausfeld & Co. völlig daneben „kollektiven Wahnsinn“ titulieren, braucht es keine Glaskugel, dafür ein Beispiel, das ich soeben der Tagesschau entnommen habe:

(„Letzte Generation“): „Wir wussten, dass uns einiges entgegenschlagen wird. Wir wussten, dass wir uns viele Feinde machen würden“, heißt es weiter. „Dass ein ganzes Mediensystem sich gegen uns wenden würde, damit haben wir nicht gerechnet.“ (…)
Die (!) öffentliche Kritik verschärfte sich (!!) nach einem Unfall in Berlin, bei dem eine Radfahrerin von einem Betonmischer überfahren und schwer verletzt wurde. (…) Am Donnerstagmittag war die Frau für hirntot erklärt worden. Der Rettungseinsatz war möglicherweise (!!) durch Klimablockaden behindert worden. Ein Spezialfahrzeug, das helfen sollte, die Verletzte unter dem Lastwagen zu befreien, stand nach Angaben der Feuerwehr in einem Stau, der durch eine Aktion der Gruppe ausgelöst worden sein soll. (…)
Die Polizei ermittelt inzwischen gegen zwei 63 und 59 Jahre alte Klimaaktivisten wegen unterlassener (!) Hilfeleistung beziehungsweise der Behinderung hilfeleistender (!!) Personen. Es müsse – auch mit Sachverständigen (??!) – der(!!) Zusammenhang zu den Blockaden geprüft (!!!) werden. (…)
Bundesinnenministerin Nancy Faeser hatte gestern mit Blick auf die Ereignisse ein entschiedenes Vorgehen gefordert: „Wenn Straftaten begangen werden und andere Menschen gefährdet werden, ist jede Grenze legitimen Protests überschritten“, sagte die SPD-Politikerin. „All das hat mit einer demokratischen Auseinandersetzung überhaupt nichts zu tun.“ DIE STRAFTÄTER müssten schnell und konsequent verfolgt werden. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) forderte, ein Verbot der „Letzten Generation“ zu prüfen.

Geht MEHR Wahnsinn? Echt?! Na, dann zeigt doch mal her, will ich sehn :-))
Wieso?
Na, die Jungens und Mädels stante pede auf die Straße zerren zu lassen, damit ein Volksgericht sie zu 20 Stockhieben verurteile und die Strafe an Ort und Stelle vollstreckt werde, wäre weniger wahnsinnig – oder etwa nicht?

Nachtrag:

Im ersten Moment wird wohl mancher regelrecht erleichtert sein, der den Beitrag der Telepolis-Redaktion zu den Berliner Vorgängen liest: „Hört auf, Notfälle zu instrumentalisieren“.

Ging mir auch so. Aber während ich weiter und zu Ende las, drehte sich für mich die Sache um. Der Twitter – Autor tut ja nichts anderes, als Nancy Faeser, er ruft nach Polizeimacht, nur sein Interesse ist ein anderes. Ihm fällt nicht ein, daß seine „Argumente“ aufsummiert ergeben, daß der Stadtverkehr im Ganzen ein Mordanschlag ist, begangen im Interesse der Ausbeutung der Arbeitskraft mittels einer „Mobilität“, die möglichst wenig der Staatskasse zur Last fallen soll.

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Eine Antwort zu Des „kollektiven Wahnsinns“ fette Beute

  1. tgarner9 schreibt:

    Ich kann den Irrsinn selbstredend nicht in Kommentaren argumentativ „abdecken“, ja, ich kann ihn selbst nicht im Geiste nachvollziehen, ich kann ihn nur allgemein charakterisieren und dann im Einzelnen auf seine Phänomenologie reagieren.

    Deshalb sind Widerreden essentiell für meine Arbeit. Hier die Widerrede, die ich bekam:
    „TomGard ist selbstredend des Wahnsinns fette Beute, wißt ihr doch :-), also never mind.“
    Nö, er redet nur völlig kopfgeborenen Blödsinn.
    „Der Wahnsinn, den ich wahr nehme…hat … keinerlei „kollektive“ Merkmale, es ist … so individuell … wie es das nur geben kann … …Vogel, ..Schaf, ..Kuh, …Hund …Katze? …
    deshalb ist es überwiegend ein echt pathologisches Phänomen, es wird …zu… Hirnschäden, zu kognitiven Verlusten führen.“
    Nee, mein Freund, es ist NATÜRLICH ein „kollektiver Wahnsinn“ (wenngleich von oben verordnet) und DER könnte stattdessen zum Verlust von Allem führen, was Du Dein Eigentum (materiell oder mental) nennst.
    Wenn du Mausfelds klare Argumentation nicht verstehst, oder verstehen willst, dann lies einfach etwas Anderes.
    Antwort:
    Daß ich, TomGard, den Wahnsinn nicht teile, den Mausfeld diagnosiziert, daß er mich folglich allenfalls passiv beträfe; obgleich es sich um etwas handelte, das korrekterweis einen allgemeinen Namen (wie „Wahnsinn“ einer ist) trägt, weil er angemessen verallgemeinert wäre, dann ist dieser Umstand schon die zureichende Widerlegung des Attributs „kollektiv“. Dann ist „kollektiv“ nur ein Kampfname für „VIEL ZU VIELE“, und zwar ein ständischer Kampfname, der ein „diesseits“ und „jenseits“ des Wahns aushebt.
    Ich sage, das ist „der Wahn“ in KULTUR – und zwar in einer Reinkultur, hoast mi.

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