Archiv 14.6. ’19: Neue Weltkriegsphase; Angriff auf ein „japanisches“ Geisterschiff vor Oman

Vorwort
Das ist ein arg extemporierter Eintrag ins „Journal“ gewesen.

  • Die Abteilung „Israel / zionistische Militäraristokratie“ erscheint aktuell obsolet, aber das könnte sich angesichts der möglicherweise unbeherrschbar gewordenen Krise der Urbanität im Iran und die erneute Machtergreifung Netanyahus ändern.
  • Die Bedeutung, die ich dem ersten groß aufgemachten Angriff auf den Frachtverkehr zur See beigelegt hatte, ist seither vielfach bestätigt worden, darauf werde ich in weiteren Einträgen aus dem Archiv zurück kommen, aber hier geht es mir erstmal nur um die Rolle, welche die Affäre in der Geschichte der
  • Militarisierung des Indo-Pazifischen Raumes hat, von der in Seismik des ASEAN-Gipfels 2022 die Rede war.
  • Die beiden letzten Abschnitte, beginnend mit „„Die rechte und die linke Hand des Teufels“ – Trump und das Establishment“, behandeln eine Dynamik, die heute im Verhältnis NATO – USA resp. EU – USA von Belang ist.

Zum „Geisterschiff“:
Nein, ich streite nicht ab, daß zwei Tanker angegriffen wurden, doch im politischen Sinne fand die Kriegshandlung ausschließlich in den Medien statt.

Update:
Die japanische Eigentümerschaft der ‘Kokuka Courageous’ ist inzwischen gesichert. Mike Pompeo war sie binnen höchstens 2-3 Stunden nach den Geschehnissen bekannt, während die Presse von Ost bis West noch einen halben Tag lang über dem Geflecht von Flaggenland, Betreibergesellschaft, Eigentümer der Ladung und Schiffseigentum rätselte.
(update Ende)

Die Schiffe, eines gehört einer norwegischen Rederei, das andere einer deutschen Betriebsgesellschaft, waren mit raffinierten Ölprodukten auf dem Weg nach Taiwan und Singapur. Dies berichtete gestern abend der Standard, nachdem die Redaktion sich mehr als einen halben Tag Zeit gelassen hatte, über den Vorfall zu berichten.
Zuvor war in zahlreichen Medien von einem japanischen Schiff die Rede gewesen, das ausgerechnet anläßlich des Gespräches des japanischen Premierminister mit dem iranischen Staatspräsidenten in Teheran angegriffen worden sei. US-Pompeo, der umgehend wußte, wer den Terrorakt begangen oder angestiftet habe – “It is the assessment of the United States government that Iran is responsible for the attacks that occurred in the Gulf of Oman today” – bezog sich wie folgt auf diese Desinformation:

Mr Pompeo also revealed that Iran’s supreme leader, Ayatollah Ali Khamenei, had rebuffed Japanese Prime Minister Shinzo Abe’s proposal for negotiations. Mr Abe was in Tehran on Thursday.
Mr Pompeo said it was an insult that Iran would attack a Japanese-operated tanker while hosting Mr Abe. (The National, UAE)

The National klärte den Hintergrund des Attributs „Japanese-operated“:

The Japanese operator Kokuka Sangyo [of the Panama-flagged Kokuka Courageous] said that the methanol tanker came under fire.
„It appears other ships also came under fire,“ company president Yutaka Katada said (…)
„Our crew members made evasive manoeuvres but three hours later it was hit again. The crew assessed that it was dangerous to stay on this ship, and they used lifeboats to escape,“ added Mr Katada.
Meanwhile, Japan’s Economy, Trade and Industry Minister Hiroshige Seko said: „A tanker carrying Japan-related goods was attacked. (…)There were no Japanese members [on the crew].“

Die deutsche Kokuka Courageous lieferte im Auftrag einer japanischen Gesellschaft Methanol nach Indonesien. Die Verbindung zwischen diesem an sich belanglosen Fakt und dem japanischen Staatsbesuch ist der politische Kern der Desinformation, doch ihr militärischer Kern ist die Geschichte und Tradition der False-Flag-Operationen der NATO, des Pentagon und des State Department, besonders der Abschuss der malaysischen MH17 über der Ukraine, welcher 2014 dem Widerstand ein Ende setzte, den die führenden europäischen Regierungen dem seitens NATO und State Department geforderten Sanktions- und Handelskrieg gegen Russland leisteten.

Handelt es sich bei dem neuen Vorfall also erneut um eine False-Flag-Operation im Auftrag des State Department? Nicht so schnell.

Möglicherweise ist es so, doch man hat zu beachten, daß die Operation, wer immer sie in Auftrag gab,  auf der erwähnten Tradition aufbaut. Die mit diesem Aufbau neu eröffnete Dimension besteht darin, halbwegs kundigen Beobachtern eine politisch unschuldige Deutung des Vorfalls zu versperren. Im Fall MH17 besteht diese Deutung im Vorurteil, „die USA“ hätten einen Unfall, verursacht entweder von „Separatisten“ oder der ukrainischen Armee, instrumentalisiert. Der Gewinn dieser Deutung liegt in der Option, so zu tun, als sei im Imperium und an den Fronten des „War on Terra“ nichts Wesentliches verändert, nachdem die NATO Gefrierfleisch aus 200 holländischen Passagieren gemacht hat. Weil es solch Gewinn nach dem Anschlag von Oman nicht geben kann, ist eine iranische Meta-false-flag, die eine gegnerische False-Flag simulieren sollte, kriminalistisch für nicht weniger wahrscheinlich zu nehmen, als eine Operation der NATO, des Mossad oder eines amerikanischen Akteurs.
Wenden wir uns von da den Opfern des Anschlages zu.

Der amerikanische Präsident ist Leidtragender des Anschlages

Erster Leidtragender ist natürlich der Welthandel, bzw. die sogenannte „Freiheit des Welthandels„.
Nachdem mit MH370, dem 2014 offenkundig unter Beteiligung der britischen, amerikanischen und australischen Regierung zum Verschwinden gebrachten  malaysischen Verkehrsflugzeuges, der internationale Flugverkehr zur Geisel imperialen Staatsterrorismus wurde, gilt ab sofort dasselbe für den Frachtverkehr zur See.

Zweitprominentes „Opfer“ ist Donald Trump.
Erinnert euch – ich erspare mir, das zu dokumentieren – wie obstinat Trump auf dem Handelskrieg der USA gegen den Rest der Welt besteht, indem er alle mit dem Welthandel verknüpften Angelegenheiten, die er aufnimmt, zu Fragen bilateralen amerikanischen Verkehrs erklärt. Vor wenigen Stunden erst hat er behauptet, „die Iraner“ würden die USA erstmals wieder „achten“, nachdem seine Administration maximalen diplomatischen und militärischen Druck auf das „Regime“ ausübe. Das ist grober Blödsinn, dazu ein minimaler Exkurs.

Exkurs zum „Irankonflikt“

Damit der Eintrag in aktueller Zeit fertig wird, muß ich aus dem Gedächtnis berichten. Die Dokumente, auf die ich mich seinerzeit gestützt habe, sind der Öffentlichkeit ohnehin in großer Zahl entzogen worden.
Zweimal, 2007 und 2008, haben besonnene Kräfte in der amerikanischen und israelischen Administration gleichsam in „letzter Minute“ einen Nuklearangriff auf den Iran unterbunden. Nachdem Präsident Putin sich 2007 veranlaßt gesehen hatte, den Iran in einer Erklärung gegenüber der britischen Presse unter den russischen Atomschirm zu stellen, erklärte Bush jr. im Frühjahr 2008 im vollen Gegensatz zu vorgängigen CIA-Berichten, der Iran habe sein nukleares Aufrüstungsprogramm aufgegeben.
Weder sein Vizepräsident Cheney, noch die zionistische Militäraristokratie wollten sich damit zufrieden geben. Gestützt auf Verschwörer in Pentagon und CIA bereiteten sie einen Enthauptungsschlag gegen den Iran vor, der von georgischem Boden aus geführt werden sollte. Die IAF begann einen georgischen Militärflugplatz für die Aufnahme ihrer Logistik auszubauen, zog sich jedoch im Sommer 2008, kurz vor dem georgischen Angriff auf russische Streitkräfte, überstürzt aus dem Land zurück. Nach einer Mitteilung des ehemaligen deutschen Außenministers Fischer fuhren „rogue player“ in der US-Administation dennoch bis mindestens August 2008 mit Vorbereitungen für einen Nuklearschlag gegen Teheran fort.
(Anmerkung zur Neuauflage: Unabhängig voneinander haben Simon Peres, Gabi Ashkenazi und der seinerzeitige Mossad-Chef zwischen 2012 und ’15 behauptet, die Regierung Netanyahu zwischen 2010 und 2012 daran gehindert zu haben, gegen die Administration Obama einen Irankrieg zu provozieren bzw. aktiv zu beginnen. Keine Lust das zu dokumentieren)

Ich wärme das auf, um einige Tage alten Äußerungen des iranischen Außenministers den nötigen Kontext zu verschaffen.

‘There will be no war in Gulf region,’ despite wishes of Trump’s ‘B Team’ – Iran’s Zarif (RT, edited time: 20 May, 2019 )
“There will be no war because neither we want a war, nor has anyone the idea or illusion that it can confront Iran in the region,” Mohammad Javad Zarif told IRNA on Saturday, during a trip to Beijing.However, there are people in President Donald Trump’s circle that “look for pretexts” to steer the country into a war with Iran, even if Trump personally does not want that to happen, the minister said. Zarif had earlier warned about the designs of the foreign policy hardliners from what he dubbed as ‘B Team,’ which includes Trump’s national security advisor, John Bolton.

In der ursprünglichen Fassung des Artikels wurde Zarif, gemäß des gelöschten Artikels der „Japan Times“, mit der Nennung Binjamin Netanyahus zitiert. Die Zuversicht der iranischen Führung, den zionistischen und geostrategischen Advokaten eines Entstaatlichungsangriffes auf den Iran blieben bis auf Weiteres die Hände  gebunden, hat die Regierungszeit Obamas überlebt.

Zugleich ist nicht abzusehen, daß das amerikanische Sanktionsregime gegen den Iran größere Wirkung entfalten könnte, als in der Vergangenheit. Sicher – eben weil es gemessen an offiziellen Zielen wirkungslos geblieben war, die iranischen Abhängigkeit vom Weltmarkt daher unter und nach dem Sanktionsregime gewachsen ist, hat es aktuell ein größeres Schadenspotential. Doch es gibt zahlreiche entgegen wirkende Momente, ich will hier nur zweie unter vielen anderen nennen.

  • Die Türkei, neben China und Russland in der Vergangenheit Hauptbasis der Kräfte, die das Sanktionsregime unterlaufen haben, genießt festere Deckung durch eine in wachsendem Maße von der US-Administration emanzipierte NATO, denn je und sie muß im Zusammenhang mit ihrem Kurden-, Syrien- und Irakkrieg zusätzlichen Komplikationen durch einen Irankrieg abholder sein, denn je.  
  • Der Handelskrieg der USA gegen den Weltmarkt und die Neuauflage der „Monroe-Doktrin“ schwächen die Erpressungsmacht der US-Traesury politisch und kommerziell. Der Besuch des japanischen Premiers in Teheran – dazu weiter unten mehr – ist ein Exempel dazu.

Diplomatische Kanäle zwischen Trump und Teheran sind und bleiben geschlossen

Khamenei schloss Verhandlungen mit den USA im Atomstreit kategorisch aus. „Der Iran vertraut den USA nicht“, sagte er bei einem Treffen mit Abe in Teheran. „Wir haben mit den Amerikanern bereits die bittere Erfahrung beim Atomabkommen gemacht und wollen diese Erfahrung nicht wiederholen.“ Trump selbst sei „einer Antwort nicht würdig“. (APA, 14.6.2019)

Diese Antwort auf das kürzlich ergangene „Angebot“ Trumps, die iranische Führung könne jederzeit im Weißen Haus anklingeln, um eine gesichtswahrende Kapitulation abzuliefern, ist offiziell das Ergebnis der Unterredungen des japanischen Premiers in Teheran. Die Westpresse stilisiert das unisono zum „Scheitern“ einer „Mission„. Doch diese Mission gab es nicht. Tatsächlich sind Khamenei’s Worte eine beträchtliche Aufwertung des japanischen Premiers und des ASEAN-Verbundes, in dessen Namen Abe unterwegs sein will. Ein paar Dokumente dazu:

Im Kommuniqué des Treffens zwischen Donald Trump und Shinzo Abe vom 17. April wurde das Thema „Iran“ nicht erwähnt. Trump behielt den Schauplatz der eigenen Kriegsdiplomatie vor, ein klarer Affront, gemessen an den japanischen Schadwirkungen derselben.

Im Readout of Trump’s Call with Shinzo Abe vom 11. Juni, zwei Tage vor dessen Besuch in Teheran, geht es ausschließlich um Korea. Am selben Tag nahm Abe einen „Höflichkeitsanruf“ des chinesischen Botschafters entgegen.

Vor dem Abflug nach Teheran ließ Abe verlauten:

“There are concerns on the rising tensions in the Middle East. As the international community increasingly focuses its attention on the region, Japan intends to fulfill its role as far as possible in order to bring about peace and stability in the region. Based on the traditional friendly relations between Japan and Iran, I hope to engage in a frank exchange of views with President Rouhani and Supreme Leader Ayatollah Khamenei with a view to easing these tensions.”

Am 30. Mai eröffnete Shinzo Abe die 25th International Conference on The Future of Asia mit einer Rede, die, sagen wir vorsichtig, deutliche Kontraste zur aktuellen amerikanischen China-, Asien- und Welthandelspolitik aufmachte, obgleich sie Japans Anspruch, asiatische Führungsmacht zu sein und zu bleiben, auf die Grundlage der destruktiven US-Manöver stellt.

Zionistisch / geopolitische Fusion von False-Flag und Meta-False-Flag

Selbst CNN und Bloomberg legten, wenngleich zart, eine False-Flag-Operation nahe. ‚The attack „doesn’t appear to benefit any of the protagonists in the region,“ and „Iran has little to gain“ from blowing up the ship of its esteemed guest‘ (zitiert nach RT. ) Zahlreiche andere inoffizielle und offizielle Verlautbarungen zum Geschehen, die einander direkt widersprechen, hinterlassen den Eindruck eines Hühnerhaufens, der nahezu alle militärpolitischen Protagonisten erfasst zu haben scheint. Von Beginn an sehr klar hingegen die Pressearbeit der „Times of Israel“ zum Thema.

Gestern nachmittag:
Iran says it’s ‘suspicious’ reported tanker attacks came during Japan PM visit
As targeted Japan-linked vessels in Sea of Oman are evacuated amid US-Iran tensions, Khamenei rebuffs PM Abe’s mediation attempts

The incident came during a one-on-one between Iranian Supreme Leader Ayatollah Ali Khamenei and Japanese Prime Minister Shinzo Abe, capping the latter’s high-stakes visit in Tehran that sought to ease Iran-US tensions.

Meine Hervorhebungen gelten den Psy-Op-Elementen, Verdrehungen und Desinformationen, die oben bereits gekontert sind. Die ToI hatte sie in einem Artikel von 11:00 Uhr, in dem noch fälschlich von „zwei Öltankern“ die Rede war (Anm.: nicht fälschlich, aber die Brandursache auf dem zweiten Tanker blieb ein Mysterium), auf die branchenübliche Weise vorbereitet:

The timing was especially sensitive as Japanese Prime Minister Shinzo Abe was visiting Iran on a high-stakes diplomacy mission. On Wednesday, after talks with Iranian President Hassan Rouhani, Abe warned that any “accidental conflict” that could be sparked amid the heightened US-Iran tensions must be avoided.

Zwei Absätze darunter:

Japan’s Chief Cabinet Secretary Yoshihide Suga, a top government spokesman, told reporters that Abe’s trip was intended to help de-escalate tensions in the Mideast — but not specifically mediate between Tehran and Washington.
His remarks were apparently meant to downplay and lower expectations amid uncertain prospects for Abe’s mission.

Bereits zwei Stunden zuvor und nach einer Reihe von zitierten Meldungen aus der Imperiumspresse hatte die ToI veröffentlicht:

US secretary of state says Iran behind tanker attacks
“This is only the latest in a series of attacks instigated by the Islamic Republic of Iran and its surrogates against American and allied interests,” Pompeo told reporters at the State Department. (…)
Earlier, an unnamed US defense official told CBS News that it was “highly likely Iran caused these attacks” on the ships, one of which was Japanese and the other Norwegian. (…) A US defense official told CNN that sailors aboard a US naval destroyer spotted an unexploded mine on one of two tankers.

Damit sind wir den Quellen der Psy-Op und Desinformations-Kampagne recht nahe. Es ist nicht unmöglich, aber wenig wahrscheinlich, daß der iranische Außenminister aufgrund eigener Quellen zur Bezeichnung „Japanese – related ship“ kam. Zarif reagierte wohl direkt auf Pompeo’s Behauptung, die, nach allem was wir bislang wissen können, Vorwissen eines Mittäters verrät. Gemäß einer  Timeline aus aufgrund ihrer Lokalität verläßlich erscheinenden Quellen empfing die US-Flotte um 6:12 lokaler Zeit den ersten Notruf eines Tankers, einen zweiten um 7:00 Uhr.  Die ToI meldete Pompeos Beschuldigung – deren genaue Zeit ich nicht ermitteln konnte – um 10 Uhr omanischer Zeit in einem relativ umfangreichen Artikel. Das läßt zwischen einer ersten Auswertung der Informationen seitens der Marine und Pompeos Pressekonferenz eine Spanne von nicht mehr als 2 Stunden, eher deutlich weniger. Über die Ladung des Schiffes, das Pompeo schlicht „Japanese“ nannte, und das Eigentum an ihr, gab es noch Stunden nach seiner Äußerung Verwirrung und sie ist jedenfalls nachrangig gegenüber Schiffseigentum und Betreibergesellschaft.

Wir müssen also von der Hypothese ausgehen, das State Department, vermutlich in Kollusion mit israelischen Stellen, habe – abermals – einen Sabotageakt gegen die diplomatischen Optionen des Weißen Hauses verübt, aber wir können nicht ausschließen, es sei von unbekannter Seite in diese Rolle geframed worden. Und, ich wiederhole, auch etwa die Iranischen Revolutionsgarden könnten diese Seite sein. Vor dem militärpolitischen Hintergrund, über den ich oben nur andeutungsweise berichtete, kann es ein „iranisches“ Interesse geben, den geopolitischen Konflikt um den wichtigsten „Fuß“ Zentralasiens im indischen Ozean ein für allemal durchzufechten. Und die Adressen für dieses Gefecht sind unter der Bedingung des Infights zwischen den imperialen Metropolen – USA, EU, China und ASEAN-Staaten, neben Tel Aviv, als dem bekennenden militärischen Hauptakteur des hybriden Irankrieges – in Moskau, Dehli, Ankara, Bagdad und Islamabad zu suchen. Eine Regionalisierung dieses Krieges kann als „iranische Chance“ erscheinen, indem sie Grundbedingung der zionistischen Regionalmachtstrategie darstellt.

Eine Neue Phase …

des offiziell seit 9/11 andauernden Weltkrieges verrät die Attacke von Oman in der Verschränkung zweier Momente. Das erste ist die erwähnte staatsterroristische Geiselnahme des internationalen Frachtverkehrs.

Das zweite besteht darin, daß es genau einen aktiven militärpolitischen Profiteur des Anschlages gibt, die zionistische Militäraristokratie (in einem Folgeartikel habe ich das näher erklärt). Der Iran wäre im Fall einer Meta-False-Flag allenfalls Profiteur in der Defensive.
Eine Verlautbarung des CENTCOM macht dies sehr deutlich:

„We have no interest in engaging in a new conflict in the Middle East“ – “We will defend our interests, but a war with Iran is not in our strategic interest, nor in the best interest of the international community.” (zitiert nach RT)

So ist der Anschlag von Oman, ob False-Flag oder Meta-False-Flag, vom angemaßten obersten Kriegsherren der Region für unwirksam und verschwendet deklariert.
Beachtet, daß diese Stellungnahme nominell in die Kompetenz wenn nicht des US-Präsidenten, so mindestens in die seines Sicherheitsberaters fällt.

Verschränkt sind die beiden Momente darin, daß der selbsternannte „Judenstaat“, mit seinen engsten Freunden weltweit, eine logische Senke für die Strate politischer und militärischer Stände darstellt, denen Kapitalismus und Imperialismus nicht länger zur Herrschaftsgrundlage taugen. Unter der Herrschaft der zionistischen Militäraristokratie hat es Israel nie zu einer bürgerlichen Gesellschaft gebracht und es ist heute zu wesentlichen Teilen eine verselbständigte Gestalt des Militärisch Industriellen Komplexes und seiner ständischen Administratoren in allen imperialen Wirtschafts- und Regierungskreisen, die Russische Föderation auf idiosynkratische Weise eingeschlossen.

Allerdings ist es eine Gestalt mit ebenso lebhaften wie obsoleten territorialen und geopolitischen Eigeninteressen im Rahmen blockbildender ständischer Kämpfe um die  Erbschaften der bis zu einem Endkampf fortbestehenden nationalen Formierung des Weltmarktes. Die zionistische Militäraristokratie wird kraft ihrer nuklearen Bewaffnung ebenso von allen möglichen Seiten in der Verfolgung regionaler Interessen benutzt, wie sie sich müht, alle Seiten für sich zu instrumentalisieren.

Der Phasenübergang liegt darin, daß der Angriff von Oman Basis für gleichartige Angriffe weltweit werden kann und muß, weil er „durchgeht“. Ab sofort können und müssen die Regierungen der EU und Russlands sicherer als zuvor damit rechnen, daß – beispielsweise – eine Inbetriebnahme von „North Stream 2“ mit einer Sprengung dieser oder anderer Gasleitungen in der EU beantwortet werden wird.

https://www.washingtonpost.com/world/mines-used-in-tanker-attack-look-like-those-shown-by-iranian-military-explosives-expert-says/2019/06/19/3cc4cd4c-9294-11e9-956a-88c291ab5c38_story.html

Kriminalistische („verschwörungstheoretische“) Nachreichungen und Ergänzungen

Unter der widersprüchlichen Nachrichtenlage wollte ich mich gestern nicht zu Details äußern. Seither wurde der Nebel teils gelichtet, teils verdichtet, was einen Abgleich mit meinen Schlüssen erlaubt und erfordert.

1. Die abschließende Klärung der Eigentümerfrage …

an der Kokuka Courageous mindert einen Verdacht auf Täterwissen gegen Mike Pompeo. Die Schiffsführung habe während der Ereignisse in Telefonkontakt mit der Eigentümerin, der Gesellschaft Kokuka Sangyo gestanden, erklärte deren Sprecher. Pompeo wurde wohlmöglich von der Navy informiert, während in der Medienwelt noch eine deutsche Betreibergesellschaft zirkuliert wurde.

2. Warum wird über das zweite betroffene Schiff nichts berichtet?

Der Vorstand der Frontline Ltd, Eigner der Front Altair, des zweiten Schiffes, das neben der Kokuka Courageous angegriffen worden sein soll und in Brand geraten ist, wollte gestern, nachdem das Feuer gelöscht war, zu Verlauf und Brandursache nichts sagen.

Schaut man sich die zahlreichen Photos vom brennenden Schiff an, ist zu erahnen, was der Grund sein könnte.
Sie zeigen ein typisches „kaltes“ Kohlenwasserstoffeuer, das seine Luftzufuhr unter der eigenen Hitze mindert und daher eine dichte, fettschwarze Rußwolke entwickelt, auf dem Oberdeck nahe der Schanzung. Mindestens eine Luftaufnahme zeigt, wie brennende Flüssigkeit die Bordwand herunter fließt. Wie kam das Feuer dorthin? Was nährte es? Die Ladung, angeblich Rohbenzin, war es offenkundig nicht. Es war keine Beschußwirkung, es sei denn, entzündete Fässer mit Brandbeschleuniger wären mit Katapulten die Bordwand hinauf befördert worden. Unter solchen Photos gibt es keine Geschichten  von Haftminen, Torpedos, Granaten zu erzählen, nicht einmal von Bomben, es sei denn, sie seien an Deck gezündet worden.
Zugleich bedienen die Bilder ein Bedürfnis, von spektakulären Ereignissen zu berichten, ohne daß es welche gab. Der rasch gelöschte Brand im Maschinenraum der Kokuka – dazu unten mehr – gab keine her. Der Decksbrand auf der Front Altair oberhalb der Tanks mit entzündlicher Ladung kann keine größeren Schäden hinterlassen haben.

update: Ich lese gerade, Craig Murray hat die Info aufgetan, Frontline Ltd. sei 2010 mit Brüchen der Iran-Sanktionen aufgefallen. Vor diesem Hintergrund bekommen das Erscheinungsbild des Vorfalls, das Schweigen der Fa. und die Evakuierung der russisch / philippinische Crew in’s iranische Bandar Abbas den Geruch eines mehr oder weniger offenen amerikanisch – emiratischen Überfalls, den der Eigentümer still zu dulden hat, um größeren Schaden von sich abzuwenden. 

3. Keine Haftminen, sondern Beschuß, sagt Kokuka Sangyo

Das Schiff sei im Abstand von drei Stunden zweimal von Geschossen getroffen worden. Diese Auskunft ist absolut unvereinbar mit allen Angaben der US-Navy zum Geschehen. Wenn ihr das nicht glaubt, lest halt diesen elend langen Artikel, dessen Autor den Versuch einer Versöhnung unternimmt – und kläglich scheitert.

4. Was hat die US-Navy vor Ort (nicht) getan?

Dazu gebe ich einem Telepolis-Leser die Ehre:

Warum gibt es nur das eine einzige Foto von der Kokuka?
(…) im Video sieht man nichts. Weder dass etwas angebracht, noch dass etwas entfernt wird. Am 13.6. wurden massenweise Fotos und Hubschrauber-Videos von der brennenden Front Altair veröffentlicht aber von der Kokuka gab es kein einziges. Das dürfte den wenigsten aufgefallen sein, weil beide Schiffe ähnlich aussehen. Nur dass die Kokuka eben nie brannte. Warum wurde das erste Foto von der Kokuka erst einen Tag später am 14. 06. veröffentlicht und das ausgerechnet vom US-Militär?

Die USS Bainbridge war erst 4 Stunden später vor Ort, wie das CENTCOM selbst schrieb.[1] Es waren Hubschrauber und insgesamt 5 Schiffe vor Ort, die direkt an der Rettungsaktion beteiligt waren. Das geht aus dem Tracking-Video, das MarineTraffic veröffentlicht hat hervor.[2]

unmittelbar nach dem Anschlag:
– Hyundai Dubai
– Coastal Ace
– Naji 10
– E Two

einige Stunde später:
– USS Bainbridge

Hat wirklich keiner weitere Fotos gemacht und woher stammt das Foto, das die agebliche Hanftmine zeigt? Und was den dunklen Punkt betrifft,der eine Haftmine zeigen soll; den vervielfältige, entferne oder verschiebe ich mit dem Photoshop-Kopierstempel in 5 Sekunden. Dafür muss man nicht mal was können.

1. https://twitter.com/nemetskiirobot/status/1139567929622695937
2. https://twitter.com/MarineTraffic/status/1139501552182407169

Die USS Bainbridge funkt ihre Position natürlich nicht an neugierige Nasen. Es ist dennoch nicht unwahrscheinlich, daß die Navy erst spät mit Schiffen vor Ort war. Vom nächstgelegenen Patrouillenhafen in den VAE, Ra’s al-Chaima, lag die Kokuka um 280 km entfernt. Aber wenn vier Schiffe vorher dort waren, darunter die Hyundai Dubai, auf welche die Besatzung nach dem zweiten Beschuß, knapp drei Stunden nach dem ersten Notruf, evakuiert wurde, wann soll das berüchtigte Video des angeblich aus der Luft aufgenommenen angeblichen iranischen Patrouillenbootes, dessen Besatzung die angebliche Hanftmine entfernt habe, entstanden sein – und warum eine Luftaufnahme, wenn die USS-Bainbrigdge vor Ort war?

Die Geschichte ist zum stehend Einschlafen und – deshalb schere ich mich darum – soll es sein!

5. Die Haftminenscharade taugt und dient ausschließlich zur Demütigung des Publikums

Sie provozierte ohne Not den Einspruch des Eigners (nicht der Besatzung, der man vor Ort das Maul stopfen kann). Sie provoziert die das Narrativ schwer beeinträchtigende Frage, warum die iranische Marine sich einerseits erhebliche Mühe gemacht haben sollte, die explodierte Mine so hoch anzubringen, daß die Kokuka weder sinken noch explodieren konnte, und den Blindgänger ebenfalls hoch und sichtbar an einer Stelle anbringen sollte, an der er die Methanolladung hätte zünden müssen. Und warum die iranische Marine – wenn sie schon so handelte – die Minerei nicht geskippt, stattdessen … eine Granate in den Schiffsrumpf gejagt habe, dorthin, wo es WUMMS macht.

Hat sich die Navy – oder sonst jemand – anläßlich der vergangenen Sabotageakte im Golf um Plausibilität, geschweige Beweise für die Beschuldigung des Feindes geschert? Nein, hat sie nicht. Wer ist also das Publikum, das gedemütigt, demoralisiert, zu Zombies gemacht werden soll?

6. Donald Trump – neben seiner Rest-Gefolgschaft – wurde MAXIMAL vorgeführt

In einem Fox-News-Interview – nominell sein Leibsender – sagte Trump auf die Frage nach Beweisen für iranische Täterschaft:

“You saw the boat at night trying to take the mine off and they successfully took it off,” Trump said, adding that Iran didn’t want to leave any evidence behind. “I guess they don’t know that we have things that…can detect in the dark.”

Demnach wäre das Video der Navy von der „Minenentfernung“ erst in der Nacht auf den 14. Juni entstanden, als das o.a. „Minen“-Bild mindestens 12 Stunden lang um die Welt gegangen war.
Und natürlich handelt es sich erkennbar nicht um eine Nachtaufnahme mit den typischen Spuren von Restlichtverstärkern und Infrarotsensoren, sondern ein verdunkeltes und verpinxeltes Video.

Trump steht nach diesem Interview anscheinend maximal dumm vor seinem Publikum. Und das um so mehr, als, wie Frank Herrmann für den „Standard“ richtig diagnostiziert, neben dem britischen Außenminister kein zählender HERR die Scharade öffentlich kauft.

Hatte Trump aber eine Wahl? Nein. Hatte er nicht. Im „Fall Skripal“ hatte er öffentlich Zweifel am britischen Narrativ durchblicken lassen und mußte sich schon nach Stunden der breiten Front der EU-Staatsführungen beugen. „Dumm dastehen“ ist für ein Modell, wie Trump eines ist, einem demütigen Diener weit, weit, weit vorzuziehen, und wer das nicht begreift, der hat noch nie mit klarem Hirn in einer außerpolitischen Hierarchie gearbeitet. Sich-dumm-stellen gehört dort ab einer bestimmten Lufthöhe zu den bevorzugten und tatsächlich unverzichtbaren Techniken persönlicher Durchsetzung.

Im vorliegenden Fall stand Trump nicht mehr einem politischen Feind gegenüber, sondern nur noch militärischen bzw. geheimdienstlichen Feinden, einschließlich seines eigenen Stabschefs und des Büroleiters, genau darauf war die Scharade berechnet.

Trump ist eine Heldenfigur aus dem zeitgeschichtlichen Museum bürgerlicher Typologie, Mythologie und Poetologie

Ja, Leute, das soll mal gesagt sein, wenn es auch nur mittelbar zum Thema gehört.
Sicherheitsnadelhalber will ich versichert haben, die Überschrift ist keine Lobpreisung, eher das Gegenteil, aber vorzüglich meine ich sie so staubtrocken, wie Museumsluft zu sein pflegt.

Der POTUS muß administrativ noch über ein paar mehr „assets“ verfügen, als die persönliche Macht über die Roten Knöpfe, die ihm das Amt verleiht, aber politisch kann kaum mehr als das übrig sein, wenn wir die vorliegende Geschichte zum Maß nehmen.
Indem er dennoch „weitermacht“ und sich aufführt, wie er es tut, ist er ein Wahrer Held.

Er ist so dumm, wie solche Helden sind, aber gewiß nicht so abgründig dumm, wie seine Mannschaft ihn vorstellig macht. Die Indizien, die ihm vorgelegt worden seien, trügen allesamt „Iran“ auf der Stirn geschrieben –  “evidence … essentially got Iran written all over it” – sagte er im o.zit. Interview auch. Trump hat die Schläue solcher Helden.

Er ist so stur, dickfellig, brutal und sentimental, wie museale bürgerliche Helden, die Beispiele dafür sind Legion. Und es ist anzunehmen, sein Patriotismus ist echt, genauso echt, als die Sentimentalität. Trump weiß, daß und wie seine Feinde es wissen, der Preis für seine Verjagung aus dem Amt wäre möglicherweise der Untergang, die Zerlegung der Amerikanischen Föderation unter einem Blutvergießen, daß selbst die unerhörten Massaker des amerikanischen Bürgerkrieges in den Schatten stellen könnte.

Und in alledem ist Trump ganz unabhängig von seiner Person ein Held vom Zuschnitt eines älteren, eines vorbürgerlichen Geschlechtes, dem des Alonso Quijano, alias Don Quijote. Dazu bestimmt ihn die epochale Phase des zerlegenden Imperiums und Weltmarktes.

Zuerst will ich euch verbotswidrig die Stellungnahme des bekennenden Mossad-Outlets „DebkaFile“ vom 14. Juni in korrigierter Deeple-Übersetzung liefern. Ich würde euch gern selbst so veralbern, wie der Mossad es tut, doch leider gehen mir gewisse mentale Voraussetzungen dazu ab. Ich bringe die Schadenfreude auf, die es braucht,  vergnüglich zu finden, was Debka ersinnt, um euch, dem Publikum, genau das zu versorgen, was ihr gemäß überirdisch moralischer Gesinnung verdientet. Doch selbst bringe ich solche Geisteshaltung allenfalls ansatzweise auf – vorausgesetzt, ich habe mindestens eine Flasche Wein intus.

Die Erfolge des Iran, der im vergangenen Monat ein halbes Dutzend Angriffe auf US-Verbündete ausführte die am 13. Juni in der Sabotage zweier Öltanker im Golf von Oman gipfelten, beruhen auf vier Errungenschaften.

Das Element der Überraschung: Bevor die vier Tanker am 12. und 14. Mai außerhalb des VAE-Hafens von Fudschaira sabotiert wurden, vermutete kein Geheimdienst, ob Amerikaner, Golfaraber oder Israeli, diesen Angriff. Geheimdienstdaten sprachen davon, dass der Iran schiitische Milizen aktiviert, um US-Militärbasen in der Nähe der syrisch-irakischen Grenze anzugreifen, während vier der sechs Treffer bisher auf Golfölanlagen abzielten und keiner auf US-Militärziele abzielte. Es gelang Teheran, seine wahren Pläne vor den Augen feindlicher Spionagebehörden zu verbergen.

Hochprofessionelle operative Standards: Die ausführenden iranischen Marine- und Spezialeinheiten, die diesen Angriffen zugeordnet waren, gingen sehr kompetent vor. Das Anbringen von Haftminen an den Rümpfen von vier Tankschiffen (im Mai) und die Detonation dieser Minen in präziser Reihenfolge, unentdeckt von den USA oder anderen in der Region stationierten Streitkräften, erforderte höchste militärische Fähigkeiten. Dasselbe gilt für die präzise gesteuerten Raketen, die auf die US-Botschaft in Bagdad gefeuert wurden, ohne sie zu treffen. Sie erfüllten ihren Zweck, die Amerikaner unter Schadensvermeidung zu verwarnen. Auch die Raketen, die auf israelische Armeepositionen am Mount Hermon gefeuert wurden, waren auf Harmlosigkeit programmiert.

Das Vermögen zu präzise kalibrierter Eskalation: Die ersten Angriffe verursachten keine Verluste und keine irreversiblen Schäden an den vier Tankern gegenüber dem Hafen von Fudschaira. Die nächsten Angriffe gegen saudische Ölpipeline-Pumpwerke verzögerten den Durchfluss durch die Ost-West-Pipeline, aber der Schaden konnte schnell behoben werden. Der Angriff vom 13. Juni auf die beiden Supertanker, die im Golf von Oman Feuer gefangen nahmen, war jedoch eine gefährliche Eskalation. Während iranische Soldaten auf Video festgehalten wurden, um eine nicht explodierte Haftmine aus der japanischen Kokuka Courageous zu entfernen, um die Beweise zu entfernen, leugneten Zeugen an Bord des Tankers, dass die Explosion durch Minen verursacht wurde, und behaupteten, dass sie durch „fliegende Objekte“ verursacht wurde.

Dieser Vorfall wird derzeit untersucht. Militärexperten behaupten, dass der Sprengstoff, unabhängig davon, ob er durch magnetische Minen oder einen Torpedo verursacht wurde, von Saboteuren auf Schnellbooten oder Mini-U-Booten gepflanzt worden sein muss, die sich unbemerkt von den Kriegsschiffen der USA, Großbritanniens oder Frankreichs, die auf dieser wichtigen internationalen Ölroute patrouillierten, zu den Tankern geschlichen haben. –

Präzise Waffen: Alle Waffen, die die Iraner bisher benutzt haben, haben einwandfrei funktioniert. Die militärischen Quellen von DEBKA Weekly stellen fest, niemand hat ausreichend gewürdigt, dass der Iran im Besitz eines Waffensystems mit einer Zielstreuung von nur 1,5 Metern ist. [Anm. d. Übersetzers: Den „uralten“ US-„Tomahawks“ wird ein Streukreis von 80cm max. nachgesagt] Es wurde erstmals am Mittwoch, den 12. Juni, entdeckt, als jemenitische Houthi-Rebellen den Kontrollturm des saudischen Flughafens Abba mit der neuen iranischen Soumar-Cruise Missile direkt trafen und zerstörten. (…) Die Sorge in den USA und Israel ist nun, Teheran könnte beschließen, seinen libanesischen Stellvertreter Hizballah mit dem Soumar-System auszurüsten, der eine halbe Tonne Sprengstoff befördert und eine Reichweite von bis zu 2.500 Kilometern hat.

Doch auch diesmal taugt mir DEBKA vorzüglich zur Demonstration von Umgebungsvariablen des Geschehens.

Wozu sich Trump aufmantelt und wozu nicht

‘Treason!’ Trump slams NYT claim of US cyberattacks on Russia’s power grid as harmful fake news

Wie eng die Veröffentlichungen der NYT und der WaPo mit dem Zwischenfall von Oman verknüpft sind, ergibt sich aus meinen beiden voran gegangenen Einträgen ebenso, wie aus der Reaktion von Mainstream-Journalisten, die mutmaßten, es handele sich um eine Kampagne, die das Ziel verfolge, die RF von Hilfestellungen für die Islamische Republik im Falle einer bewaffneten Auseinandersetzung mit USA / NATO abzuschrecken. Die Spekulation ist entweder sträflich naiv, oder heimtückisch: Russland hat erst vor zwei Wochen das iranische Ansinnen abgebügelt, moderne S-400 Abwehranlagen zu erwerben, die Russland der NATO (Türkei) liefert.

Nun sieht man, wie Trump sich gegenüber dem „Establishment“ aufmantelt, von dem er sich wenige Stunden zuvor zum Dummen August hat stilisieren lassen. Der Vorstoß der „Establishment“-Presse testet Trump’s Widerstandskraft selbst in dem wenig wahrscheinlichen Fall, daß er darauf nicht berechnet gewesen ist, und dieser Test verrät und bildet einen wirk-lichen, wirk-samen Zusammenhang mit dem Zwischenfall von Oman. Ich betone das, um jüngere Leser mit meiner in wachsemdem Maß aus der Art fallenden Denk- und Argumentationsweise vertraut zu machen.

„Die rechte und die linke Hand des Teufels“ – Trump und das Establishment

Trump’s Einspruch folgt einfach und gradlinig der Weisheit, die er mehrfach verkündet hat und für die ihn „das Establishment“ fast buchstäblich hängen sehen möchte: Angesichts der russischen Bewaffnung, aber auch allgemein und sowieso, sei ein gutes Verhältnis zu Russland für „America“ eine gute, und keine schlechte Sache. Noch der dümmste Beobachter kann nachvollziehen, daß diese Weisheit nicht gegen die zelebrierte Russlandfeindschaft der US-Eliten steht, sondern deren Grundlage bildet. Vor dem Ideal politischer, militärischer und ökonomischer Hegemonie wird jeder Gegenstand dieser Hegemonie und des fortgesetzten Hegemoniestrebens zum hinderlichen, entgegenstehenden Faktor, zur Feindkraft. Anders gesagt: Des Teufels. (Die Identität von Gott und Teufel, die aus dieser Überlegung zwanglos folgt, motiviert meine Zwischenüberschrift)

DEBKA erinnert euch oben – ob ihr wollt oder nicht – daß die Iranfeindschaft der regierenden Zionisten zu erheblichen Teilen imaginär ist, wie ich in meinem alten Blog dutzendfach vorgestellt habe. Den Realteil dieser Imagination sprach DEBKA teilweise aus: Libanon esse delendam – gründlicher entstaatlicht, als dies mit Syrien schon geschehen ist. Der nicht ausgesprochene Teil ist schon fast darin enthalten: Israel will und muß auf der Basis seiner nuklearen Bewaffnung unstreitige, gleichsam unangreifbare Regionalmacht im Mittleren Osten bleiben, und das heißt de facto, vor dem Hintergrund der Verwerfungen im Imperium,  Hegemonialmacht des Mittleren Ostens, daher idealerweise der ganzen „Alten Welt“, werden, weil das winzige Siedlerfort andernfalls in einer für die zionistische Militäraristokratie vernichtenden Bedeutungslosigkeit versänke.

Vom Standpunkt der USA, aber auch Russlands, birgt daher jede weitere Eskalation im MENA-Krieg, und generell zwischen den anerkannten Nuklearmächten, ein Risiko, die zionistische Militäraristokratie mitsamt ihrer Nuklearmacht zu entfesseln, den USA – der Föderation! – ihre ohnehin geschwächte Macht im MENA zu nehmen.
Im Iran versteht man diesen Zusammenhang übrigens genau und spricht ihn zunehmend offen aus.

Mit dieser brachialen Kurzanalyse stelle ich fest:
Trump und die (im verborgenen) führenden Köpfe des „Establishment“ haben neben der Kopplung ihrer Hände eines gemeinsam: Einen Sinn – nenne man es Instinkt oder Klugheit – für Wesentliches und Unwesentliches. Der Zwischenfall vor Oman und die ihn motivierenden Scharmützel zwischen verschiedenen Protagonisten, sind in diesem Sinne unwesentlich. Gleichwohl will ich den Blick auf ein paar Fakten lenken, die das illustrieren und teilweise näher erklären.

Eine militärische Konfrontation in der Straße von Hormuz schädigt nur die Zombies, die sie auszuführen und die Zivilisten, die sie auszubaden haben

Etwa im Jahr 2010 – erneut berichte ich aus dem Gedächtnis – erschien in der „Military Times“ ein langer Essay, der für den Erwerb neuer Strategien, taktischer Mittel und Ressourcen insbesondere bei der Navy warb. Der Autor enthüllte zu diesem Zweck – oder unter diesem Vorwand! – Details und Ergebnis von Manöverspielen des Pentagon aus den Jahren 2001-’03, in denen mit hohem Aufwand und unter Beteiligung führender militärischer Köpfe ein begrenzter, das heißt ohne taktische Nuklearwaffen, geführter Krieg um die Herrschaft über die Straße von Hormuz erprobt worden war. Das Ergebnis: „Rot“ – d.h. der Iran – gewann immer, wenn auch unter empörenden Verlusten beider Seiten, d.h. geringer, aber unerträglich für die amerikanische Seite. Die Manöver endeten jeweils mit dem Verlust oder der Flucht eines der beteiligten Trägerschiffe.
Das Kräfteverhältnis sieht heute – das behaupte ich jetzt ohne Nachweise – nicht besser, eher schlechter für die amerikanische Seite aus.

Mit anderen Worten: Solange es in der Straße von Hormuz nicht „ums Ganze“ gehen soll, sondern um geringere militärische und militärpolitische Ziele, hält dort ein „Gleichgewicht des Schreckens“, andernfalls müßten die USA zu Nuklearwaffen greifen, und das ist eine „andere Nummer“.

Mit einem Sinn für’s Wesentliche kann sich Trump folglich mit verschränkten Armen vor die Boltons, Pompeos, Grahams und wie sie alle heißen, aufpflanzen und sagen: Macht doch. Im Extremfall wäre das Ergebnis ein Scharmützel, das beide Seiten „mores“ lehrte und einem „Trump“ beste Gelegenheiten verschaffte, unter den Halbleichen aufzuräumen.

Das wissen natürlich auch die Strategen hinter den Boltons und Pompeos – falls nicht diese selbst. Es geht folglich um andere Dinge und andere Schauplätze in diesem Krieg.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..