Ergänzung zur russischen Nuklearoption

(Vgl. den voran gegangenen Eintrag)

Meine Reaktion auf Uwe F’s Einwand war korrekt, doch nichtsdestotrotz autoritär und in diesem Sinne „patriarchal“. Ich folge zunehmend unduldsamen Impulsen gegen uninformierte, auf Mythologien gegründete Urteilsweisen, gemäß derselben „deformation professionelle“, die sich Lehrer geschehen lassen, die sich täglich genötigt finden, darauf zu bestehen, das Material disziplinarischer Zurichtung, zu dem die Lehren und Kenntnisse herab gesetzt sind, die sie vermitteln sollen, hätte für die disciple an sich selbst relevant zu sein, statt „nur“ Mittel der Absortierung der Schülerschaft in die bürgerlichen Karrieren.

Dann fliegen umgehend entsprechende Sprengköpfe Richtung Osten und ruinieren größere Teile Russlands

Das ist ein Mythos, was man in diesem Fall exakt an seiner praktischen Funktion erkennen kann. Er ist Bestandteil der „MAD“-Doktrin, der „mutual assured destruction“ im Falle eines Nuklearwaffeneinsatzes der nuklearen Großmächte USA, Russland, China gegeneinander, gegründet auf nichts anderes und weiter, als die schiere Anzahl der ihnen verfügbaren Raketen und Sprengköpfe und der halbautomatisierten Logistik, die den Staatsführungen bereit gestellt ist, sie gleichsam „auszuklinken“.

„MAD“ hat NICHTS mit Artikel 5 des NATO-Vertrages zu tun

Die gegenteilige Unterstellung ist ein gelogener Bestandteil des Mythos.
Das ist übrigens seit der Ermordung JFK’s dauerhaft der Fall gewesen. Unter Johnson fuhr der Militärisch Industrielle Komplex der USA unbeirrt fort, an Voraussetzungen zu arbeiten und sie bereit zu stellen, einen Nuklearkrieg gegen Russland führbar zu machen, was JFK zu unterbinden getrachtet hatte. Das Resultat dieser Anstrengungen war in drei Abteilungen zu gliedern:

  1. Technische Voraussetzungen für eine „Erstschlagoption“ zu schaffen, die von einem russischen „Zweitschlag“ gerade so viel übrig lassen sollte, wie den seinerzeitigen Strategen „tolerierbar“ erschienen ist.
  2. Bereitstellung einer Flut taktischer Nuklearwaffen, bis hinunter zur nuklearen Feldartillerie, zur Begrenzung eines Nuklearkrieges auf mitteleuropäisches, namentlich deutsches Territorium.
  3. Ab 1979 Bereitstellung einer „separaten Erstschlagskapazität“ auf deutschem Boden, „Pershing2“. Sie wurde der Sowjetunion gleichsam zum Köder für einen nuklearen Präventivschlag hingestellt, der das „MAD“-Szenario für die USA optional machen, und folglich US-Territorium von ihm hätte ausnehmen können.

Ich habe einen nicht unbeträchtlichen Teil meiner Lebenszeit zwischen 1970 und ’85 damit verbracht, den lieben Mitmenschen den Mythos und die Lüge der „Abschreckungspolitik“ zu dekonstruieren, das mag Uwe als Entschuldigung für meine Unduldsamkeit nehmen, es ist der schiere Horror, jetzt, nachdem für mich das Sterben begonnen hat, mit dieser SCHEISSE von vorne beginnen zu sollen …

Okay, jetzt aktualisiere ich das ein bißchen.

Killary nach Überreichung des „Reset-Buttons“ an Lavrov, Genf 2009

Zu dieser hinterfotzigen Albernheit hat das amerikanische Außenministerium den Auftrag Obamas herab gesetzt, einen „diplomatischen Reset“ mit Moskau einzuleiten, nachdem Condolezza Rice 2008, in der Ära Bush jr., übrigens unter aktiver Beteiligung eines gewissen Joe Biden, einen gewissen Mikheil Saakashvili, Präsident Georgiens, zum militärischen Angriff auf die russische Garnison im separatistischen Ossetien aufgehetzt hatte.
Schon ein Jahr später, nämlich präzise in der Vorbereitungsphase zum sogenannten „arabischen Frühling“, namentlich der logistischen Vorbereitungen für den NATO-Überfall auf Libyen, hat Killary den „Reset“ zunichte gemacht:

Gegenüber dem Atlantic Council (!), Februar 2010

Die „Ernte“ für Killary:

„We came, we saw, he died“

Ja, so lange geht das schon so zu, daß Department of State zusammen mit den amerikanischen und britischen NATO-Generälen direkt gegen das Weiße Haus und seine Bemühungen um eine viable NATIONALE Strategie der US-FÖDERATION zur Behauptung amerikanischer Bestimmungsmacht auf dem postsowjetischen Globus arbeitet und konspiriert. Warum – tja, dazu zitiere ich mich selbst:

Die NATO-Feindschaft gegen Russland ist nicht „amerikanisch“, nichtmal „dollarimperial“, wenn es denn sowas geben sollte, sie ist eigenständig. Für diese Diagnose muß man nicht einmal die vom Ggstp. notorisch ignorierten Fakten zur Emanzipation der militärischen NATO-Führung von den Souveränen bemühen, aus denen sie nominell „bestehen“ soll (gewonnen in den Kriegen seit 9/11 und im Staatsstreich in der Türkei). Es reicht der Punkt, auf dem Peter (Decker) mehrfach in der Vergangenheit bestanden hat: die RF kann nicht „NATO-Partner“ werden, ohne daß „NATO“ darüber erledigt würde. Die NATO lebt von einer mindestens suspendierten Feindschaft zwischen der Russischen Föderation und den Mittelmächten des kontinentalen Westens, an erster Stelle Deutschland. Für dies Dasein sind auch die angelsächsischen Nuklearmächte US und UK „nur“ Mittel. Nicht Zweck – obwohl das selbstredend von Fall zu Fall auch ineinander über geht.

Das ist immerhin eine halbe Miete, und die muß jetzt reichen.
Die NATO-Generalität spielt und arbeitet mit dem Mythos, sie könne die USA in einen Nuklearkrieg mit Russland ziehen, WEIL – nicht etwa „trotz“!! – alle relevanten Entscheider wissen, dies ist ein Mythos, gegründet auf eine Unverzichtbarkeit der NATO für die Selbstbehauptungsstrategie der US-Föderation in der multipolaren Welt seit 1990. Doch selbstredend hat diese Unverzichtbarkeit in den Nuklearkriegsoptionen Russlands eine unübersteigbare Schranke.
Damit sind wir bei:

Kinshal!

Ungefähr über zwei Jahre vor dem russischen Einmarsch in der Ukraine hat Pepe Escobar – Ehre, wem Ehre gebührt – die wachsend „aggressiven“ diplomatischen Initiativen und (Halb-)ultimaten Russlands mit dem Kalauer komentiert: „If not – the answer will be given by Kinshal“.
Das ist halt so seine Art, auf dem Wissen zu bestehen, daß Moskau die Hyperschallwaffen präzise zu dem Zweck entwickelt hat, jedem, den es angeht – nicht zuletzt den eigenen Leuten! – den Mythos der Verknüpfung von „MAD“ und „Art.5“ abzuwracken.
Und ich selbst habe erst vor gefühlten Tagen – und bin zu entnervt, das heraus zu suchen – darauf hingewiesen, was es bedeuten SOLL, wenn das russische DoD „leakt“, man habe drei (!) Kinshals in Kaliningrad stationiert.
Die haben präzise Ramstein und die Basis Wiesbaden im Fadenkreuz, alternativ London und Devonport, und das weiß jeder, den es angeht, so sicher wie man sowas halt wissen kann, ihr Hirnis! Nametlich SACEUR Cavoli. Ich wiederhole, wollt ihr eure Feinde für dressierte Ratten halten? Die haben doch mindestens den professionellen Verstand von Bauarbeitern, ihr Scheiß Amateurpfaffen!

Ja, ich rege mich auf, was treibe ich bloß hier 2022 um 8:00?

Okay, Ruhe. Die Kinshals sind dazu da, jeder technischen Reaktionszeit der Nuklearmacht USA zuvor gekommen zu SEIN, wenn sie eingeschlagen sind. Sie erzwingen eine politische Reaktion, nur für den Fall, daß ein Personal dort der Versuchung erliegen könnte, sich wie ein dressierter Ratz aufzuführen.
Und that’s it. Die US-Militaristen werden nicht die Geburt ihres Lieblingsbabys, den künftigen Waffengang mit China, verpassen und an die Existenz oder Nichtexistenz zweier NATO-Basen auf deutschem Boden ‚dran geben wollen – schon gar nicht, weil russische Einschläge dort die Geburt nur beschleunigen kann, kapito? Nicht alle Schergen sind „ächte“ Psychopathen, gleich Killary.

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3 Antworten zu Ergänzung zur russischen Nuklearoption

  1. Uwe F. schreibt:

    … gegründet auf nichts anderes und weiter, als die schiere Anzahl der ihnen verfügbaren Raketen und Sprengköpfe …

    Ich wollte dich da nicht in Rage bringen und habe nur ein bißchen in meinem Gedächtnis herumgekramt, wie das denn ist mit der MAD-Doktrin. Bei Wikipedia heisst es zu MAD: „Maßstab war nicht die Zahl, sondern die Fähigkeit, einen Erstschlag zu überstehen und danach noch genug Atomwaffen zu haben, um in einem Gegenschlag eine theoretisch kalkulierte Verwüstung in der Sowjetunion anrichten zu können, nämlich die guaranteed destruction. Als guaranteed destruction definierte McNamara 1965 die Kapazität an nuklearen Waffen, die notwendig wäre, ein Viertel bis ein Drittel der sowjetischen Bevölkerung und zwei Drittel der sowjetischen Industrie zu vernichten.“
    Wurde das jemals aufgegeben? Die Nato ist ein 1949 von den USA gegründetes Militärbündnis, die bis heute Nato-Führungsmacht geblieben sind und folgt einer „Zwei-Pfeiler-Doktrin“. (Entnehme ich NATO: Die Gründungs-Lüge (https://www.nachdenkseiten.de/?p=83181).

    Die Nato-Geschichte ist voll von Wandlungen, Neuausrichtung, Weiterentwicklung, Beitritte usw Immer steht aber diese Beistandsklausel im Nato-Vertrag. Das ist ein Instrument des Westens (eigentlich der Nato-Mitgliedsstaaten und auch einige lose angedockten Mitglieder) bis heute. Wie das dann im jeweiligen Einzelfall aussieht, ist eine andere Frage, siehe Irak-Einmarsch der Amis und Krieg gegen Schurkenstaaten auf hauseigene Rechnung des WH. Seit dem Kosovo-Krieg (1999) kommt es zu Nato-Aktivitäten außerhalb eines Bündnisfalles – auf dem Regiestuhl die USA. Ich bin nicht der große Nato-Experte – daraus lässt sich mE aber keine unterscheidbare Nato-Strategie jenseits der amerikanischen Führungsmacht ableiten. Es gibt auch Kommentatoren, die meinen, die Entscheidung, die NATO bis zu den Grenzen Russlands zu erweitern, sei „der verhängnisvollste Fehler der amerikanischen Politik in der Ära nach dem Kalten Krieg“. Auch da, klare Ansage: die Direktiven kommen aus Washington.
    Die Nato war in den Gründungsjahren tatsächlich mal von den Amis als Instrument gegen ein Wiedererstarken Europas gedacht, richtete sich aber schnell gegen ein Wiedererstarken der kriegsgebeutelten Sowjetunion. Ich weiss nicht, wann das Feindbild SU so richtig aufgezogen wurde (Doppelbeschluß?). Jetzt ist es da und maßgeblich am Ukraine-Krieg beteiligt.
    Was es bedeutet, wenn die Großmächte auflaufen, um ihre Interessen zur Geltung zu bringen ist unzweideutig zu besichtigen. Auch was das für jeden Insassen der involvierten Staaten für Konsequenzen hat steht keineswegs im Nebel (mal abgesehen von der medialen Propaganda, die man sich aber nicht zu eigen muss). Wie der Showdown aussehen wird ist noch in der Mache. Wie es aussieht muss man mit allem rechnen.

    Sieh mir nach, wenn das ein oder andere etwas ins Unreine gesagt ist.

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    • tgarner9 schreibt:

      Hallo Uwe,
      ich hatte mir vorgenommen, eine Menge zu der verzerrenden Darstellung von Werner Rügemer zu schreiben, nun bin ich dazu nicht gekommen und heute auch gesundheitlich nicht gut ‚drauf, deshalb nur zwei Punkte.

      Erstens. Ich nehme an, Du warst nicht imstande, meine Hinweise auf Killary zu dechrifieren ;-), deshalb ein paar Erklärungen.
      Die Kriege der Neocon-Putschregierung, neben Irakkrieg und Afpak-Krieg auch der israelische Libanonkrieg und das von Russland drastisch bestrafte Georgien-Abenteuer, zusätzlich diverse Terror-Kleinkriege in Asien und Afrika, sind von großen und bedeutenden Teilen des US-Establishment als gewaltige Katastrophe und auch innenpolitischer Irrweg eingestuft worden, und maßgebliche Kräfte der Wall-Street haben deshalb einen Gegenputsch veranstaltet, um mit Barack Obama einen kompletten innen- und außenpolitischen Reset in die Wege zu leiten. Dieser Putsch, an dessen ausführender Spitze Bernanke, Poulsen, Robert Gates, Timothy Geithner und Obama selbst (noch vor seinem Wahlerfolg) gestanden haben (sie unterbanden das Bailout der „Lehman Brothers“), wird in den Geschichtsbüchern als „Finanzkrise“ verhandelt.
      Das muß man für das Folgende vielleicht nicht zwingend wissen (oder akzeptieren), aber es gibt den Reden, Programmen und Taten der Obama-Administration in den ersten Monaten das Gewicht, das die militante Gegenreaktion der Angegriffenen erst plausibel macht, darunter Hilary Clinton, die in der Position der Gouverneurin von New York ein tragender Pfeiler der 9/11-Verschwörung after the fact gewesen ist (sie entzog die Trümmer der Stahlskelette der WTC-Center der forensischen Untersuchung, ließ sie binnen Tagen zur Einschmelzung nach China verschiffen) und von den genannten Interessenten aus dem Rennen um die demokratische Kandidatur geworfen worden ist.
      Obama hatte in Berlin ein Reset des amerikanischen Verhältnisses zu Russland angekündigt, ein unverzeihlicher Affront gegen die NATO, in der die angebliche „russische Aggression gegen Georgien“ als ein Besitzstand gesehen wurde, den man sich unmöglich nehmen lassen konnte, wenn schon nicht von der EU (welche die Ursache des Georgienkrieges in einem Auftragspapier hat richtig stellen lassen), dann erst recht nicht vom Weißen Haus.
      Dasselbe galt für die Komplettrevision der MENA-Politik, die Obama in der „Kairoer Rede“ verkündet und auch schon umzusetzen begonnen hatte, nämlich mit dem Rückzug aus dem Irak, und einem Entwurf zum Abbau der Konfrontation des Iran, beides schon seit Oktober 2008, noch vor dem offiziellen Wahlgewinn, parteiübergreifenden Kongress-Ausschüssen in die Planung gegeben, und in der „Kairoer Rede“ ergänzt um das Angebot eines „Neuanfanges“ in den amerikanischen Beziehungen zur „islamischen Welt“, etwas, das ihm, wenn es das noch bedurft hat, die Todfeindschaft der regierenden Zionisten und ihrer amerikanischen Parteigänger eingetragen hat.
      An dieser Stelle wäre immens viel dazu zu sagen, warum das so beschlossen war und geschah, abseits von der bloß negativen Frontstellung gegen Neocons, Libdems und den zionistischen Mainstream. Kann ich hier nicht tun, nur deklarieren, es handelte sich um einen Gegenentwurf zu deren Imperiumspolitik und zwar, aus heutiger Sicht, ein „moderner“ Gegenentwurf, „pacific pivot“ getauft. In Bezug auf Europa wollte Obama das transatlantische Bündnis wiedererwecken, das die Kriegspolitik der Bush-Administration in Reaktion auf die Erfolge der EU in der ökonomischen Konkurrenz zur halbmilitärischen Unterwerfung zurück entwickelt hatte, ein Bündnis namentlich in gemeinsamer Frontstellung gegen das wachsende Gewicht Chinas und Ostasiens auf dem Weltmarkt und den politischen Bühnen.

      Der Ausschnitt aus der Rede Killarys vor dem Atlantic Council dokumentiert eine nahezu offene Gegenreaktion. Sie stellt sich da auf den Standpunkt eines Konsenses – wie fest der zu diesem Zeitpunkt tatsächlich gewesen ist, sei dahin gestellt – Obama habe sich am Heiligtum der NATO vergangen, nämlich Art.5 des NATO-Vertrages, was im Namen der amerikanischen Nation richtig zu stellen sie, Hilary Clinton, berufen und angetreten sei.

      Vor dem Hintergrund der anläßlich der vernichtenden Bombardierung Serbiens revidierten NATO-Agenda:

      https://www.bundesregierung.de/breg-de/service/bulletin/gipfelkonferenz-der-staats-und-regierungschefs-zum-50-der-nato-am-23-und-24-april-1999-in-washington-strategisches-konzept-i–807898

      … ist das eine nicht besonders stark verklausulierte Kriegserklärung, nämlich Ankündigung einer „Strategie der Spannung“ in Europa und im europäischen Vorland auf höchstem militärischen Niveau, um die Initiativen Obamas zu kontern und möglichst zu vereiteln.
      Und so geschah es dann halt; gestützt auf die britische Militäraristokratie, die dem Department of State direkt unterstellten Abteilungen der CIA, prominente NATO-Generäle, namentlich General Mattis und Admiral Stavridis, und in erster Linie natürlich aus der Eigenautorität des State Department, dem die politische Führung der NATO administrativ obliegt (das weiß hierzuland kaum jemand, und wenn man es ihm sagt, will er es kaum wahr haben, aber es entspricht dem europäischen Pendant: Auch hier sind die Außenministerium zuständig für die NATO Politik) hat Killary federführend ab Übernahme des Ressorts den Libyenkrieg, Syrienkrieg und Ukrainekrieg vorbereiten lassen. Der Ukrainekrieg hat gedauert, weil DoD und DoS sich in der Zeit der Ministerpräsidentschaft Janukowitschs 2006/7 davon überzeugt hatten, daß er nicht ihr Feind war und potentiell ein wertvoller Verbündeter werden könne (das entnahm ich Wikileaks – Cables) und die russische Reaktion auf den Überfall Saakashwilis die Militaristen erstmal abkühlte.

      Um also zum Punkt zu kommen: Wie vor diesem Teil in meinem Eintrag gesagt, hat die US-Föderationsregierung taktisch und strategisch von Beginn an alles getan, das amerikanische Territorium vor der Bündnisverpflichtung gemäß Art.5 des NATO-Vertrages, bzw. dessen möglicher Folgen, zu bewahren. Die Spaltung der US-Föderation hinsichtlich der NATO-Politik und an ihr ist seit 2009 nicht gemindert, im Gegenteil, Trump hat sie doch offen gelegt. Obama hat darauf verzichtet, um sie nicht zu eskalieren, und, allgemein, weil es ja wahr ist, daß es eine wechselseitige Abhängigkeit der amerikanischen Imperiumspolitik und der NATO-Agenda gibt, über die sich keine Seite final hinweg zu setzen vermag, anders, als Trump sich das einbilden wollte.
      Aber sich von der NATO, von den Briten und UvdL in einen nuklearen Schlagabtausch mit Russland ziehen lassen? Never!
      Das bildet sich nicht einmal der bekannte Scharfmacher Ben Hodges ein, der, als er gefragt wurde, welche amerikanische Reaktion er auf einen Nukleareinsatz Russlands erwarte etwas von einer Blockade des Schwarzen Meeres und vielleicht einem Angriff auf die russische Flotte gemurmelt hat.
      Ja, danke, hat Cavoli vielleicht gedacht. Soll er mal die Türken dazu überzeugen …

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      • tgarner9 schreibt:

        Nachem ich Dein anderes Posting eben gelesen habe:

        Gibt man deshalb den Mythos seiner eigenen Bewaffnung gleich auf und bereinigt sein Handeln um eine nicht ganz unwichtige ideologische Komponente?

        Bürgerliche, republikanische Herrschaft hat die Eigentümlichkeit gegenüber älteren Despotien, daß sie alles , was sie anfaßt und entscheidet, in Institute zu verwandeln trachtet, die für Nachfolger bindend werden sollen. Umso wichtiger werden die Mythologien dazu, mit deren Hilfe die Institute bei drängendem Bedarf umgewidmet oder notfalls auch abgewickelt werden können. Deshalb zerfallen diese Mythologien regelmäßig in „realpolitische“ und „prinzipienpolitische“ Bestandteile, die gegeneinander aufzurechnen, und bei Bedarf aneinander zunichte gemacht werden können.

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