Fortsetzung

Ich hab heut nacht einen neuen Tinnitusschub erlitten, deshalb ist es möglich, daß ich auf unbestimmte Zeit in Schweigen verfalle und drum breche ich rasch über’s Knie, worauf ich hinaus kommen wollte:

„Gegenständlichkeit“ ist individuell identisch mit der Indikativform einer Aussage, aber dies in der Einheit solcher Aussage mit zugehörigen Modalformen, deren Leistung darin besteht, daß dies Individuum im Verhältnis Gegenstand – Beobachter, Betrachter und Betrachtetem, das Verhältnis von Subjekt und Objekt jederzeit aufbricht, Subjektform und Objektform mental die Stelle wechseln läßt, wenn ein Anlaß oder Bedarf dazu besteht. Schematisch ist das nichts anderes, als die Umstellung von Bestimmungsgleichungen in der Mathematik. Auf die Umformungen, die dabei vollzogen werden, kommt es an. Linguistisch ist es der Stellenwechsel von „Zeichen“ und „Bezeichnetem“, die Differenz ist voraussetzungsgemäß eine der Form, keine „Essenz“, „Substanz“ oder dergleichen theologischem Unfug.
Anlaß und Inhalt solchen Bedarfes können einem individuellen Dasein entspringen, was nur heißt, daß sie gewöhnlich dem gesellschaftlichen Dasein der Individuen entspringen. Der Stellenwechsel ist die Tätigkeit, die Arbeit dessen, was, angelehnt an Hegels Schemata des subjektiven Geistes, „Anschauung“ zu heißen hätte. Anschauung basiert auf „Aufmerksamkeit“ und „Erinnerung“ (2.Stufe, die erste ist die Wahrnehmungsarbeit, die ich jetzt beiseite lasse) und gibt Vorstellungen, Vorstellungsgehalte aus. Vorstellungen sind Aggregate von Gegenständen der Aufmerksamkeit und Erinnerung, denen gegenüber das reflektierende (d. h.: tätige!) Subjekt SICH in die Objektform setzt, um diese Operation hernach, dem Verhältnis und Zusammenhang vorgestellter Bestimmungen folgend („ihnen nachgehend“) umzukehren.

PS.: Das Resultat der Entfaltung der geistigen Mittel eines Kindes in die angeführten Tätigkeiten ist etwas, das „animistisches Weltbild“ genannt wurde. Dessen Ablösung durch etwas anderes ist identisch mit der Entwicklung eines Selbstbewußtseins des Kindes von seinem gesellschaftlichen Dasein.

PS.2: Den Ursprung der Bewegungen, von denen oben die Rede ist, hat das Kind mit der gesamten Biophäre gemein, es ist die zirkulierende Bewegung der Begierde zwischen Hingabe an und Aneigung außerleiblicher Bestandteile eines Organismus. Sie heißt mit Fug „Kreativität“, indem sie zuschüssige außerleibliche Bestandteile aushebt und erwirbt. Dieser Vorgang ist Oberbegriff der Formbestimmung „Subjektsein“.

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