Kapital I, Kapitel 1

Einleitende Bemerkungen zur Darstellungsweise des „Kapital“

(Neufassung 2018)
Vielen Lesern fällt es schwer, Marx‘ Einführung und Bestimmung seines Gegenstandes zu verstehen. Der Einleitungssatz:

Der Reichtum der Gesellschaften, in welchen kapitalistische Produktionsweise herrscht, erscheint als eine »ungeheure Warensammlung«, die einzelne Ware als seine Elementarform. Unsere Untersuchung beginnt daher mit der Analyse der Ware. (MEW Bd. 23, S. 49)

Eine Einleitung wirtschaftswissenschaftlicher Grundlagenwerke lautet typischerweise etwa so:
„Die Wirtschaftswissenschaft befaßt sich mit der Bereitstellung und Verteilung von Gütern und Dienstleistungen“ 1.
Ist es ein nüchternes Werk, wird es ergänzend heißen: “ … in einer Marktwirtschaft“, worauf es allgemeine Bedingungen besprechen wird, die ein Markt Herstellern und Konsumenten stellt. Warum fängt Marx nicht so an? Worin soll der Ausdruck „Elementarform“ begründen, daß Marx seine Untersuchung mit der Ware beginnt?

1. Differenz zum Ansatz der Schulökonomen

Der Ausdruck deutet auf ein Verhältnis von Form und Inhalt, eine Dialektik dieses Verhältnisses, die Marx an seinem Gegenstand ausgemacht haben und darstellen will. Die Herstellung von Gütern bleibe zwar der allgemeine Gegenstand, und in diesem Sinne Inhalt der Kritik der politischen Ökonomie des Kapitalismus, doch die Untersuchungen, die anzustellen seien, gälten der gesellschaftlichen Form, in der sie stattfinde.
Form und Inhalt sind nicht zu trennen, der Ausdruck, der Reichtum erscheine in Warenform, berücksichtigt das. Es leuchtet ein, daß die Art und Weise, wie produziert wird, Natur und Beschaffenheit sowohl des Produkts, wie seiner Verteilung vermittelt, und man darf erwart­en, daß diese Vermittlung wieder zurück wirkt auf jene Art und Weise, also das, was Marx (gesellschaftliche) Form nennt. Mehr braucht man von diesem Verhältnis vorab nicht zu wissen, es wird am Gegenstand entwickelt werden. Doch ein Leser, der das „Kapital“ nicht schon ab dieser Stelle mißverstehen will, hat sich an eine Konse­quenz der Marx’schen Gegenstandsbestimmung zu halten:

Wenn Güter in Warenform auftreten, handelt es sich nicht um „Güter“.

Zahlreiche Debatten um Marx Texte folgen der Vorgabe der Schulökonomie, welche den Begriff Ware ja nicht verwirft, aber ihm die Bezeichnung „Gut, Güter“ gleichgültig zur Seite stellt. Die Ökonomen deklarieren „Güter“ zum Oberbegriff, „Ware“ zur Bezeichnung einer Verwendungsweise dieser Güter, als sei der Handel mit Waren ihrer Benutzung äquivalent, als sei „verkaufen“, allgemein gesprochen, dasselbe, wie „verzehren“.
Diese Betrachtungsweise bezieht ihre Plausibilität und Autorität aus verschiedenen, jedermann geläufigen, Standpunkten und Interessen von Warenbesitzern. Ich meine, es lohnt sich, sie pfennigfuchserisch ein wenig näher zu betrachten.

1. „Ich habe die Wahl zwischen Verkauf und Verzehr (Benutzung)“

Hast Du nicht, Bürger. Du stellst Dich in verschiedenen und scharf unterschiedenen Lebenslagen auf den Standpunkt, diese Wahl zu haben, wenn Du über einen Besitz die Entscheidung triffst, ob Du ihn behältst, oder weg gibst.

a) Besitzt Du Güter, die Du nicht (mehr) brauchst, beziehst Du diesen Standpunkt, weil Du etwas anderes brauchst – andere Güter, oder ein unverzichtbares Mittel, sie Dir zu beschaffen, Geld, weil das, was Dir fehlt, kein Gut ist, sondern Ware.

b) Besitzt Du Ware, ist bereits unterstellt, daß Du sie nicht brauchen (benutzen) kannst. Du entscheidest, ob Du die Ware behältst oder weggibst nach Maßgabe des Preises, den Du für sie erwartest. Es bleibt dabei, die Ware ist kein Gut.

2. „Geld interessiert mich nicht, nur was ich dafür kaufen kann“

Dieser Standpunkt ist eine Konsequenz, welche die Schulökonomen aus den unter Pkt.1 dargestellten Verhältnissen ziehen. Ich will mich mit ihm jetzt nicht lang aufhalten, er ist jedermann als Heuchelei bekannt.

a) Verkäufer belügen sich und andere mit ihr über ihre Geldnot, gegeben im Preis der Waren, die sie benötigen oder wünschen.

b) Einkäufer belügen Verkäufer mit diesem Standpunkt, weil der Einkauf für sie das Zwangsmittel ist, die Geldsumme, die sie in der Hand haben, zu vermehren, oder mindestens deren Kaufkraftverfall zu meiden.

In der Schulökonomie heißt diese Heuchelei: Geld ist (bloß) ein Tauschmittel.

3. Waren sind mir wurscht, ich will nur Geld

Dieser Standpunkt rundet die Ideologie in Pkt.2 ab. Es ist das Interesse von Geldhändlern, welche die den vorgenannten Standpunkten einbegriffenen Zwangslagen ausnutzen.
Er ist übrigens nicht geheuchelt, so viel will ich schon mal gesagt haben. Es gibt solche Heuchelei bei Wucherern, die aus der Geldnot anderer ihre Existenz bestreiten, aber der Fortgang wird zeigen, der Wucherer ist tatsächlich eine Art „Fremdkörper“ im Kapitalismus, im vollen Gegensatz zum Geldhändler. Mit dem Dasein und den Interessen der Letzteren runden Schulökonomen ihr vorgefaßtes Bild ab, in der Warenform erhielten Güter eine zusätzliche Verwendungsweise zu denen, die sie an sich hätten.

4. Methodisch zusammen gefasst

Die Schulökonomen sortieren den Gütern die Warenform gemäß vorgefundener gesellschaftlicher Interessen zu und ab. Das Verfahren ist kein Verstoß gegen Denksitten, sondern gegen das Denken selbst, es wird auf einen Dienst beschnitten.

Im vorliegenden Fall ist das Resultat des Verstoßes eine Vertauschung von Zweck und Mittel. Warenbesitzer können ihr Zeug entweder verkaufen, oder verwenden. Nichtbesitzer bekommen auf die Finger, wenn sie eine Ware als Gut behandeln, statt als Repräsentanten des Preises, mit dem sie ausgewiesen wird. Ein Gut dient dem Genuß oder ist Material zweckmäßiger Bearbeitung. Eine Ware hingegen ist bestimmt, veräußert zu werden und die Veräußerung ist Voraussetzung eines Dienstes, den sie dem Erwerber leisten soll und leistet. Sie darf erst als Gut dienen, wenn sie nicht länger Ware ist. Ein Gut, in der Warenform fest gehalten, bleibt Naturstoff, der allenfalls passiv die Sinne reizt. Folglich verrät schon die elementare praktische Gegenstandsbestimmung der Ware, eine militärische und politische Gewalt ist Voraussetzung und bleibender  Bestandteil der Warenökonomie. Sie stellt Verkäuflichkeit und Verwendung gesellschaftlichen Produktes polemisch gegeneinander, obwohl beides ein komplementäres Verhältnis auf einander durchdringenden Ebenen bildet: Produktion und Distribution.
Die Schulökonomen vergessen dies nicht, weit gefehlt, sie wollen an nichts anderes denken. Deshalb trennen sie von vorn herein das ökonomische Dasein eines Produktes von ihm ab und in Phasen auf, Produktion, Vermarktung, Konsumtion. Wenn sie Märkte „als“ Bedingung der Produktion untersuchen, behandeln sie implizit Güter und Dienstleistungen als außerökonomische („natürliche“) Voraussetzung dessen, was sie unter Ökonomie verstehen wollen. Sie überführen ein mit ihrem Gegenstand politisch und militärisch gegebenes Interesse an „Marktwirtschaft“ in theoretische Vorschriften , was das Publikum sich darunter vorstellen solle. Auf der allgemeinsten Ebene, die wir hier am Wickel haben, lautet die Vorschrift: Vermarktung von Waren könne und solle unmöglich etwas anderes sein, als eine Dienstleistung an der Herstellung und Verteilung von Gütern. Über dies „können und sollen“ teilt sich die Schulökonomie in die Disziplinen Technologie (BWL) und Legitimationsideologien (VWL). So erhält sie die allgemeine Gestalt einer Theologie, die in Rechts- und Verfahrensvorschriften (Kulte) und eine Theogonie zerfällt.

2. Methodische Folgen der Differenz zur Schulökonomie

Statt mit der Ware, hätte Marx die Darstellung der „politischen Ökonomie des Kapitalismus“ auch mit dem Austausch allgemein, oder gar mit der Untersuchung eines spezifischen Marktes beginnen können. Abseits der Interessen am Marktgeschehen – seinen jeweiligen Verläufen und Resultaten – hätte er dieser Untersuchung allerdings nur die allseits bekannte Tatsache entnommen, daß die Verkehrsverhältnisse der Marktteilnehmer, entgegen all ihrer Bemühungen, Kontrolle über das Geschehen zu gewinnen, auf bestimmende Weise durch das Produkt vermittelt sind. Die Zwecke und Bedürfnisse der Marktbeteiligten erweisen sich rasch als Bedingungen für das Marktgeschehen, obgleich jeder Teilnehmer umgekehrt genötigt ist, den Markt als Bedingung seiner Entscheidungen zu behandeln. Lägen die Verhältnisse anders, bräuchte es keine „Wirtschaftswissenschaft“. Zeigte das Marktgeschehen keine Eigengesetzlichkeit, denen sich die Beteiligten ähnlich Naturgesetz­en zu fügen suchen, blieben von Wirtschaftswissenschaft nur ein Bündel operativer Verfahren der Betriebsführung.

Weil die kapitalistischen Verkehrsverhältnisse durch das Produkt vermittelt sind, hätte die Analyse des Austausch zur Analyse der Ware übergehen müssen, um den Grund dafür heraus zu finden und zu zeigen. Das war der Marx’sche Forschungsgang. Den hat er nicht erfunden, er übernahm ihn von der klassischen „Nationalökonomie“, namentlich Adam Smith und David Ricardo.
Wie der Name „Nationalökonomie“, verrät der Titel des Smith’schen Hauptwerks,  Der Wohlstand der Nationen, das historische Interesse an diesem Forschungsgang. Die Oberhäupter und Lenker der jüngst neu formierten europäischen Staaten wollten sich weniger, denn je, mit Steuereintreibung und Bewahrung bzw. Neuschaffung von Pfründen bescheiden, betrachteten vielmehr die Gesamtheit der Wirtschaftstätigkeit auf ihrem Territorium als Pfründe und experimentierten mit Faktoren dieser Wirtschaftstätigkeit herum, die sie für Stellgrößen hielten, oder halten wollten.
In solchen Stellgrößen ist ein Interesse am Phänomen der Eigengesetzlichkeit der Märkte präsent, aber weil die Geld-, Fiskal- und andere Marktpolitiken der damaligen Staaten wiederholt mächtig daneben gingen, unterschied es sich nicht prinzipiell von einem Forschungsinteresse.

Das ist erst einmal der Grund dafür, daß Karl Marx in seinem Forschungsgang und in seiner Darstellungsweise unvermeidlich in der Nationalökonomie befangen war und blieb. Es war nicht anders möglich, selbst einem Institut voller kooperierender Leute wäre damals im Verlauf einer Lebensspanne schwerlich anderes gelungen. Man kann darüber streiten, ob Marx Darstellungsweise, die der Auseinandersetzung mit der Nationalökonomie sowie philosophischen Bestandteilen und Voraussetzungen des damaligen Geisteslebens entstammte, durch etwas „besseres“ – knapperes, eingängigeres, was immer – zu ersetzen sei. Der Streit gehört selbstredend nicht hier her, aber ich erwähne ihn zur Hinführung auf die spezifische Stärke des Marx’schen Textes, die der Auseinandersetzung mit Vorgängern und Zeitgenossen entstammte und, leider, vom praktischen Standpunkt aus zunehmend zur Schwäche, zum Verständnisproblem und -hindernis wird.

Marx begann seine Darstellung mit der Analyse der Ware, weil er zu dem Ergebnis gekommen war, dabei die Notwendigkeit der Eigenge­setz­lichkeit des Austausches aufzeigen zu können.
Diese „Notwendigkeit“ ist eine rein wissenschaftliche Kategorie mit einer philosophischen Vorgeschichte, die ich hier nicht auffalten kann. Das ist aber auch nicht nötig, wie ich mit dem nächsten Abschnitt zeigen zu können hoffe.

Differenz und Identität dogmatischen und axiomatischen Verfahrens

Über die Verfahren der modernen „Humanwissenschaften“ brauche ich jetzt nichts mehr zu sagen, das ist mit den Notizen über die Standpunkte und Verfahren der Wirtschaftswissenschaften hinreichend geschehen.

In den Naturwissenschaften lebt das axiomatische Verfahren weiter, dessen Vorbild die Mathematik ist.
Sie beginnt mit einem Bündel aufeinander bezogener Sätze, altertümlich: Setzungen. Solche Axiome werden anschließend in die Teilbereiche der Mathematik entfaltet, deren Grundlage sie sein sollen und das Gesamtkonstrukt wird auf Widerspruchsfreiheit geprüft. Ist sie gegeben, gilt das Konstrukt als bewiesene Theorie.

Nun werdet ihr unter dem Stichwort „mathematische Theorie“ schwerlich etwas anderes, als tautologischen Blödsinn und metatheoretischen Unfug finden, aus gutem Grund.
Das axiomatische Verfahren unterstellt, bildlich ausgedrückt, eine fraktale Natur des Gegenstandsbereiches, d.h. die Setzung, jedes Element der Gegenstandsmenge enthalte die Gesamtmenge, oder, etwas weniger formell ausgedrückt: Der Gegenstand sei ein Gesamtzusammenhang, der in jedem seiner Elemente repräsentiert sei. Die axiomatischen Sätze bilden dann die Art und Weise ab, wie der Gesamtzusammenhang in jedem Element präsent sei.
Darauf ist der Test auf Widerspruchsfreiheit die Nagelprobe. Er enthält implizit einen Begriff von Notwendigkeit: Wenn der Gegenstand „fraktal“ sei, und wenn die Axiome diese Eigenart hinreichend abbildeten, dann sei ihr Satz vollständig auf jedes Element des Gegenstandsbereiches anwendbar, ohne daß dies auf Widersprüche und Konflikte führt.

Wenn ihr jetzt auf das Zitat des ersten Satzes des „Kapital“ zurück greift, werdet ihr merken, daß die Folge „(bestimmte Art/ Form) Reichtum“, „Warensammlung“, „Elementarform“ Ware, einem fraktalen Zusammenhang immerhin ähnelt. Wie das zusammenhängt, stelle ich jetzt einfach vor:

Marx trennte die Darstellung seiner Sache absolut von ihrer Untersuchung 2. Sowas findet sich heute nur noch in wenigen sogenannten „systemtheoretischen“ Darstellungen. Die Folge: Im ersten Satz, im ersten Kapitel, ist das Gesamtresultat der Untersuchung enthalten und vorgestellt. In einem strikt wissenschaftstheoretischen Sinn könnte man sagen: Mehr kommt da nicht. Im Rest der Darstellung, vom Austausch über den Produktions- und Reproduktionsprozess des Kapitals bis hin zu den sogenannten „Revenuequellen“ will Marx in Gestalt einer Ableitung, d.h. der Darlegung der Notwendigkeit der Erscheinungsformen der kapitalistischen Produktionsweise und dessem Zusammenhanges vortragen, die darauf basiert, daß das Resultat seiner Untersuchungen, die im ersten Kapitel vorgelegten Bestimmungen von Ware und Geld, stimmen.
Daß z.b. Arbeitskraft einen Preis hat, ist eine Erscheinung unter anderen im Marktgeschehen, um einen Punkt vorzugreifen. Festzustellen, daß der Preis der Arbeitskraft eine gewichtige Rolle im Gesamtzusammenhang der kapitalistischen Produktion spielt, ist auch keine bedeutende Entdeckung. Zu zeigen, daß, warum und wie dieser Preis der Angelpunkt –  Marx: „Springpunkt“ – der ganzen Produktionsweise  ist, weil er es sein muß, ist Hauptgegenstand der Marx’schen Ableitung. Sie soll zeigen, wie die Momente, welche seine Darstellung nach einander an den Erscheinungsformen des Kapitalismus aufgreift, eine Erklärung ihres Zusammenhanges liefern und widerspruchsfrei aus einander folgen.

Erklärung plus Widerspruchsfreiheit enthält denselben Begriff der „Notwendigkeit“ wie die oben vorgestellte axiomatische Methode. Aber es kommt halt etwas hinzu: Diese Notwendigkeit kommt in Marx Darstellung für den Grund, ggf. die Gründe all der Erscheinungsformen zu stehen, die er untersucht hat und in der Ableitung vorstellt. Marx fordert von seinem Publikum, daß es seine Darstellung als Erklärung des Gegenstandes akzeptiert, d.h. gelten läßt, sofern sie widerspruchsfrei ist und kein wesentliches Moment im vorgestellten Zusammenhang fehlt.

Streng genommen hätte ich oben nur schreiben dürfen, „sofern sie widerspruchsfrei ist„, denn das ist identisch damit, daß nichts von Belang in der Darstellung fehlt, dafür steht in der philosophischen Tradition das Wort „wesentlich“. Auch diese Tradition ist unter gegangen.
Der Grund dafür ist, daß im bürgerlichen Geistesleben bei Strafe das skeptizistische Dogma des Herrn Kant durchgesetzt wurde, der Erkenntnisgegenstand sei prinzipiell unerkennbar. Daraus folgt, daß nicht der Wissenschaftler seinen Gegenstand bestimmt, sondern irgend ein Gott, jedenfalls eine höhere Macht, ihn einmal geschaffen oder bestimmt hat, sodaß ein Mensch da nix zu bestimmen habe, sich dem göttlichen Trumm nur annähern könne und dürfe.
Marx hingegen stellt sich gleichsam hin und sagt: Wenn hier einen „Gott“ is‘, denn bün ik dat! Er hebt aus der Gesamtheit der Phänomene des gesellschaftlichen Lebens, das er vorfindet, mit einer gleichsam axiomatischen Methode einen ziemlich umfänglichen Gegenstand aus, den er „kapitalistische Produktionsweise“ nennt, stellt ihn seinen Lesern vor, und überläßt es ihnen, darin wiederzufinden, was ihr gesellschaftliches Leben bestimmt. Nicht ohne sie ordentlich zu beschimpfen, wenn sie es nicht finden, weil er es doch besser weiß.
Nein, das ist keine Polemik gegen Marx und seine Dogmatik, sondern für ihn und seine Dogmatik.

„Dogmatik“ in der ursprünglichen, nicht abfälligen Verwendung des Wortes, ist nichts weiter, als eine bestimmte Kunst der Lehre. Es gibt andere Formen, andere Künste der Lehre. Solche Unterschiede, worin sie bestehen und warum es sie gibt, zu (er)klären, würde hier nicht aus Platzgründen zu weit führen. Es erforderte die Kenntnis des „Kapital“ – nicht nur, aber auch die.
Für meinen Zweck reicht das in der obigen Darstellung enthaltene Argument, daß Marx entgegen einem populären Mißverständnis nicht die Gesamtheit des gesellschaftlichen Lebens im Kapitalismus im „Kapital“ dargestellt und / oder erklärt haben will oder habe. Er hat umgekehrt im „Kapital“ eine Menge Hinweise auf Zusammenhänge gegeben, die darin fehlen und fehlen müssen.

Einer davon figuriert heute sehr zweckmäßig unter dem Schlagwort „Ökologie“. Zweckmäßig deshalb, weil „Ökologie“ meist außen vor läßt, was für Marx der zählende Bestandteil derselben ist, die physische / biologische  Reproduktion der menschlichen Gattung. Die ist dem kapitalistischen Produktionsprozess nur voraus gesetzt, nicht in ihm enthalten, was sich darin bemerkbar macht, daß sie als eine zu minimierende Last in ihm vorkommt.

Ein anderer im „Kapital“ fehlender Zusammenhang betrifft Kulte, Kultur, Ideen, Ideologien, die Produktion von Bewußtsein und dessen gegenständlichen Versinnbildlichungen. Sie kommen im „Kapital“ nur im ersten Abschnitt des ersten Kapitels in einer Note vor, in der es sinngemäß heißt, es sei gleichgültig, ob eine Ware Bedürfnisse des Magens oder der Einbildungskraft befriedige. Menschen produzieren Waren, sie produzieren Kapitale, aber Waren und Kapitale produzieren keine Menschen.  Wenn Marx, und mit und nach ihm andere, von „notwendig falschem Bewußtsein“ sprachen, hat diese Notwendigkeit nichts mit dem Produktionsprozess des Kapitals i.e.S. zu tun, dafür viel mit der Tätigkeit der militärischen und politischen Gewalt, welche diese Produktion organisiert und aufrecht hält. Deren Tätigkeit ist nicht Gegenstand der Marx’schen Darstellung, sie kommt nur illustrativ, überwiegend in Fußnoten vor. Diese Bemerkung richtet sich vorzüglich gegen Leute, die im „Fetisch“ bzw. „Fetischcharakter von Ware und Geld“ den Springpunkt des gesellschaftlichen Lebens im Kapitalismus entdeckt haben wollen, näheres dazu am gegebenen Ort.

3. „Wesen“ vs. „Erscheinung“

Wie gesagt, hantiert Marx nicht mit Axiomen, sondern mit Lehrsätzen, mit Dogmen.
„Humanwissenschaften“, einschließlich der Wirtschaftswissenschaften, tun dies auf ihre Weise auch, nur darf man außerhalb der Ränge der Professoren, „Experten“ und Politiker die Dogmen bei Strafe nicht Dogmen heißen, und das hat eine gute und eine schlechte Seite.

Die schlechte Seite habe ich anfangs schon genannt: Humanwissenschaften nehmen ihren Ausgangspunkt gewöhnlich an vorfindlichen Phänomenen, das heißt an Erscheinungsformen, in denen Gegenstand und Interesse(n) an ihm ungeschieden sind. Wenn es dabei bleibt – und das ist aus Gründen, die nicht hierher gehören, fast ausnahmslos der Fall – bringt die „Untersuchung“ nur Gegenstände des interessierten Standpunktes heraus, der zu Beginn hinein gesteckt wird, und oft genug nur diesen Standpunkt, zur Erscheinung gebracht in einer Phantasie vom Gegenstand. Im letzteren Fall produziert bürgerliche Wissenschaft nicht etwa schlechte Dogmen, die einfach nicht stimmen, sondern die theoretische Gestalt polizeilicher Vorschriften nach dem Muster theologischer Vorschriften.

Die gute Seite: Indem man diese Dogmen nicht Dogmen heißen darf, bleibt noch ein wenig Platz für gute Dogmen, wie die von Marx.
Nein, Spaß beiseite.
Marx beginnt seine Darstellung nicht mit Axiomen oder Lehrsätzen. Stattdessen setzt er im eingangs zitierten Einleitungssatz zur Erscheinung herab, was doch ein nicht ernstlich bestreitbares Faktum, eine Tat-Sache ist, die obligatorische Warenform kapitalistischer Produkte. Seine Behauptung, in dieser Erscheinung habe man die Elementarform der kapitalistischen Produktionsweise vor sich, kündigt einem in der Wissenschafts­geschichte seiner Zeit kundigen Leser eine Ableitung der oben kurz skizzierten Art an.
Leider gab es zur Erscheinungszeit des Kapital nur noch wenige in diesem Sinne kundige Leser, noch weniger heute. Deshalb – und vor dem Hintergrund des erwähnten Kant’schen Dogmas – gibt es seit mehr als 150 Jahren eine nie endende Debatte über „Erscheinung“ und „Wesen“ 3 nicht nur anhand oder im Umkreis des „Kapital“, auch anderen Texten. Die Debatten haben die Seite, dem Kant’schen Skeptizismus entgegen zu treten: Ein „Wesen der Sache“ soll für ihre Erkennbarkeit stehen.  Doch anders herum steht da „Erscheinung“ selten einmal für das, was es in Marx Ableitung darstellen soll und darstellt: Das bereits erkannte Phänomen. Das Ding, wie es Bestandteil des Zusammenhangs ist, den Marx erkannt haben will. In der Identität von „Ding“ und Erscheinung(sform) des theoretisch vorgestellten (ökonomischen) Zusammenhangs soll die Wahrheit der Darstellung liegen.

Wenn stattdessen das Wort „Erscheinung“ in Marx Text mit Unwahrheit, Täuschung und dgl. konnotiert und verrätselt wird, gibt es lauter Irritationen, Irre- und interessierte Verführungen. Sicher, auch Marx spricht an verschiedenen Stellen von „Erscheinung“ im Sinne von „falscher (An-)schein“, doch dann ist meiner Erinnerung nach im Kontext gegeben, daß von anderen Erscheinungsformen die Rede ist, als solchen, die er zu klären oder bereits geklärt zu haben behauptet, das heißt von solchen, denen der Zusammenhang einer – am besten ihrer, und das heißt für Marx natürlich seiner – Erklärung fehlt.

Die Irreführungen betreffen abermals prominent den berüchtigten „Fetisch“ und analogische Formulierungen wie (etwas) ‚gehe gleichsam hinter dem Rücken vor‘, zum Beispiel der Marktteilnehmer, Produzenten usw.. Solche Formulierungen haben im Zusammenhang der Darstellung im „Kapital“ einen präzisen Inhalt, obwohl Marx nicht selten das Pathos teilt, mit dem der umschriebene Zusammenhang be- bzw. angeklagt wird. Wird das Pathos zu Verallgemeinerungen oder falschen Bezügen mißbraucht, kommt immer grober Unfug zustande.
Ich werde mich in meinem Kommentar bemühen, auf solcher Irrtümer und Irreführungen einzugehen, so weit sie mir bekannt sind. Aber da ich seit langem außerhalb einschlägiger Debatten stehe, dürften mir einige, oder auch mehrere, unbekannt, oder nicht in den aktuellen Formen bekannt sein. Deshalb eine Sammelbemerkung dazu:
Die Bürger, Unterworfene und Teilnehmer des Produktionsprozesses des Kapital, machen sich allerdings eine Menge blauen Dunst darüber vor, was sie tun. Aber daß sie nicht wüssten, was sie tun, ist eine üble Nachrede.

Gebrauchswerte, gebrauchswertschaffende Arbeit

Ich setze eine gründliche Lektüre der ersten Kapitels voraus, mehr nicht. Gründlich soll heißen, entweder ihr habt den Text bebrütet, oder ihr habt ihn gut bis sehr gut memoriert. Ihr solltet besser nicht den Anspruch erheben, ihr hättet den Text verstanden, das kann nur hinderlich werden, nämlich auch dann, wenn es stimmt. Denn ich werde Marx Gliederung ein wenig umstoßen und eine ganze Reihe von Mißverständnissen und Ideologien besprechen, die an den Text heran getragen werden und nicht immer, oder nicht in jeder Hinsicht, einen direkten Bezug zum Textinhalt haben.

Zur Logik des „Doppelcharakters der Ware“

Sachlich ist gegen Marx Gliederung nichts einzuwenden. Wie ich einleitend begründet habe, ist eine Ware ein anderes Ding, als ein Gut. Marx erklärt die Differenz anhand der Weise, wie sie im Verhältnis in Erscheinung tritt, in das Dinge, die Waren sind, zueinander gesetzt werden. Das Ergebnis ist ein logischer Schluß auf eine, im Vergleich zum Gut, zwieschlächtige Qualität („Natur“) der Ware und folglich eine ebenso zwieschlächtige Qualität des Arbeitsprozesses, dessen Produkt sie ist.

Technisch betrachtet hätte sich Marx dies logische Verfahren, das, wie wir sehen werden, teils Schwierigkeiten gemacht, teils zu Quacksalbereien Anlaß gegeben hat, und weiter gibt, sparen können. Auf S. 110 wird er zum dinglichen Unterschied von Waren und Gütern schreiben:

Der Preis oder die Geldform der Waren ist, wie ihre Wertform überhaupt, eine von ihrer handgreiflich reellen Körperform unterschiedne, also nur ideelle oder vorgestellte Form. Der Wert von Eisen, Leinwand, Weizen usw. existiert, obgleich unsichtbar, in diesen Dingen selbst; er wird vorgestellt durch ihre Gleichheit mit Gold, eine Beziehung zum Gold, die sozusagen nur in ihren Köpfen spukt. Der Warenhüter muß daher seine Zunge in ihren Kopf stecken oder ihnen Papierzettel umhängen, um ihre Preise der Außenwelt mitzuteilen.

Im ersten Abschnitt, heißt es andererseits (S. 52):

Als Gebrauchswerte sind die Waren vor allem verschiedner Qualität, als Tauschwerte können sie nur verschiedner Quantität sein, enthalten also kein Atom Gebrauchswert.

Dazwischen wird der eklatante Widerspruch dieser Aussagen aufgeklärt. Semantisch lautet die Aufklärung: Die Waren sind Werte. Die Eigenschaft, oder, vielleicht weniger mißverständlich, die Qualität, welche sie dinglich zu Wertgegenständen im Sinne der Marx’schen Wertkategorie macht, haben sie in ihrer integralen Gestalt. Deshalb gehören die Preiszettel dem Ding Ware an, mehr noch, sie sind das ganze Ding. Der Zettel ist der Warenausweis, die Zahl darauf der Name des Dings, Geldname.

Genau so entspricht es der praktischen Erscheinungsform der Ware. Wenn Dir eine Verkäuferin ein Pfund Wurst einpackt und die Waage nicht auf den Abzug der drei Gramm Wurstpapier einstellt, ist das ein Betrug, eine Verkürzung der Ware.
Aber diese Erscheinung will Marx, nebst anderen, die damit zusammenhängen, erklären, nicht berichten, und deshalb kann er das zu Erklärende nicht in seiner Darstellung voraus setzen. Also muß er den logischen Schluß vom Dasein der Waren im Austauschverhältnis auf ihre Eigenschaften zum Ausgangspunkt nehmen. Schon an diesem Punkt scheitern viele, sehr viele Leser, oder lassen sich scheitern.

Marxologischer und anderer Geisterglaube

Ich nehme Ingo Elbe (2010) S.280 zum Beispiel 4.

… (nach Böhlers Ansicht) äußere sich Marx auch zu seiner generellen Auffassung von Relationstypen, indem er behaupte, daß „Eigenschaften eines Dinges nicht aus seinem Verhältnis zu anderen Dingen entspringen, sich in diesem Verhältnis vielmehr nur betätigen„. Nach dieser Lektüre müsse es als ausgemacht gelten, daß Marx den Wert substanzialistisch als Eigenschaft begriffen habe, „die den Waren unabhängig von dem Akt des Tauschens selbst zukommt“. Doch das (…) muß entschieden zurück gewiesen werden. Man beachte nämlich den Kontext, in dem diese Aussage fällt, und der sie gerade als fetischistische Aussage kritisiert. (…) „… in diesem Verhältnis vielmehr nur betätigen, scheint auch der Rock seine Äquivalentform, seine Eigenschaft unmittelbarer Austauschbarkeit, ebensosehr von Natur zu besitzen, wie seine Eigenschaft, schwer zu sein oder warm zu halten“. Marx spricht mit den „Eigenschaften eines Dinges“ tatsächlich nur stoffliche Eigenschaften an und unterscheidet sie gerade von den sozialen, relationalen Eigenschaften, die ein Ding als Ware im Wertverhältnis annimmt.

Der Marxologe erklärt in diesem Absatz den logischen Gang des ersten Kapitels für Taschenspielerei, die Überschrift „zwei Faktoren der (!) Ware“ nebst der Bezeichnung „Doppelcharakter der (!) Ware“ für Aufsatzfehler, wenn nicht Roßtäuscherei, weil es „in Wahrheit“ um Austausch, nicht Ware gehe. Das „Argument“: Marx unterscheide doch zwischen stofflichen und nicht stofflichen Eigenschaften … der Ware. Um sich und den Lesern die Vorstellung zu erhalten, das sei „mit Marx“ argumentiert, kann sich Elbe freilich nicht erlauben, zu leugnen, daß die Unterscheidung an dem Ding Ware getroffen ist. Deshalb greift er zu einem in den „Humanwissenschaften“ beliebten und allgegenwärtigen Trick, er behauptet, die Waren „nähmen“ im Wertverhältnis Werteigenschaft „an„. Und was, Ingo, passiert, wenn die Waren sich weigern, das zu tun? Oder wenn sie ohnmächtig werden, was ist dann?
Elbe nutzt eine verbreitete semantische Unschärfe der Formel „Eigenschaften annehmen“. Doch geschieht das vergleichsweise selten in der krassen Weise, die hier vorliegt. Das augenaufreißende Adverb „nur“ in „nur stoffliche Eigenschaften“ schließt in Verbindung mit der kategorialen Trennung von „Relationstypen“ eine rationale Deutung des Verbs „annehmen“ kategorisch aus, nämlich eine Erinnerung an das Phänomen, daß verborgene Eigenschaften eines Dinges oder Sachverhaltes im Verhältnis zu einem Anderen erkennbar, weil wirksam werden können.
Ingo Elbe glaubt entweder wirklich an Geister, die im Zusammentreffen von Erscheinungen in Tätigkeit treten – das ist, wie ihr später merken werdet, nicht so abseitig, wie es klingt – oder, wahrscheinlicher, er unterlegt der Marx’schen Analyse in dummdreister Manier die subjektive Wertlehre der Nationalökonomie und VWL. Denn wenn Ingo die Waren wieder in den Todesschlaf schickt, was er wohl tun wird, bleibt von der „Annahme“ von Werteigenschaften der Waren übrig, daß Marktteilnehmer ihre Bedürfnisse, Wünsche und Präferenzen nicht nur auf sie, sondern „in sie hinein“ projizieren.

Marx hatte o.zit. von genau solch einer Projektion gesprochen, nämlich der Zahl auf dem Preisschild einer Ware. Doch nur wenige Marktteilnehmer sind derart verrückt, daß sie mit der Projektion ernst machen, und die Mehrheit von ihnen sitzt entweder im Irrenhaus oder im Knast.
Wenn ein Verkäufer seinem Dafürhalten nach eine Ware unter Wert weggegeben hat, wird er sich allenfalls erbost oder in laxer Grammatik ausdrücken, indem er sagt, seine Ware habe einen höheren Wert. Tatsächlich will er sagen: „habe gehabt“. In der Hand des Käufers hat sie nun den Wert, zu dem sie gekauft wurde, was freilich nicht hindert, daß der Käufer sie zu einem höheren Wert, wohlmöglich demjenigen, den der Erstverkäufer für angemessen gehalten hatte, weiterverkauft.
Ich werde auf das Thema zurück kommen. An dieser Stelle will ich nur festgehalten haben: Wer, auf offene oder, wie im Falle Ingo Elbes, versteckte und verheuchelte Weise das Zustandekommen eines Wertes oder Preises mit Geschichte und Geschichten bebildert, hat nichts gesagt und will nichts anderes sagen, als: Weitergehen Leute, hier gibs nix zu glotzen.

Bleibt zu klären, was es mit dem logischen Dogma von den Dingen und ihrem Verhältnis auf sich hat, auf das sich Marx an der von Elbe zitierten Stelle beruft.
Es ist einfach eine Konsequenz des Kausalitätsprinzipes.  Wenn Du nach dem Grund eines Phänomens fragst, fragst Du nach dem Dasein dieses Grundes in der beobachteten Erscheinung und für dies Dasein erwartest Du eine direkte oder mittelbare physische Präsenz, es sei denn, Du schließt geisterhafte Agenzien nicht aus. Du wirst umgekehrt physische Präsenz ausschließen wollen, wenn Du das Wirken von Göttern und Geistern annimmst.  Oder Du wirst nicht fragen.
Marx Argument an der Stelle ist, daß die Anwendung des Kausalitätsprinzipes auf das Austauschverhältnis der Waren irreführend sein muß, weil in diesem Verhältnis die spezifische Dinglichkeit der Waren, von der es eingangs hieß, sie enthalte „kein Atom Gebrauchswert“, nicht in Erscheinung treten kann. Der Grund für diese negative Bestimmung war zuvor des langen und breiten abgeleitet und ausgeführt, und ich werde in späteren Abschnitten genauer darauf eingehen:
Der Gebrauchswert und mit ihm jede einzelne physische Eigenschaft eines Warenkörpers geht im Tauschwertdasein einer Ware unter. „Untergehen“ ward bestimmt nicht als geisterhaftes „Verschwinden“, sondern als ein „Aufgehen“; dh. in Marxens weniger verquastem, aber offenbar nicht wesentlich begreiflicheren Ausdruck:  Die physischen Eigenschaften der Ware sind Voraussetzung ihres Tauschwertdaseins. Das heißt nicht „nichtexistent“, liebe Leute. Damit stehen diese Eigenschaften zur Ware vielmehr in demselben, identischen Verhältnis, wie zum juristischen Eigentum. Ein ideelles Eigentum bedarf nicht zwingend physischer Eigenschaften. Wenn Du den Titel, die Autorität, oder auch nur eine vorgestellte Biographie von Napoleon, George Washington oder Angela Merkel für Dich beanspruchst, kann es keinen juristischen Streit darum geben. Wenn Du in ihrem Namen Unterschriften leistest, sieht die Sache eventuell anders aus.

Vielleicht – ziemlich wahrscheinlich – ändere ich diesen Abschnitt später, aber die Überleitung, die ich mit ihm geben wollte, wird erhalten bleiben.
Schon in der Weise, wie viele Leser des Kapital die Kategorien „Gebrauchswert“ und „Gebrauchswert schaffende (konkrete) Arbeit“ auffassen bzw. nicht auffassen, macht sich ein gebrochenes Verhältnis der Bürger zur physischen Welt bemerkbar, das Marx Darstellung in relativ wenigen Fällen, bei relativ seltenen Modellen der Gattung „Bürger“,  anzugreifen vermocht hat.
Da gibt es die einen, die nichts gelten lassen wollen, außer der physikalischen Welt – beachtet den Unterschied zur physischen Welt – die anderen, denen die physikalische Welt gleichbedeutend mit „Gott“ und die physische Welt das Reich von Wille und Vorstellung, und die Mehrheit der „Dritten Art“ dazwischen, die es halten wie die Dachdecker, mal so mal so, außer in Fällen, in denen sie einen „unhintergehbaren“ Wert identifiziert haben wollen.

Die Abstraktion „gebrauchswertschaffende“ Arbeit

Tätigkeit vs. Arbeit

Auf Seite 56 heißt es:

Der Rock ist ein Gebrauchswert, der ein besonderes Bedürfnis befriedigt. Um ihn hervorzubringen, bedarf es einer bestimmten Art produktiver Tätigkeit. Sie ist bestimmt durch ihren Zweck, Operationsweise, Gegenstand, Mittel und Resultat. Die Arbeit, deren Nützlichkeit sich so im Gebrauchswert ihres Produkts oder darin darstellt, daß ihr Produkt ein Gebrauchswert ist, nennen wir kurzweg nützliche Arbeit.

In meiner Einleitung habe ich auf die Befangenheit Marx’ens in der Nationalökonomie hingewiesen, deren Kritik sie sein sollte – und ist – obgleich sie auch mehr und anderes sein wollte und ebenfalls ist. Die Kategorie „nützliche Arbeit“ zeigt sich schon in einer logischen und methodischen Betrachtung als ein, wenn nicht der Angelpunkt dieser Befangenheit. Es ist ein Pleonasmus. Tätigkeit, die nicht durch ihren Nutzen bestimmt sein soll, heißt nicht „Arbeit“, sondern Vergnügung, Sport und Spiel. Der Pleonasmus ist das Resultat einer doppelten Abstraktion (Trennung). Die erste nennt Marx im Zitat, es ist die in Gestalt einer Ware reale Abstraktion des Arbeitsresultates aus der Tätigkeit, deren Produkt sie ist. Gegenstand, Zweck, Mittel und Operationsweise dieser Tätigkeit wird gegenständlich im Produkt. Diese Gegenständlichkeit ist eine verwickelte Angelegenheit, dazu wird später mehr, sehr viel mehr zu sagen sein. Hier gilt es vorerst festzuhalten, das Resultat der warenproduzierenden Tätigkeit ist kein „Produkt“ im Sinne von „Gut“, sondern Ware. Das ist die zweite Abstraktion, die uns hier vorerst rein theoretisch begegnet, in Gestalt einer kategorialen Scheidung zwischen „nützlicher“ und „abstrakter“ Arbeit.

Ich habe Tätigkeit in „warenproduzierender Tätigkeit“ hervor gehoben, weil von „Arbeit“ an dieser Stelle besser nicht die Rede sein sollte. Auf S. 49 notiert Marx:

Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei.

Wäre ich ein akademischer Kritiker, als der Marx in seinen Schriften nicht immer, aber meistens auftritt, brächte ich hier ein halb Dutzend gleichlautende Zitate von Nationalökonomen und bürgerlichen Philosophen bei. Es ist ein typisch legitimatorischer theoretischer Satz von einem Allgemeinheitsgrad, der erlaubt, ihn immer in eine richtige, und ebenso oft in eine falsche Aussage zu überführen.

Dafür an dieser Stelle vorerst nur ein Beispiel, immer noch von hohem, aber nicht ganz so argen Allgemeinheitsgrad, wie Marx’ens Satz.
Reichtum“ ist ohnehin ein schillernder Begriff, heute mehr als zu Marx Zeiten, was er nicht wissen konnte, aber er wußte – weil er es später präzise auseinander legt – daß der zweitrangige Gott der bürgerlichen Gesellschaft nach dem Geld, das Individuum, im Sinne seines Satzes nicht weniger „Gebrauchswert“ ist, als der Rock, den es kleidet, oder der ihm fehlt, und nicht allein das unbekleidete Individuum in dieser Gesellschaft vom Gegenteil von Reichtum, von Armut nicht nur zeugt, sondern Armut in Person darstellt.

Der Satz vor dem letzten Zitat lautet:

Der Gebrauchswert verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Konsumtion.

Ein sehr zu beachtender Satz, auf den ich aus methodischen Gründen erst später näher eingehe. Und nur nebenbei: Der Gebrauchswert der Arbeitskraft eines Arbeiters verwirklicht sich folglich in dessen Armut.
Ein typisches Arbeitsprodukt ist ein Gegenstand, der von A. nach B. verbracht wird.
Wenn Jana mir ein Glas von unserer eigenproduzierten Holunderblütenlimonade aus der Küche an den Rechner brächte – was sie nicht tut, denn sie ist nicht hier – wäre das eine Arbeit, deren Produkt ein Spektrum möglicher Gebrauchswerte hat – u.a. vielleicht einem besseren Text! – das ihr euch gefälligst selbst vergegenwärtigt. Arbeit zeigt sich schon in diesem einfachsten aller Beispiele als terminus technicus einer Arbeitsteilung, die, wie Marx im selben Zusammenhang schreibt, einer Warenproduktion voraus gesetzt ist. „(produktive) Tätigkeit“ ist Oberbegriff einer Reihe von Arbeitsschritten, die wiederum in einzelne Arbeiten zerfallen (können), die einen mittelbaren Bezug zu „Zweck, Operationsweise, Gegenstand, Mittel und Resultat“ eines Endproduktes haben, und dieses Endprodukt ist immer und überall, in allen Gesellschaften, in allen animalischen Verbänden, ja, selbst in den spezifischen Tätigkeiten einer Flora, bestimmt als eines unter verschiedenen Elementen eines Reproduktionsprozesses. „Arbeit“ ist deshalb ein Begriff, der in Gesellschaften von Privateigentümern, die eine Herrschaft reproduzieren, indem sie sich reproduzieren, zum mehr oder weniger heimlichen Oberbegriff avanciert, dem die Tätigkeiten untergeordnet werden.

Versteht mich bitte nicht falsch. Der Verfasser des „Kapital“ hatte nicht vergessen, was er in der Zeit, da er revolutionär aufklärerische Schriften wie die Pariser Manuskripte und die Deutsche Ideologie verfaßt hat, gelernt hatte, noch weniger hat er das Gelernte „verraten“. Wie Marx im ersten Zitat „Arbeit“ und „produktive Tätigkeit“ bestimmt, zeugt vom Gegenteil. Der Philosoph Marx hätte der Terminologie der „Deutschen Ideologie“ folgend an dieser Stelle wahrscheinlich von „Arbeit“ geredet und damit den Auffassungen Vorschub geleistet, die in der Literatur mit „christlichem Arbeitsethos“, „Arbeitsfetisch“ und neuerdings, in einem dialektischen Koppheister, mit „Arbeitsgesellschaft“ umschrieben werden. Stattdessen scheidet er „Arbeit“ und „Tätigkeit“ korrekt und wird schon vor dem 14. Kapitel, aber besonders in diesem,  Die Produktion des absoluten und relativen Mehrwerts, darauf zurück kommen.

Verlorene Paradiese

Die Realabstraktion der Arbeitsprodukte aus dem gesellschaftlichen Reproduktionsprozess in Gestalt der Ware und, prominenter, doch unkenntlicher, den Stoff, der Ware kauft, Geld, hat die gesellschaftliche Praxis seit vorbürgerlichen Zeiten mit einer Welt von Vorstellungen umsponnendie mit der theoretischen Abstraktion, die Marx vornimmt, interferieren. Folgender Satz wird ein Brennpunkt dieser Interferenzen:

Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt.

Alle Erstleser des Kapitals, die mir begegnet sind, und fast alle derer, die mit dem Text vertraut waren, haben den o.zit. Satz im Geiste unwillkürlich in die Modalform gesetzt, sie lasen: „befriedigen kann„, statt „befriedigt„, ein Fehler, der oft eisern gegen den folgenden Text behauptet wird. Deshalb schicke ich den folgenden Abschnitten eine Warnung voraus: Ich werde da nicht von Fetischisierung reden! Der Komplex von Mythen, den ich besprechen werde, hat einen mittelbaren Bezug zu dem, was Marx später „Fetischcharakter von Ware und Geld“ nennen wird, es ist eine Folgeerscheinung, nicht die Sache selbst.

Entsprechend einfach ist der erste Fehler, der begangen ist, wenn der zitierte Satz in die Modalform gesetzt wird: Marx redet von erfüllten Bedürfnissen, von dem praktischen Verhältnis zwischen Gegenständen und Personen, das er im gleichen Atemzug „Stoffwechsel mit der Natur“ nennt. Er bleibt auf dem Felde der Ökonomie – tatsächlich der klassischen Nationalökonomie – wechselt nicht ins philosophische Fach. Er spricht vom Reproduktionsverhältnis der Warenproduktion, nicht von einem allgemeinen bzw. abstrakten Verhältnis von „Mensch und Ding“ oder „Natur und Gesellschaft“.

„Mangelbehebung“

Kein Lehrbuch oder Grundkurs der „Wirtschaftswissenschaften“ verzichtet darauf, „das Wirtschaften“ existentiell, im Rahmen eines Menschenbildes zu legitimieren. Dies Bedürfnis erfüllt bis heute die biblische Vorstellung eines ewigen Mangels, den das Strafgericht Gottes über die Menschen verhängt habe: Zweck und Notwendigkeit des Wirtschaftens soll abstrakt-allgemein in der Bewältigung von Mangelzuständen liegen.

Eine ökonomische Untersuchung befaßt sich mit dem Lebensprozess von Menschen, ob er denen nun armselig vorkommt, oder nicht. Dieser Lebensprozess hat zwei Seiten. Erstens ist er Natur­prozess, „Stoffwechsel mit der Natur“, der in erster Linie biologische Reproduktion, Vermehrung nebst ihren Voraussetzungen ist.
Zweitens ist er über’s Kopulieren hinaus ein Zusammenwirken der an diesem Stoffwechsel beteiligten Personen. Dies Zusammenwirken weist Unterschiede zum Reproduktionsprozess anderer Tiergattungen auf, bleibt darüber jedoch Naturprozess.
Ein Reichtum, der Menschen instand setzt, ihr Gattungsleben zu reproduzieren, ist der ökonomischen Untersuchung daher vorausgesetzt und nicht das „Problem„, um das es in ihr gehe. Die Sentenz vom existentiellen Mangel, was immer man sonst von ihr halten mag, ist in der Ökonomie ein Unfug.

Ginge es in der Ökonomie um die geschichtlichen Techniken der Reproduktion, dann wäre sie eine Lehre von und über Produktionstechnologien. Doch schon aufgrund der geschlechtlichen Natur der Menschen ist jede produktive Tätigkeit Bestandteil und Mittel eines gesellschaftlichen Zusammenhangs, der mehr umfaßt, als ein technisches (und kommunikatives) Zusammenwirken von Individuen. Die gesellschaftliche Form des Produzierens ist der eigent-liche Gegenstand der Ökonomie.
Die gesell­schaftliche und technische Seite der Lebensprozesse gehören zusammen, ob ich es mit homo erectus, römischen Bürgern, feudalen Gottesknechten oder bürgerlichen Individuen zu tun habe. Folglich ist das, was unter „Reichtum“ zu verstehen ist, spezifisch für jede gesellschaftliche Formation, spezifisch für die Stellung der Individuen in dieser Formation und noch einmal spezifisch für jede Generation.
Was zu irgendeiner Zeit vom Standpunkt individueller Bedürfnisse als Reichtum oder Armut, als Mangel oder Sättigung beurteilt wird, ist nicht Gegenstand der ökonomischen Untersuchung, die sich vielmehr mit den Voraussetzungen solcher Urteile befaßt.

Freilich beseitigt ökonomische Tätigkeit Mangelzustände. Doch die Bedürftigkeit, die Mensch und Tier gemein ist, ist ihr Resultat, nicht Voraussetzung! Ökonomische Tätigkeit beseitigt nicht die Selbständigkeit eines Organismus gegen die außerleiblichen Bestandteile seines Lebensprozesses, sondern gibt ihr Form. Nicht der Hunger wird gesättigt, sondern ein Hunger. Bedürftigkeit ist alles andere, als ein ewiger Mangelzustand – oder, anders herum, der Mangelzustand wäre im selben Sinne ewiger Reichtum, beständige Sättigung.
Die biblische Allegorie ist in diesem Punkt klüger, als ihre Nachbeter. Der Glaube an ein Paradies, aus dem sie die Vorfahren vertrieben sah, enthält die Wahrheit, daß etwas da gewesen sein muß, wenn ein Mangel empfunden wird. Habe ich Durst oder Hunger, war ich zuvor gesättigt. Will ich von A nach B gelangen, bin entweder ich selbst, oder jemand, der Kunde brachte, von B nach A gekommen. Die Rede vom ewigen Mangel ist kindisch, sie verwechselt die Vorstellung von Bedürfnisbefriedigung mit deren Wirklichkeit.

„Materialismus“

Bis auf den Tag zerfällt die Welt bürgerlicher Weltanschauungen in eine mechanistisch-sensualistische und eine spiritualistische Phase, ein Erbe des Spätmittelalters, welches das revolutionäre Bürgertum antiklerikal zum „Gegensatz zwischen idealistischer und materialistischer Weltanschauung“ zugespitzt hat. Marx und Engels hatten sich als junge Erwachsene in diesen Streit eingemischt und namentlich gegen den deutschen Idealismus auf Seiten der Materialisten gestellt. Dabei setzten sie dem unhaltbaren „mechanischen Materialismus“ der frühbürgerlichen Schulen, die „den Menschen“ zu einem Apparat der besonderen Art erklärt hatten, einen „historischen Materialismus“ entgegen, über den ich mich an dieser Stelle nicht weiter verbreiten will. Der Hinweis war vonnöten, weil dieselbe weltanschauliche Auseinandersetzung andauert – heute bes. in den Debatten über „Willensfreiheit“ – und vom marx’schen Text aktiviert wird, zum Beispiel hier:

Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Diamant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut.

Das Zitat ist für sich genommen unmißverständlich. Das „Ding, das durch seine (…) Eigenschaften Bedürfnisse (…) befriedigt„, figuriert darin als ein Substrat, dessen allgemeine Eigenart es zum Gegenstand von Bedürfnissen werden läßt, nicht Aggregat von Eigenschaften, deren Besonderheit es in irgend eine Beziehung zu Subjekten stelle. Hätte Marx weiter oben genauer formuliert vom „Ding“ gesprochen, das vermittels seiner Eigenschaften Bedürfnisse befriedige, wäre noch offenkundiger, daß er Leser, die keine „Materialisten“ waren, die unproblematisiert die geistigen Bestimmungen des Nutzens, die „Idee“ der Gebrauchsweisen für das hielten, was Bedürfnisse bestimmt, mit dem Hinweis auf die stoffliche Bedingtheit eines Nutzens nicht kritisiert.
Historische Materialisten und ihre Erben wollten das anders sehen, sie lasen „bestimmt“, statt „bedingt“.
Fußnote 2 hätte sie belehren können. Da zitiert Marx in Bezug auf den Gebrauchswert zustimmend Barbon:

„Verlangen schließt Bedürfnis ein; es ist der Appetit des Geistes, und so natürlich wie Hunger für den Körper … die meisten (Dinge) haben ihren Wert daher, daß sie Bedürfnisse des Geistes befriedigen.“ (Nicholas Barbon, „A Discourse on coining the new money lighter. In answer to Mr. Locke’s Considerations etc.“, London 1696)

Stattdessen lasen sie dies als Kritik an Barbons falscher Auffassung des Wertes, von dem hier noch gar nicht die Rede ist.
Auch Fußnote 3 half nicht, in der Marx gegen die Vorstellung eines den Dingen stofflich innewohnenen Gebrauchswertes polemisierte, der gleichsam aufzufinden wäre, und darauf bestand, die Nützlichkeit der Dinge werde von den Subjekten bestimmt, die sie zum Material ihrer Bedürfnisse machen, nicht nehmen:

„Dinge haben einen intrinsick vertue“ (dies bei Barbon die spezifische Bezeichnung für Gebrauchswert), „der überall gleich ist, so wie der des Magnets, Eisen anzuziehen“ (l.c.p. 6). Die Eigenschaft des Magnets, Eisen anzuziehn, wurde erst nützlich, sobald man vermittelst derselben die magnetische Polarität entdeckt hatte.

Ein Einwand gegen Barbon ist das nur deshalb, weil die Leitereigenschaft des Eisens nichts mit dessen mechanischen Eigenschaften zu schaffen hat, auf die sich der ältere Barbon bezogen hatte. Noch deutlicher heißt es in der vor dem Kapital erschienenen „Kritik der politischen Ökonomie“:

„(Die Menschen) geben dem Ding diesen Nützlichkeitscharakter als von ihm besessen, obgleich es einem Schaf schwerlich als eine seiner nützlichen Eigenschaften vorkäme, daß es .. eßbar ist.“ (MEW19, 363)

Eßbarkeit ist keine Eigenart, die Nahrung an sich hätte, sondern eine sprachliche Projektion der Eigenarten des menschlichen Stoffwechsels in seine Nahrung.

Das Einfallstor der „materialistischen“ Deutung des Abschnittes zum Gebrauchswert liefert der Satz: Gebrauchsweisen der Dinge zu entdecken ist geschichtliche Tat.
Eine Tat ist die Entwicklung von Gebrauchsweisen schon, aber was soll das Attribut „geschichtlich“ dazu aussagen? Gemeint ist wohl kaum, daß etwa die Art, wie ein Zimmermann früherer Tage Axt und Beil zu handhaben wußte, für den modernen Handwerker „Geschichte“ ist. Noch weniger, daß Austernliebhaber hilflos vor den lebenden Objekten ihrer Begierde hocken, wenn sie nicht gelernt haben, sie zu öffnen.
Vorstellen wollen sich philosophische Materialisten bis heute, die Entwicklung und Verbreitung von Gebrauchsweisen habe eine Art gesellschaftliches Eigenleben, die in Anlehnung an frühere Schriften von Marx und Engels, „Entwicklung der Produktivkräfte“ heißen soll. Im Verlauf der Ausformung des „Marxismus“ zur Legitimationsideologie des „Realen Sozialismus“ ergänzte die zitierte Stelle Belege eines marx’schen Credo vom ‚Primat der Materie gegenüber dem Geist im Begriff der Praxis‘, ergänzt um eine „Dialektik von Natur und Gesellschaft“.

Demgegenüber ist das erste Zitat des Abschnitts furchtbar einfach zu verstehen. Marx weist seine Leser darauf hin, daß Bedürfnisse im Nutzen von Gegenständen zur Geltung kommen und daher, obwohl Bedürfnis wie Nutzen ganz und gar den Subjekten angehört, beides eine dingliche Natur hat, weil, bitteschön, ein Mensch selbst ein Ding (Marx sagt „Naturding“) sei. Es ist dasselbe Kausalitätsargument, das wir oben schon hatten. Die Erinnerung ist der ganze marx’sche Materialismus, nämlich das, was in der Analyse der kapitalistischen Gesellschaft von dieser Philosophie mit Fug übrig bleibt:
Ein Gegenstand eines Bedürfnisses ist dessen Gegenständlichkeit. Nicht Eigenarten der Gegenstände bestimmen über ihre Nützlichkeit, das Bedürfnis bestimmt umgekehrt über die Gegenständlichkeit der Sachen, über deren Eignung zu Genuß- und Produktionsmitteln.
Folglich ist es der Akt des Ge- bzw. Verbrauchs, der die Sachen nützlich bzw. zu Reichtum macht. Sie werden dadurch zum Inventar menschlicher Lebensprozesse. Oder:

Der Gebrauchswert verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Konsumtion.

Naturstoff wird im Gebrauch zur materiellen Form der geistigen Bestimmungen eines Nutzens, zum materiellen Dasein der Zwecke, die verfolgt werden, Bedürfnisse zu befriedigen. Das ist die rationelle Antwort auf eine falsche Frage, auf die ich weiter unten eingehen werde, weil sie bei der Marx-Lektüre unweigerlich im Hintergrund spukt, die Frage, was Reichtum „eigentlich“ sei. Reichtum besteht in vergegenständlichten Bedürfnissen. Oder, vom Standpunkt der als vergegenständlicht unterstellten Bedürfnisse, wie ein Ökonom sie aufzunehmen hat, will er nicht Theologe sein:

Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei.

Die geistigen Bestimmungen des Nutzens – d.h. einfach Zwecke und Gebrauchsweisen – sind historisch wie aktual verschieden für die gleichen Gegenstände. In der tätigen (praktischen, konsumierenden) Einheit der Zwecke und des Naturstoffes, in welchem sie realisiert werden, bleiben beide Momente selbständig. Ein Melkschemel, der als Hutablage dient, ist eine Hutablage und kein Melkschemel. Einheit und Auseinanderfallen der natürlichen und geistigen Momente im Inventar gesellschaftlichen Lebens ist der allgemeine Grund dafür, daß Tradierung sowohl ein Kontinuum, wie eine Abfolge von Brüchen zu bilden scheint, soviel sei zur Rolle der Geschichte in diesem Zusammenhang angemerkt.

Philosophische Materialisten bleiben der theologischen Trennung von Geist und Materie verhaftet, indem sie im Verhältnis von Bedürfnis und Gegenstand den Stoff abstrakt allgemein gegen die Bedürfnisse fest halten („Bedingtheit“). Ein Motiv dafür war und ist, daß sie in Konkurrenz zu den Legitimationsideologien des Bürgertums dessen herrschaftlichen Standpunkt übernehmen und nach Maßstäben für eine Bescheidung individueller Bedürfnisse an einem (gesamt-)gesellschaftlichen Nutzen fahnden.
Doch die im engen Sinne subjektive Seite eines Gebrauchswerts, seine besondere Nützlichkeit für das persönliche Bedürfnis seines Konsumenten oder Anwenders, ist ökonomisch kein Thema.

Meine vielleicht haarspalterisch erscheinende Auseinanderlegung der dinglichen und geistigen Momente des Gebrauchswertes, die für ein Individuum um so selbstverständlicher zusammen gehören, als er, etwa als Bastler, mit ihrer Trennung spielt, ist aus einem Grund notwendig, den ich hier vorweg nenne. Wir werden sehen, wie Warenproduktion die beiden Momente auseinander reißt und unter spezifischen Voraussetzungen feindlich gegeneinander stellt. Das praktische Problem, das der Nationalökonom Marx mit der Darstellung seiner Theorie zu lösen bekam, besteht in einer vom Standpunkt der Kritik der politischen Ökonomie des Kapitalismus herzlich entbehrlichen Beweisführung, daß und wie das Trumm, das wir in diesem Kapitel unter dem Namen „Wert“ kennen gelernt haben, die auseinander gerissenen Momente des Produktionsprozesses, daher ganz allgemein die Trennung von Bedarf und Bedarfsgegenstand, wieder zusammen führt. Daß es sich so verhält, kennt jedermann als das verlogene Lob der Marktwirtschaft dafür, daß sie angeblich fürchterlich unterschiedliche und schwer gegensätzliche Bedürfnisse der „Marktteilnehmer“ auf konkurrenzlos harmonische Weise vermittle und zusammen führe. Was es mit dieser „Zusammenführung“ auf sich hat, kann jedermann an ihren Erscheinungsformen, der Verwendung kapitalistischen Reichtums studieren. Das reicht mehr als hin, Geschädigte dieser Produktionsweise zu veranlassen, deren militärischen und administrativen Sachwaltern die Herrschaftsfrage stellen. Ob dies gleichbedeutend damit ist, eine „Systemfrage“ zu stellen, oder nicht – Hauptthema der Auseinandersetzungen zwischen Anarchisten und Kommunisten – sei einstweilen dahin gestellt.

Entsubjektivierung der Bedürfnisse

Das „Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art“ nicht befriedigt, aber befriedigen können soll, ist mit Marx, wie ihr dem Text schon entnommen habt, nicht der Gebrauchswert, sondern der (Tausch-) Wert Ware, die Ware als ein Stück Eigentum. Nach der Wertseite der Ware steht das Aggregat physischer Eigenschaften, das sie ist, in einem äußerlichen Verhältnis zu ihrem Besitzer, nämlich dem, entweder veräußert, oder nicht veräußert zu werden. Das hat Folgen für die Auffassung des Verhältnisses der Waren zu Erwerbern, in deren Besitz sie wechseln und ihr Warendasein im Verzehr bzw. Benutzung beenden sollen.  So lange dies nicht geschehen ist, spekulieren Käufer und Verkäufer auf ein inneres Verhältnis der Ware zum Besitzer, das Verhältnis einzelner physischer Eigenschaften zu einem möglichen oder tatsächlichen Bedarf.
Der zweite Fehler der Modalform der Gebrauchswertbestimmung ist daher eine Problematisierung des Begriffs „Reichtum“.

Kulturkritik und deren Kritik – Materialismus und Idealismus des Verzichts

Die Leser des Kapital sind gewohnt und genötigt, das Wort „Reichtum“ als Oberbegriff für Bedarfsgegenstände aufzufassen, die sie entweder als Waren oder Nicht-Waren,  Geschenke, „Glücksgriffe“, „Schnäppchen“ etc. kennen.
Die Nötigung liegt in der Knappheit in ihren Geldbeuteln – ersatzweise der Moral des Geizes – die ihnen vorschreibt oder nahe legt, die Dinge zuerst ins Verhältnis zu ihrem Preis – im buchstäblichen oder weiteren Sinne – zu setzen, bevor ihr Verhältnis zum Bedürfnis zur Geltung kommen darf. Ein Käufer hat zu entscheiden, ob er sich den Erwerb einer Ware leisten kann und will. So bestimmt er den Reichtum, den er erwerben kann oder will, indem er Waren über das berüchtigte Preis/Leistungsverhältnis vergleicht, was nichts anderes heißt, als daß er über Art und Umfang des Verzichtes entscheidet, den sein Beutel (oder seine gesellschaftliche Stellung etx.) ihm auferlegt. Die subjektive Seite des Verzichtes auf einen Bedürfnisgegenstand heißt Entsagung. Es spielt an dieser Stelle keine Rolle, ob eine Entsagung leidend oder indolent ist. Selbst wenn ein Käufer ein teilnahmsloses Verhältnis zu einer Warenart oder – -gattung einnimmt, liegt im Kontext der Kultur warenproduzierender Gesellschaften ein Verzicht, eine Abstandnahme des Bedürfnisses von seinem Gegenstand vor. Das Resultat einer Übersetzung dieses praktischen Verhältnisses von Käufern, Verkäufern und Waren in ein theoretisches Urteil: Das fragliche Bedürfnis wird dem entsagten Gegenstand geistig übergeben. Es wird, um einen korrekten, aber bei Traditionsmarxisten in Acht und Bann gefallenen Ausdruck zu verwenden, verdinglicht.

Mit diesem Wort habe ich einen Sack Schlangen aufgemacht, mir Läuse in den Pelz gesetzt und bei eingefleischten „Materialisten“, welche die Mehrheit der „Marxisten“ mutmaßlich noch sein wollen, verschissen. In einem Kapitalkurs, den ich vor 20 Jahren angeleitet habe, vermied ich das Reizwort „Verdinglichung“, aber es nutzte nichts. Eine Teilnehmerin, der meine Betonung der geistigen Seite des Verhältnisses von Bedürfnis und Bedürfnisgegenstand als ein Verstoß erschien, blieb Argumenten derart unzugänglich, daß mir nichts anderes mehr einfiel, als dem sehr anziehenden Mädel zu versichern, ich könne ihr meine Sicht der Dinge beweisen, indem ich für sie koche.  Habe ich ihren Geschmack erst kennen gelernt, sei ich imstande, ihn in der Komposition einer Mahlzeit zu antizipieren, sodaß sie diese geistige Leistung schmecken könne. Ich wurde trotzdem – oder deshalb? – abgesetzt.

Ihr fragt, warum ich auf das Wort Verdinglichung nicht länger taktisch verzichten will?
Dazu muß ich vorausschicken, der Begriff, der in den Notizen des jungen Marx eine zentrale Rolle spielt, auf die ich nicht eingehen werde, ist aus Motiven verfemt worden, die ich teile.
Jedes moralisch erzogene Subjekt, das sich kritisch gegen die Welt von „Kapital und Arbeit“ stellt, in der es heran wächst, muß mit einer Kritik der Bedürfnislagen beginnen, welche die bürgerliche Herrschaft zu tragen und zu legitimieren scheinen. Es kann (noch) nicht wissen, daß „bürgerliche Herrschaft“ überhaupt nichts anderes ist, als eine praktische Kritik der Bedürfnisse der Unterworfenen, die in ihrer allgemeinsten Gestalt in der Garantie und dem Schutz des Privateigentums gegeben ist. Entfällt eine Kritik der juvenilen Kritik der bürgerlichen Subjekte, wird sie Grundlage beliebiger Rechtfertigungsideologien bürgerlicher Herrschaft. Verweigert der juvenile Kritiker eine legitimatorische Affirmation der Verhältnisse, wird er Kulturkritiker. Das ist jemand, der sich auf einen epochalen Standort des Urteilens, gleichsam „oberhalb“ (psychologisch „unterhalb“) der Ebene des Zusammenwirkens von Herrschaft und Unterwerfung begibt und seine Adressaten mit nicht selten für „erbaulich“ befundener Verachtung traktiert. Denn, merke, so gut wie jedes bürgerliche Subjekt beging in seiner Jugend eine Zeit lang den Weg zum Kulturkritiker …
Doch einen Übergang zur Kulturkritik auf der Grundlage einer Kritik der vorfindlichen Bedürfnisse vermeidet just derjenige nicht, der sie durch eine Kritik der Herrschaft ersetzt. Verdichtet sich in seiner Biographie die Erfahrung, daß seine Adressaten seine Feindstellung partout nicht teilen wollen, sich allenfalls taktisch und vorübergehend hinter sie stellen, um den Kritiker als Advokaten ihrer Interessen zu nutzen, kommt er auf die Kulturkritik zurück, nun in der Form eines auf einen Idealismus des Freiheitsgedankens gegründete Verachtung des bürgerlichen Knechtsbewußtseins. Falls er darob nicht zum Volksverächter wird, wird er zum Advokaten oder Kämpfer für Emanzipation und bedient damit mehr oder minder wissentlich ein Kernstück aller Rechtfertigungsideologien bürgerlicher Herrschaft.
„Verdinglichung“ ist, wie ihr hoffentlich gleich merkt, ein Scharnierbegriff der Kritik der Kulturkritik, der nicht zu ersetzen ist, indem das Wort vermieden wird.

Die Entsagung eines Menschen, dessen Bedürfnisse in der Erscheinung einer „gewaltigen Warensammlung“ gegenständlich vorliegen, von der er zum größten Teil ausgeschlossen ist und voraussichtlich bleiben wird, ist kein „psychischer“ Vorgang. Sie ist auch nicht bloß ein Ducken unter den Folterwerkzeugen der Moral, der elterlichen Hiebe, der polizeilichen Zwangsmittel, der in all diesem, ergänzt um die Strafe des Gefangenendaseins,  allgegenwärtigen Drohung mit einer Herabstufung zur verworfenen (kriminellen) menschlichen Subspezies des Bürgertums.
Es ist eine Urteilsform im bürgerlichen Umgang mit Lebensmitteln. Sie erstreckt sich auf die erwerbliche Ware nicht weniger, als die unerwerbliche. Die o.a. geistige Übergabe eines Bedürfnisses an einen Gegenstand hat die Normalform, daß ein Käufer sich vornimmt, es mit dem Erwerb einer Ware nach Kalkül ihres Preises und der persönlichen Kosten dieses Preises, nicht allein zu bedienen, sondern zu Frieden zu stellen.

Diese Normalform ist ein Materialismus des Verzichts. Doch schon seine Bewegung, das „sich zu Frieden stellen wollen“ – das innerhalb gewisser individueller Schranken tatsächlich ein müssen ist – verweist auf ein komplementäres Urteil, einen Idealismus des Verzichts. Werden einem Bürger Güter über ihren Preis entzogen und gemäß der Logik der Verdinglichung der Bedürfnisse versauert, verweist ihn das auf den komplementären Gedanken, Reichtum sei nicht in seinen Gegenständen, sondern rein subjektiv zu bestimmen, vermittels eines abstrakten – d.h. von den Gegenständen abgelösten – Begriffs des Nutzens, subjektiv einer Bedürftigkeit, demselben Konstrukt, das ich oben anläßlich der nationalökonomischen Mangel- und Bedarfdeckungsideologien besprochen habe.
Die prominenteste Erscheinung der Verdinglichung der Bedürfnisse ist daher der Kult des erwerblichen Produkts, gegeben in der vermittels der Vergegenständlichungen der Welt der Werbung zur Anschauung gebrachten Urteile, was jemand „braucht und nicht braucht“, aka Dingen, mit denen der Käufer neben seinem praktischen Dasein ein persönliches Leben ausstattet. Mindestens in der Gestalt des Käufers wird der Bürger zu einer Charaktermaske des Geldes, das er hat und nicht hat.


  1. Dienstleistungen als eine besondere Form ökonomischer Tätigkeit zu behandeln, sind Ökonomen aus Gründen versucht, die an dieser Stelle noch nicht behandelt werden können. Die Sortierung ist betriebswirtschaftlich zweckmäßig, wissenschaftlich ein Fehler. Ein Dienstleister lebt nicht von Luft und Liebe und selbst wenn sein Produkt nur aus Sprechblasen bestehen sollte, benötigt er Produktionsmittel, z.B. ein Mobile. Die Reproduktion des Dienstleisters gliedert seine Tätigkeit der Güter- oder Warenproduktion ein, wie immer sie gesellschaftlich davon abgetrennt erscheinen mag. Er trägt entweder zu den Überschüssen derer bei, von denen er seine Mittel bezieht, oder er lebt vom Verzehr derjenigen, die dies tun. Es trägt gelegentlich zur Verwirrung bei, daß Unternehmen sogenannte „unechte Kosten“ – faux frais – der Warenproduktion an Dienstleister auslagern, z.B. an „Sicherheits“dienste, die kein „Gut“ liefern, sondern eine (gesellschaftliche) Last tragen. Werbung hingegen – zur Abgrenzung – ist ein „Gut“, soweit sie Warenkunde liefert, geht jedoch auf überfüllten, von wenigen Produzenten beherrschten Märkten, über in faux frais der Konkurrenz. 
  2. Daß Marx selbst im zit. ersten Satz und an anderen Stellen von „Untersuchung“ spricht, begründet keinen Zweifel an dieser Behauptung. Es ist eine konventionelle Wortwahl. In Vorworten und Briefwechseln hat er, insbesondere mit Verweis auf Hegels „Logik“, seine schon zu damaliger Zeit gesellschaftlich abweichende Darstellungsweise kommentiert und begründet. Ich erspare mir und euch „Nachweise“ dafür, der Text des „Kapital“ ist Nachweis – oder eben nicht. 
  3. Die Bezeichnungen müssen nicht zwingend vorkommen … 
  4. Ingo Elbe (2010) Marx im Westen: Die neue Marx-Lektüre in der Bundesrepublik seit 1965. Die Wahl ist das zufällige Ergebnis einer listigen Google-Recherche.