Zentralasien im Russlandkrieg

Frank Stier hat einen Artikel unter dem Titel verfasst, „Wie Zentralasien zum Drehkreuz zwischen Asien und Europa wird„. Viel mehr, als den anspruchsvolle Titelbehauptung, gibt das nicht her. Stier zitiert ein paar Wünsche und Pläne des usbekischen EU-Botschafters und referiert unzitiert Urteile einer „Global Governance“ – Notiz, die Ulrike Schmitz für SWP abgefaßt hat, um Lobbyisten aller Art auf „Chancen und Risiken“ politischen und wirtschaftlichen Zentralasien-Engagements aufmerken zu lassen.

Die Ausnahme ist diese Mitteilung:

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Ergänzung zur russischen Nuklearoption

(Vgl. den voran gegangenen Eintrag)

Meine Reaktion auf Uwe F’s Einwand war korrekt, doch nichtsdestotrotz autoritär und in diesem Sinne „patriarchal“. Ich folge zunehmend unduldsamen Impulsen gegen uninformierte, auf Mythologien gegründete Urteilsweisen, gemäß derselben „deformation professionelle“, die sich Lehrer geschehen lassen, die sich täglich genötigt finden, darauf zu bestehen, das Material disziplinarischer Zurichtung, zu dem die Lehren und Kenntnisse herab gesetzt sind, die sie vermitteln sollen, hätte für die disciple an sich selbst relevant zu sein, statt „nur“ Mittel der Absortierung der Schülerschaft in die bürgerlichen Karrieren.

Dann fliegen umgehend entsprechende Sprengköpfe Richtung Osten und ruinieren größere Teile Russlands

Das ist ein Mythos, was man in diesem Fall exakt an seiner praktischen Funktion erkennen kann. Er ist Bestandteil der „MAD“-Doktrin, der „mutual assured destruction“ im Falle eines Nuklearwaffeneinsatzes der nuklearen Großmächte USA, Russland, China gegeneinander, gegründet auf nichts anderes und weiter, als die schiere Anzahl der ihnen verfügbaren Raketen und Sprengköpfe und der halbautomatisierten Logistik, die den Staatsführungen bereit gestellt ist, sie gleichsam „auszuklinken“.

„MAD“ hat NICHTS mit Artikel 5 des NATO-Vertrages zu tun

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Knappe Bemerkungen zur Frontlage des Russlandkrieges der NATO in der Ukraine

Seit Monaten versorgen die deutschen Massenmedien die Bevölkerung überwiegend mit disparaten und kontingenten Verlautbarungen des britischen MI6 zur Kriegslage, ergänzt um Mitteilungen des Neocon-Thinktanks ISW. Dies allein ist praktisch als ein Beweis dafür zu nehmen, daß dieser Krieg von der NATO und der ihre militärischen Ränge dominierenden britischen und amerikanischen Generalität sowohl militärisch als auch politisch geführt wird.
In einem merklichen, wenngleich bedingten Kontrast dazu hat die Leitpresse der imperialen Welt heute Stellungnahmen der Direktorin of National Intelligence, Avril Haines, zur aktuellen Kriegslage veröffentlicht.

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Archiv 2019: Fortschritte der Verselbständigung der US-Auslandstruppen unter Trump, Thema Irankrieg

(Eine Serie aus dem „Journal“, Vorgänge im Anschluss an die False-Flag-Tankerattacken des US-Centcom im Golf von Oman, zugespitzt durch die Entsendung einer RQ-4 Global Hawk in den iranischen Luftraum, die am 19.6. von den Revolutionsgarden abgeschossen wurde. Zum Hintergrund empfehle ich Was war der „Iran-Deal?“ Ein Fragment.)

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Archiv, Juli ’19. Why Trump „really“ withdrew from JCPOA …

(Für den Eintrag sollte man den Eintrag Was war der „Iran-Deal?“ Ein Fragment, Nov.’18 zur Kenntnis nehmen.
Beides zusammen ist Grundlage eines folgenden Archiveintrages zu Kriegshandlungen am Golf im Juni 2019.)

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Archiv 14.6. ’19: Neue Weltkriegsphase; Angriff auf ein „japanisches“ Geisterschiff vor Oman

Vorwort
Das ist ein arg extemporierter Eintrag ins „Journal“ gewesen.

  • Die Abteilung „Israel / zionistische Militäraristokratie“ erscheint aktuell obsolet, aber das könnte sich angesichts der möglicherweise unbeherrschbar gewordenen Krise der Urbanität im Iran und die erneute Machtergreifung Netanyahus ändern.
  • Die Bedeutung, die ich dem ersten groß aufgemachten Angriff auf den Frachtverkehr zur See beigelegt hatte, ist seither vielfach bestätigt worden, darauf werde ich in weiteren Einträgen aus dem Archiv zurück kommen, aber hier geht es mir erstmal nur um die Rolle, welche die Affäre in der Geschichte der
  • Militarisierung des Indo-Pazifischen Raumes hat, von der in Seismik des ASEAN-Gipfels 2022 die Rede war.
  • Die beiden letzten Abschnitte, beginnend mit „„Die rechte und die linke Hand des Teufels“ – Trump und das Establishment“, behandeln eine Dynamik, die heute im Verhältnis NATO – USA resp. EU – USA von Belang ist.
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G20 Bali

Ich habe in Kommuniqué des Chinesischen Außenministers zum Deutsch-Chinesischen Gipfel – update, Ein „Trump“ ohne Trump ist nicht zu haben, Zu WaPo-Gerüchten über einen (gefakten?) Kurswechsel des White House im Russlandkrieg und dem letzten Eintrag zum ASEAN-Gipfel das Nötigste über den aktuellen Medienhype über „chinesisches Abrücken“ von Russland und das Siegesfrohlocken gesagt.

Bleibt mir nur, auf das böse Kasperltheater zu deuten, das abwechselnd Selensky und Saluschny mit – wem sonst – dem Stoltenberg, Jensi parallel dazu aufführen: Nichts anderes, als Kampf bis zum Endsieg über Russland komme in Frage.
In Bezug auf die „China-Frage“ zeichnet sich da folglich die klare europäische „Kante“ gegen die USA ab, die auch schon abseits der Kriegsfragen seitens UvdL, Borell und neuerdings „Bebé“, Annalena gezogen wurde. Irgendwelche Rücksichten auf China, bzw. die Chinapolitik der USA im Russlandkrieg gehörten für die EU nicht in die Tüte.
Das ist die eigenständige europäische Eskalation des Russlandkrieges, die „Flucht nach vorn“, von der ich im letzten Eintrag sprach. Jetzt bleibt halt abzuwarten, zu welchen Eskalationen sich die Europäer, und besonders die Briten, in den nächsten vielleicht 6 Wochen (so lang wird man der Konsolidierung der russischen Grabenfront einräumen) verstehen werden.

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Seismik des ASEAN-Gipfels 2022

Vorwort
Die Militarisierung des Weltmarktes nach Abdankung der SU hat mit dem zweiten Golfkrieg 1991 begonnen, welcher der NATO die nötige Autorität für die Bombenkampagnen gegen Serbien zwischen 1995-’99 gab. Für den asiatischen Raum begann sie meines Wissens – das mag unzureichend sein – mit Planspielen des Pentagon zu einem Irankrieg in der Straße von Hormuz ab 1999 und zur Denuklearisierung Pakistans 2000, die nicht die erwünschten Resultate hatten. Insofern kann und muß man 9/11 für den Startpunkt der imperialen Militarisierung des Indo-Pazifischen Raumes ansehen, und deshalb beginnt dieser Eintrag mit einem Rückblick auf den 12. Sept. 2001.

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Geschichtsteleologie am Beispiel Moshe Zuckermann

Moshe Zuckermanns Serie zum Zionismus (vgl. die Links unterhalb des Artikels) könnte fruchtbar zu machen sein.

Dazu muss allerdings das theoretische Fundament der Darstellung beigezogen werden, das Zuckermann in „Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen“ kurz vorgestellt hatte:

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Zu WaPo-Gerüchten über einen (gefakten?) Kurswechsel des White House im Russlandkrieg

Vgl.: „Drängt Washington Kiew zu Verhandlungen?“

Bevor einer diesen Schwachsinn überhaupt zur Kenntnis nimmt, sollte er sich Rechenschaft über die militärische Lage geben.
Es ist offenkundig, und selbst die Spatzen pfeifen es seit zwei Tagen von den Dächern, daß die russische Armee sich im Wesentlichen eingräbt, bis auf den Frontabschnitt in Bachmut, wo das Hin- und Her zugleich beweist, daß beide Parteien zu Kriegshandlungen, die das Schlachtfeld verändern könnten, derzeit weder in der Lage noch bereit sind.
Eigentlich ist das schon seit Wochen mit der Teilmobilisierung präjudiziert gewesen, sie reicht offenkundig nicht hin, die ukrainischen Kräfte in der Fläche zu besiegen, aber sie reicht gewiß hin, das NATO-Siegesgeseire ad absurdum zu führen, so lange es keinen direkten Kriegseintritt der NATO gibt.

Es sollte sich von selbst verstehen, daß die einschlägigen Figuren in der NATO vor diesem Hintergrund für die kommenden Wochen ein HickHack in den eigenen Reihen über den künftigen Kurs erwarten, akzentuiert durch das Ergebnis der Midterms und den fortgesetzten passiven Widerstand Frankreichs und des Bundeskanzleramtes.
Und dann tut das Weiße Haus halt, was es seit seines Bestehens immer tut, es ist seine eingeborene Aufgabe in der Föderationsregierung, es sucht sich überall „an die Spitze der Bewegung“ entweder zu setzen oder dort zu halten. Die WaPo erfüllt jetzt ebenfalls eine eingeborene Aufgabe: Hofberichterstattung. Ihr Job ist es, die Illusion zu fördern und aufrecht zu erhalten, das Weiße Haus sei der Nabel der Welt, was immer „die Welt“ aktuell sein soll.

Dann bleibt halt die Frage übrig, was Jake Sullivan aktuell in der Ukraine zu suchen hat. Da liegt eine Antwort zumindest sehr nahe. Wenn die NATO in der eingangs skizzierten Lage ihre ukrainischen Söldner, einschließlich der Briten, Polen, Amerikaner, Kanadier, die dort mit Spezialausrüstung und Spezialaufgaben unterwegs sind, zur Eskalation auf ausgewählten Feldern drängt oder treibt, um dem WH die „Spitze der Bewegung“ streitig zu machen, dann könnte der Effekt für Washington unangenehm werden. Denn der russischen Luftwaffe bleibt weiterhin eine Eskalationsstufe, die der Kreml all die Monate im Köcher behalten hat: Flächenbombardements, namentlich auch gegen NATO-Ziele in der Westukraine.

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Kommuniqué des Chinesischen Außenministers zum Deutsch-Chinesischen Gipfel – update

Quelle. Teilübersetzung, des Diplomatensprechs halber, versehen mit kurzen Kommentaren.

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Doku – Joseph Borrell an das diplomatische Corps der EU am 10.10.’22

Quelle

Meine Ausschnitte:

(…) You will have an entire week and you will be hearing from many people – from our President [of the European] Commission [Ursula von der Leyen], [President of the European] Council [Charles Michel], Commissioners, think tankers, journalists. You will discuss about how the European Union should position [itself] in this competitive and fractured world. (…) The new frontiers of diplomacy – it is a big range of issues. 

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„Kommunistische Agitation“ gegen nationalistische Kriegsgegner

Zu sowas habe ich es in den „Debattensplittern“ nicht bringen wollen, und auch meine übrigen Einträge nicht daraufhin zusammen gefaßt. Ich bin persönlich nicht in der Verfassung, in irgend einem „höheren“ Auftrag, und sei es aus elitärer Eitelkeit, Ausrufezeichen in die Landschaft der irrelevanten Veröffentlichungen zu setzen, lieber versuche ich, „Haken“ im Bewußtsein von Adressaten zu hinterlassen, von denen ich annehmen will, daß sie taugen könnten, sich aus der einen oder anderen Befangenheit zu lösen.
Hier jetzt die Ausnahme, eine Art Zusammenfassung der Lehre, die ich aus den Debattensplittern gezogen habe.
Anlaß ist derselbe Artikel, wie im Eintrag zuvor, nebst einem aus meiner Sicht nachvollziehbaren Kommentar von @Mengel, der hier aufzusuchen ist.

Gegendarstellung @Mengel
Manchmal ist es nützlich, eine Stimme unter unseren „amerikanischen Freunden“ zur Kenntnis zu nehmen.
Jeffrey D. Sachs in
„Wir brauchen einen Wechsel in der US-Außenpolitik“
https://www.heise.de/tp/features/Wir-brauchen-einen-Wechsel-in-der-US-Aussenpolitik-7329300.html
argumentiert „als Amerikaner“, „für die USA“, also aus einem nationalistischen Blickwinkel.
Schaut man aber genauer hin, kann man bemerken, daß dieser gewollte Anschein ein wenig trügt. Argumentativ bezieht Sachs einen Standort, den sich nur ein amerikanischer Nationalist höchsten Ranges gewissermaßen „leisten“ kann, den eines („echten“) Kosmopoliten. Ich paraphrasiere diesen Standort mal mit meinen Worten:

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Des „kollektiven Wahnsinns“ fette Beute

Das Zeug vom Rainer Mausfeld, das dies Posting angeregt hat, solltet ihr euch, wenn es nach mir geht, aus Gründen ästhetischen Empfindens und Zeitökonomie nicht antun. Habe ich auch nicht, ich hab es nur quer gescannt.

Der Wahnsinn, den ich wahr nehme, erlebe, kennen lerne, hat mit einer Ausnahme keinerlei „kollektive“ Merkmale, es ist ein Phänomen, das so individuell ist, wie es das nur geben kann …
… übrigens, was soll das eigentlich sein, ein Individuum, wenn man anders von ihm spricht, als, beispielsweise, von einem Vogel, einem Schaf, einer Kuh, einem Hund oder gar einer Katze? …
und deshalb ist es überwiegend ein echt pathologisches Phänomen, es wird dort, wo das noch nicht der Fall ist, zu mehr oder minder schweren Hirnschäden, zu kognitAus iven Verlusten führen.
Die Ausnahme sind die Mitglieder der politischen Klassen und da, wie könnte es anders sein, hat die Kollektivität keine andere Folge, als daß die Hirnschäden so unausweichlich werden, und so unauslöschlich für Leute, die nicht /aussteigen/, wie das von extremistischen Sektenformationen bekannt ist, also in gewisser Weise „noch individueller, als individuell“, *grins*.

Was ich mit dieser Polemik unterstrichen haben wollte: Die Weise, wie Mausfeld etc.pp von „kollektiv“ reden, ist schon ein Anzeiger und Merker, daß sie von *sich* reden, nämlich von sich ALS realen oder selbstgeweihten Mitgliedern der Elite(n).
Meine Nachbarn und (ehemaligen) Arbeitskollegen hingegen sind nicht verrückter, als sie es in den letzten 25 Jahren immer schon gewesen und geworden sind.

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