Die Corona – Katastrophe im Spiegel von scinExx

Kurze Sammlung von Befunden und Hinweisen aus Studien, mit Blick auf eine allgemeine Lagebeurteilung und künftige Postings zum Thema.

Weiterlesen
Veröffentlicht unter Covid-19 | Verschlagwortet mit | 4 Kommentare

Notiz zu fingierten US-Staatsstreich-Gerüchten

In vermutlich unübertroffener Reinform hat Th. Schuster die Volte für TP vorgestellt: Trump am Ende: Kommt jetzt der Staatsstreich?
Die Sache ist komplett erfunden.

Weiterlesen
Veröffentlicht unter USA | Verschlagwortet mit , , | 1 Kommentar

Kein Titel

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Schwedens vorbildliche Impfstrategie

Ich weiß, der sog. „schwedische Sonderweg“ zur Durchseuchung der Bevölkerung hat abermals die idiosynkratischen patriarchalen und faschistoiden Eigentümlichkeiten der herrschenden schwedischen Stände aufscheinen lassen. Hinsichtlich der Covid-Impfung geht Schweden, gemessen am europäischen Mainstream, erneut eigene Wege, die dieser Eigenart nichts nehmen, u.a. deshalb nicht, weil ihr maßgeblicher Parameter die katastrophalen Erfahrungen sind, welche die Schweden mit der Schweinegrippenimpfung im Jahr 2009 gemacht haben. Dazu „Bloomberg„:

Weiterlesen
Veröffentlicht unter EU, UK | Verschlagwortet mit , | Kommentar hinterlassen

Warum wurde die Navalny-Affäre plastiniert?

Plastination.

Wie bringt man renommierte Mediziner, darunter einen, der jung genug ist, auf den Fortgang einer prächtigen Karriere zu setzen, dahin, zugunsten eines geheimdienstlichen Komplotts, das mindestens einen Fall schwerer Körperverletzung eingeschlossen hat, in einer internationalen Fachzeitschrift ein Dokument zu veröffentlichen, dessen Inhalt jeder Peer nach professionellen Kriterien mit Kopfschütteln, eher einem Tippen an die Stirn quittieren müsste?

Ihr kennt die einschlägigen Antworten. „Sie haben noch eine große Zukunft vor sich.“ „Wir wissen, wo wir ihre Kinder / Frau / Geliebte finden.“ „Sie wollen doch nicht, daß Ihre kleinen Extravaganzen ans Licht kommen?“ – und was Phantasie sonst noch hergeben mag.
Doch das scheint in diesem Fall unmöglich zutreffen zu können.

Weiterlesen
Veröffentlicht unter EU, NATO | Verschlagwortet mit | Kommentar hinterlassen

Im letzten Eintrag habe ich erhebliches Gewicht auf den Umstand gelegt, daß die Inkraftsetzung der IMB, welche dem UK erlaube, Bestimmungen des Brexit-Abkommens von 2018 zu umgehen, in der EU mit Schweigen übergangen worden ist. Im Nachhinein bekam ich das ungute Gefühl, ich hätte den Punkt nicht gewissenhaft genug recherchiert und in der Tat, nachfassend stieß ich auf eine Meldung der BBC vom 9.Dez., die besagt, Parlament und Regierung des UK hätten hingenommen, daß das „House of Lords“ die strittigste Bestimmung der Bill gestrichen habe.
Allerdings bleibt die Angelegenheit unklar. In randständigen Jura-Blogs wird diskutiert, inwieweit die Streichung und weitere Änderungen den Anlaß der EU-Klageerhebung tatsächlich heile oder lediglich Rechtsunsicherheit etabliere. Eine Antwort scheint jeden zu überfordern, der keine Expertise sowohl in EU- wie UK-Jurisdiktion hat und die Debatten vermitteln mir den Eindruck, die UK-Gesetzgebung zeige sich auch auf diesem Feld so willkürlich und politisiert, wie das in den Affären Assange und Skripal zu Tage kam. Darum sehe ich keinen Anlaß, zurück zu ziehen, was ich dazu schrieb.

Erstellt am von tgarner9 | Kommentar hinterlassen

„Brexit“ – nur noch symbolischer französischer Widerstand gegen britisch-transatlantische Suprematie (updated)

(update) Eine Mitteilung des französischen Regierungssprechers Gabriel Attal scheint meiner Darlegung zu widersprechen. Er sagte, Frankreich halte an seinen „Roten Linien“ fest, insbesondere hinsichtlich Fischereirechten (Reuters). Ich neige dazu, die Mitteilung als Teil eines Fernduells mit dem britischen Transportminister aufzufassen, der verkündete, eine Verlängerung der „Übergangsphase“ komme nicht in Betracht.
update Ende

„Le Monde“ von heute:

Die Europäer machen den zoll- und quotenfreien Zugang der Briten zu ihrem riesigen Markt von der Lösung der Fischereifrage abhängig, d.h. von den Bedingungen für den Zugang ihrer Fischer zu britischen Gewässern. Für einige Mitgliedstaaten, allen voran Frankreich und die Niederlande, ist das Thema trotz seines geringen wirtschaftlichen Gewichts von großer politischer und gesellschaftlicher Bedeutung. Auf der anderen Seite des Kanals symbolisiert die Kontrolle der Gewässer eine wiedergewonnene britische Souveränität dank des Brexit.

Bei den beiden anderen schwierigen Fragen – wie Streitigkeiten beizulegen sind und Maßnahmen zum Schutz vor unlauterem Wettbewerb – haben sich die Positionen in der vergangenen Woche angenähert, auch wenn die Diskussion noch offen ist.

Die Europäer fordern in London Garantien, um ihren riesigen Markt vor der Gefahr von Dumping in Umwelt-, Arbeitsrechts- oder Steuerfragen zu schützen. Sie wollen auch sicherstellen, dass Großbritannien seine Wirtschaft nicht um jeden Preis subventioniert, ein Punkt, bei dem beide Seiten um einen Kompromiss ringen.

IMB – Verabschiedung totgeschwiegen, britische Sonderrechte IN der EU bekommen den Namen „Brexit“

Man vergleiche das LeMonde-Zitat mit einem Statusbericht der irischen Berater- und Lobbykanzlei Mason Hayes & Curran LLP von Mitte Oktober:

Die Kontroverse um den vom Vereinigten Königreich vorgeschlagenen Gesetzesentwurf zum Binnenmarkt („Internal Market Bill“, IMB) hat der aktuellen Unsicherheit über das Handelsabkommen eine weitere Ebene hinzugefügt. Der Gesetzentwurf soll den freien Waren- und Dienstleistungsverkehr in einem Großbritannien nach dem Brexit regeln. Es schlägt vor, den Ministern der britischen Regierung die Macht zu geben, Teile des Austrittsabkommens außer Kraft zu setzen.

Der Gesetzentwurf soll sicherstellen, dass der Handel zwischen allen vier Heimatländern des Vereinigten Königreichs auch nach dem 31. Dezember 2020 barrierefrei bleibt. Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, hat ihre Bedenken geäußert, dass die Verabschiedung des Gesetzes gegen internationales Recht verstoßen würde. Am 1. Oktober 2020 teilte die EU dem Vereinigten Königreich förmlich mit, dass die Europäische Kommission der Ansicht ist, dass das Vereinigte Königreich gegen das Austrittsabkommen verstößt.

Die IMB ist nicht bloß ein ärgerlicher Bruch des Brexit-Vertrages, sondern hat massive militärpolitische Konsequenzen. Ein Hauptziel der jahrelangen Verhandlungen war die Vermeidung einer „harten“ Grenze zwischen EU und UK auf irischem Territorium, die zu kriegerischen Konfrontationen führen muß, im Maße, wie die Kontrolle des Personen-, Handels-, Dienstleistungs- und Finanzverkehrs Anlaß zu Schmuggel, halbseidenen Geschäften und Turfkämpfen zwischen den verfeindeten Volksgruppen bieten wird. Das ist nicht nur im Falle eines „No Deal“ virulent. Voraussetzung, so etwas zu verhindern, wäre die Übernahme der EFTA-Regeln durch das UK, die – allgemein zusammen gefaßt – eine Übernahme der EU-Regulationen, die den Wirtschaftsverkehr mit dem Binnenmarkt betreffen, in das Handels- und Verkehrsrecht der EFTA-Länder vorschreiben. Das hat das UK von Beginn an abgelehnt. Das IMB sieht für den Fall eines „Deals“, eines Freihandelsvertrages mit der EU vor, daß die Regierung des UK wettbewerbsrechtliche Bestimmungen des Vertrages, das sogenannte „level playing field“ betreffend, für den „internen“ UK-Verkehr außer Kraft setzen kann. Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht werden damit UK-intern legalisiert, daher im Verkehr mit der EU unkontrollierbar. Für die irisch-nordirische Grenze und Nordirland selbst sind bewaffnete Bandenkämpfe und harte Konfrontationen mit der irischen Grenzpolizei zu erwarten.
Das IMB ist vom britischen Parlament am 17. Dez. vor vier Tagen, mit Wirkung zum 1. Jan. verabschiedet worden. Kein Wort darüber im LeMonde-Artikel oder irgendwo in der Brexit – Presse des deutschen Mainstream – der folgenreiche Vertragsbruch wird totgeschwiegen. Ein sicheres Zeichen, daß die Sonderrechte des UK in der EU, die den Namen „Brexit“ tragen, beschlossene Sache sind.

Hybrider Krieg über Wettbewerbsregeln und Standards zwischen UK und EU

Im o. zit. Bericht von M.H. & C. LLP hieß es weiter:

Verhandlungsergebnisse im Bereicht „Level Playing Field“ werden die größten Auswirkungenim Finanzdienstleistungssektor haben. (…) Gleiche Wettbewerbsbedingungen sind ein grundlegender Aspekt der Finanzdienstleistungen innerhalb des EU-Binnenmarktes, der den freien Verkehr von Personen, Waren, Dienstleistungen und Kapital zwischen den Mitgliedstaaten ermöglicht.

Ich habe das kürzlich in „Brexit (12/20)“ relativ ausführlich besprochen, doch weiter mit der Quelle:

Insbesondere wird der Brexit Konsequenzen für die im Vereinigten Königreich ansässigen Finanzinstitute haben, die auf den „Pass“ des Europäischen Wirtschaftsraums („EWR“) angewiesen sind, um Zugang zum europäischen Binnenmarkt für Finanzdienstleistungen zu erhalten. (…) Wenn bis zum 1. Januar 2021 keine Regelungen getroffen werden, enden die Passporting-Rechte für Finanzdienstleister aus dem und in das Vereinigte Königreich (und) britische Finanzinstitute (müssen) eine Basis innerhalb der EU errichten, um weiterhin Dienstleistungen innerhalb der EU anbieten zu können. Britische Finanzinstitute (müssen) in eine Jurisdiktion innerhalb der EU umziehen, von der aus sie ihre Finanzdienstleistungen passportieren können. Irland ist ein naheliegendes Domizil für britische Firmen, die ihren Sitz innerhalb der EU verlagern wollen …

Die Auswirkungen des Brexit auf EU-Firmen, die ihre Dienstleistungen in das Vereinigte Königreich passportieren …
Die britische Regierung hat eine befristete Genehmigungsregelung für bestimmte EU-Firmen, Investmentfonds und deren Manager eingeführt, die ihre Dienstleistungen in das Vereinigte Königreich passportieren (das „Temporary Permissions Regime“). Diese Regelung erlaubt für einen Zeitraum von drei Jahren grenzüberschreitend Dienstleistungen im Vereinigten Königreich zu erbringen, während sie eine Genehmigung der zuständigen britischen Aufsichtsbehörde einholen. Mit Wirkung zum 30. September 2020 hat die FCA EU-Firmen eine weitere dreimonatige Frist eingeräumt, das „Temporary Permissions Regime“ in Anspruch zu nehmen.

Ein Verlust der EU-Passporting-Rechte muss nicht das Ende für die Erbringung von grenzüberschreitenden Finanzdienstleistungen aus Großbritannien bedeuten. Eine Option, die man in Betracht ziehen sollte, sind die sogenannten „Drittland“-Bestimmungen, die in bestimmten Richtlinien wie MiFID, AIFMD und der Solvency-II-Richtlinie vorgesehen sind. Diese Bestimmungen erlauben Drittlandfirmen, d.h. Firmen, die nicht im EWR ansässig sind, einige grenzüberschreitende Dienstleistungen im EWR zu erbringen, ohne dass die Drittlandfirma in der EU zugelassen sein muss, vorausgesetzt, die Rechtsprechung des Drittlandes hat Gesetze, die als „gleichwertig“ mit denen des EWR angesehen werden. Die Verfügbarkeit dieser Rechte hängt allerdings davon ab, daß die EU-Kommission eine solche „Gleichwertigkeit“ zertifiziert. Dieser Bewertungsprozess ist oft langwierig und erfordert eine sorgfältige Prüfung.

Außerdem ist die Gleichwertigkeit nur in bestimmten Richtlinien vorgesehen. Wichtige Regelwerke wie das Bankwesen (CRD) und der Zahlungsverkehr (PSD2) sehen keine Äquivalenzregelungen vor, und die in Solvency II vorgesehene Äquivalenzregelung erstreckt sich nur auf bestimmte Bereiche wie Rückversicherung und Gruppenaufsicht.

Als Frist für die Gleichwertigkeitsprüfung zwischen Großbritannien und der EU wurde Ende Juni 2020 angepeilt, diese Frist wurde jedoch nicht eingehalten. Das bisherige Scheitern einer Gleichwertigkeitsbeurteilung bedeutet, dass britische Firmen, wenn kein Handelsabkommen vereinbart wird, nicht in der Lage sein werden, weiterhin Finanzdienstleistungen ohne regulatorische Hindernisse oder Kostenfolgen anzubieten.

Divergenz: Mit der Zeit besteht das Risiko, dass die regulatorischen Standards und Rahmenbedingungen zwischen Großbritannien und der EU divergieren.
Beispielsweise bemühen sich Versicherungsunternehmen in Großbritannien bereits um Änderungen bei der Umsetzung von Solvency II, wenn die Übergangsfrist endet. Die Prudential Regulation Authority, die Aufsichtsbehörde für die britische Versicherungsbranche, hatte zuvor Probleme mit der Risikomarge unter Solvency II eingeräumt, konnte aber keine Änderungen vornehmen, da dies eine Einigung auf EU-Ebene erfordern würde.
Darüber hinaus wird die EU in den kommenden Jahren Änderungen an den Rahmenbedingungen für verschiedene Finanzdienstleistungssysteme vornehmen, die für im EWR ansässige Unternehmen gelten, was zu weiteren Divergenzen führen wird, sofern das Vereinigte Königreich nicht ähnliche Änderungen übernimmt.

Kurzum: Der Entfall einer Einigung auf dem Feld der Wettbewerbsregeln, den die LeMonde kommentarlos rapportiert, wird zu Verwerfungen im gesamten westeuropäischen Handels- und Finanzverkehr führen, egal, ob es in letzter Minute einen vom UK und der EC diktierten „Deal“ geben wird, oder nicht. Das betrifft abermals besonders das Verhältnis Irlands zur EU. Im irischen Handels- und Finanzdienstleistungssektor werden die UK-Sonderrechte starke Anreize schaffen, EU-Recht zu unterlaufen. Ähnliche Entwicklungen sind für die EFTA-Länder zu erwarten, namentlich Schweiz und Lichtenstein.

Die „Corona“-Quarantäne über das UK ist hygienisch absurd

Vgl.  Britische CoV-2-Mutante ist ein Einhorn mit zwei Köpfen.

Die Mutante ist seit drei Monaten unterwegs und bereits quer durch den Kontinent aufgefunden worden. Es gibt keine Kapazitäten für ein genetisches Monitoring der Infizierten, die auch nur die entfernteste Chance für eine Eliminierung böte. Der „Brexit“, der keiner sein darf und gemäß der ökonomischen Voraussetzungen keiner sein kann ist der einzige Grund für den Irrsinn. Von verschiedenen Seiten, darunter namentlich Nicola Sturgeon, First Minister of Scotland und Vorsitzende der separatistischen Scottish National Party, die vor wenigen Tagen verbindlich ein neues Unabhängikeits – Referendum angekündigt hat, obwohl Boris Johnson mehrfach gedroht hat, es zu unterbinden, wird der britischen Regierung die teilweise Abschottung des UK vom Kontinent als eine gesichtswahrende Gelegenheit angeboten, vom „No Deal – Brexit“ zurück zu treten und der EC eine Verlängerung der „Übergangsfrist“ anzudienen. Unausgesprochen bleibt, daß auch Macrons Frankreich auf diesem Weg auf gesichtswahrende Weise von der Konfrontation Deutschlands über die „Brexit“-Sonderrechte des UK abrücken könnte. Bleibt nur die Frage, ob B.J. sich auf eine Verzögerung des hybriden Krieges mit der EU, und damit der weiteren Vertiefung der Spaltung zwischen Paris und Berlin, einlassen will, oder nicht.

Veröffentlicht unter Brexit, EU | 4 Kommentare

For the record: Die neue britische CoV-2-Mutante ist ein Einhorn mit zwei Köpfen

Quelle

Die beiden frühesten beprobten Genome aus der B.1.1.7-Linie wurden am 20.09.2020 in Kent und ein weiteres am 21.09.2020 im Großraum London aufgefunden. Mit Stand 15. Dezember sind 1623 Genome aus der Linie bekannt, davon 519 aus dem Großraum London, 555 aus Kent, 545 aus anderen Regionen des UK. Außerhalb des UK wurden vier zum Stamm gehörige Genome gefunden.

Die B.1.1.7-Linie zeigt eine größere Anzahl von genetischen Abweichungen von den Stammformen, als üblich. Sie ist durch die Akkumulation von 14 Aminosäuresubstitutionen in drei Subspecies als eine monophyletische Klade ausgewiesen. Das ist beispiellos in den globalen Datenbanken für CoV-2. Die meisten Zweige im phylogenetischen Baum von SARS-CoV-2 zeigen nicht mehr als ein paar Mutationen. Daraus ergibt sich die Frage, wie eine solch umfangreiche Abzweigung im Stamm entstehen konnte, ohne daß Zwischenformen bemerkt und dokumentiert worden sind.
Die Autoren haben dazu eine Hypothese aufgestellt, die ich in korrigierter DeepL-Übersetzung wiedergebe:

Welche evolutionären Prozesse oder Selektionsdrücke könnten zur Entstehung der Linie B.1.1.7 geführt haben?

Über hohe Raten akkumulierender Mutationen über kurze Zeiträume wurde in Studien an immundefizienten oder immunsupprimierten Patienten berichtet, die chronisch mit SARS-CoV-2 infiziert waren (Choi et al. 2020; Avanzato et al. 2020; Kemp et al. 2020). In diesen Fällen blieb SARS-CoV-2-RNA für 2-4 Monate oder länger nachweisbar. (Berichte über langanhaltende Infektionen gibt es allerdings auch von einigen immunkompetenten Personen) Die Patienten werden mit Rekonvaleszenzplasma (manchmal mehr als einmal) und meist auch mit dem Medikament Remdesivir behandelt. Die Virusgenom-Sequenzierung dieser Infektionen zeigt eine ungewöhnlich große Anzahl von Nukleotidveränderungen und Deletionsmutationen und oft ein hohes Verhältnis von nichtsynonymen zu synonymen Veränderungen. Rekonvaleszentes Plasma wird oft verabreicht, wenn die Viruslast der Patienten hoch ist, und Kemp et al. (2020) berichten, dass die genetische Diversität der Viren innerhalb der Patienten nach der Verabreichung von Plasma zunahm

Unter solchen Umständen ist zu erwarten, dass sich die evolutionäre Dynamik und der Selektionsdruck auf die interne Viruspopulation stark von Fällen typischer Infektionen unterscheiden. Erstens wird die Selektion durch natürliche Immunreaktionen bei immundefizienten/supprimierten Patienten schwach oder gar nicht vorhanden sein. Zweitens kann die Selektion durch die Antikörpertherapie aufgrund der hohen Antikörperkonzentrationen stark sein. Drittens, wenn die Antikörpertherapie nach vielen Wochen der chronischen Infektion verabreicht wird, kann die Viruspopulation zu dem Zeitpunkt, an dem der antikörpervermittelte Selektionsdruck einsetzt, ungewöhnlich groß und genetisch vielfältig sein, was geeignete Umstände für die schnelle Fixierung mehrerer genetischer Veränderungen des Virus durch direkte Selektion und genetisches Hitchhiking schafft.

Diese Überlegungen führen uns zu der Hypothese, dass die ungewöhnliche genetische Divergenz der Linie B.1.1.7 zumindest teilweise aus der Evolution des Virus mit einem chronisch infizierten Individuum resultieren könnte. Obwohl solche Infektionen selten sind und eine Weiterübertragung von ihnen vermutlich noch seltener ist, sind sie angesichts der anhaltend hohen Zahl von Neuinfektionen nicht unwahrscheinlich.

Den letzten Satz halte ich für verwegen.

Gegen die scheinbare höhere Virulenz des Stammes – es handelt sich ja nur um eine statistische Vermutung anhand der o.a. Verbreitungsdaten! – steht erstens, daß eine Übertragung von dem hypothetischen Patienten Null, der offiziell als erkrankt bzw. rekonvaleszent geführt gewesen wäre, allenfalls über intensiven Intimkontakt hätte erfolgen können. Von dieser ersten, als symptomarm unterstellten, sekundären Infektion über ein Heraustreten aus regionalen Clustern bis zur überregionalen Verbreitung binnen etwa drei Monaten gibt es für CoV-2 kurze Wege, soweit stimmt das Argument der Autoren. Das ist z.B. in den USA beispielhaft an einer Einzelmutation nachgezeichnet worden, die sich binnen eines halben Jahres über eine IT-Konferenz monophyletisch über den ganzen Kontinent und darüber hinaus verbreitet hat.
Aber sie mißachten zweitens den erstaunlichen Zufall, daß eine derart auffällige Variante der dichten genomischen Überwachung der Epidemie im UK eine solch lange Zeit entgangen sein soll, insbesondere, wenn man eine hohe Virulenz, und, bislang zumindest, keine merklich geringere Pathogenität unterstellt.
Wer dies Argument nachvollziehen will, google „CoV 2 genome surveillance UK“.

Deswegen halte ich es für zulässig, nach dem Muster des initialen Auftretens von SARS-CoV-2 zu behaupten, die Frage, ob es den von den Autoren vorgeschlagenen, oder auch einen anderen „in vivo“-Evolutionsweg gibt, oder ob zum Beispiel „Porton Down“ aus seinen gewiß stetig „in vitro“ aktualisierten Beständen in Südengland ein wenig Corona nachgelegt hat, ist (abermals) unentscheidbar.
Es bleibt nichts, als Ereignisse und Entwicklungen dieser Art aufmerksam zu verfolgen.

Veröffentlicht unter UK | Verschlagwortet mit , , | 1 Kommentar

Robert Gates erzählt ein paar Wahrheiten über die „Allianz der Demokratien“

NATO

[I]t’s not just on military spending that the new administration needs to take a tough stand with allies. Germany must be held to account not just for its pathetic level of military spending, but also for trading the economic and security interests of Poland and Ukraine for the economic benefits of the Nord Stream 2 pipeline running from Russia to Germany.

Turkey’s purchase of the Russian S-400 air defense system against repeated American warnings must have costs. (Recently imposed sanctions are a good start.) And Ankara must also be held to account for its actions in Libya, the eastern Mediterranean and Syria that contravene the interests of other NATO allies and complicate efforts to achieve peace. Actions by member states contrary to the interests of other allies ought not be ignored.

The United States needs to take the lead in NATO, an “alliance of democracies,” to devise consequences for member states — such as Turkey, Hungary and, increasingly, Poland — that move toward (or have fully embraced) authoritarianism. There is no provision in the NATO Charter for removing a member state, but creative diplomacy is possible, including suspension or other punitive steps.

Kriegsmobilisierung gegen China und EU

The multidimensional competition with China and transnational challenges require the formal involvement of agencies previously not considered part of the national security apparatus and new approaches to achieving true “whole of government” American strategies and operations. (…)

While the United States cannot compete directly with China’s Belt and Road projects and development assistance, we should look for ways to leverage the power of our private sector. American corporations can partner with the United States government in countries around the world that offer both sound investment prospects and opportunities to advance American interests.

Die fälligen Kommentare sind in diesem Blog erhältlich, keine Lust sie zu wiederholen. Aktuell verrät Gates, worauf die Russland-Offensive des Pentagon und des Nationalen Sicherheitsrates zielt, die in der EU gar keine, in der NATO einstweilen eine schwächliche Resonanz hat. Eine beträchtliche mittelbare Rolle dürfte Joe Bidens Demenz in der Sache spielen.

Veröffentlicht unter Imperium, NATO, USA | Verschlagwortet mit | Kommentar hinterlassen

Die Corona-Ursachen des Kapitalismus

Oder etwa nicht? Und wenn ja, was ist so schlecht daran? Ich weigere mich, das auseinander zu nehmen, weil ich’s satt habe, in’s Leere zu reden und nur alle paar Monate mal ein anderes, als Abfälliges und Beleidigendes zurück zu erhalten.

Also, was ist so schlecht daran (oder auch nicht) – mag sich dazu einer äußern?

Erstellt am von tgarner9 | 5 Kommentare

Corona-Faschismus – Phase 2 beginnt in Israel

Angeblich auf einen hohen Grad an Impfskepsis in der Bevölkerung reagierend, plant das israelische Krankheitsministerium, Impfpässe zu internen Passierscheinen in einer Art landesweiten Corona Kaserne auszugestalten.

Geimpfte sollen von Quarantänen und anderen Mobilitäts- und Kontaktbeschränkungen ausgenommen werden.
Gemäß offizieller Sprachregelung durch Minister Edelstein soll die „Idee“ des Plans

… nicht [sein], dass Menschen, die sich impfen lassen, ein Vorteilspaket erhalten, sondern dass „diejenigen, die nicht mehr in Gefahr sind, an dem Coronavirus zu erkranken, Dinge tun können, die andere, die noch in Gefahr sind, nicht tun können.“

Wer jetzt meinen Kasernen-Vergleich einen Beweis für „strukturellen Antisemitismus“ nennen will, nehme dies zur Kenntnis

Regierungsbeamte sehen die Möglichkeit für internationale Reisen als einen Hauptanreiz für die Öffentlichkeit, sich impfen zu lassen, berichtete der öffentliche Sender Kan.

Kein Israeli verläßt das Land per Schiff und die ungenannten Beamten setzen offensichtlich darauf, daß Fluggesellschaften und Zielländer reisewilliger Israelis der Umwandlung nationaler und regionaler Territorien in „Schutz-“ und „Sperrzonen“ gegen Impfverweigerer folgen werden.

Natürlich wird das nicht so heiß gegessen, wie gekocht!

Auch das israelische Ministerium hat Berater, die wissen, daß Geimpfte infizierbar bleiben und infektiös werden können, und zwar je eher, je länger die Impfung zurück liegt. Es kann, umgekehrt, eine Anzahl Geimpfter geben, deren aktivierte Immunantwort eine Infektion im Anfangsstatium weit und schnell genug unterbindet, daß sie nicht infektiös werden, aber deren Anteil unter den Geimpften ist eine der „großen Unbekannten“ in den krankheitspolizeilichen Kalkülen mit den beschleunigten Impfstoffzulassungen.

In der Breite soll die Impfung die Viruslast, die Infizierte verbreiten, und die Dauer ihrer Infektiösität mindern – im Idealfall so weit, daß dem Virus das Zeitfenster für eine Verbreitung nach gelungener Neuinfektion bis auf wenige Stunden geschlossen wird. Die Reproduktionsrate fiele dadurch auf einen derart niedrigen Wert, daß es binnen vielleicht zwei Jahren möglich werden könnte, CoV2 sozial zu ghettoisieren und noch später über den hygienischen Druck in eine Nische des Host-Pathogen-Evolutionsweges abzudrängen, in der zwei seiner humanpathogenen Verwandten, aber z.B. auch Herpes-Viren, sich aktuell befinden.

Deshalb darf man davon ausgehen, daß der Vorstoß Edelsteins und seiner Mitstreiter darauf abzielt, den erwartbaren „zivilen Widerstand“ zu berufen, über den die Regierung eine „Light“-Variante und damit das Prinzip durchzusetzen beabsichtigt, das die Scheidelinie zwischen „Demokratie“ und „Faschismus“ übersteigt: Die Vereinigung von „Bourgeois“ und „Citoyen“, dem materialistischen Konkurrenzsubjekt und dem ideellen, moralischen Staatssubjekt, zum Volksgenossen.

Der regierende Zionismus ist gewiß nicht der einzige Vorreiter

… aber schon die Sprachbarrieren nehmen mir vor dem Hintergrund meiner Krankheit allen Antrieb, hier „politisch korrekt“ nachzurecherchieren. Denn umgekehrt ist es halt kein Zufall, daß unter den imperialistischen Nationen der Judenstaat diese Rolle nicht allein einnimmt, sondern regierungsamtlich beansprucht.

„Systemtheoretisch“ könnte man zu dem Vorgang sagen, die Herrschenden des Judenstaates „drehen am Rad“, um das nationale und internationale Publikum auf einer Runde um das Möbiusband anzuführen, das ich hier beschrieben habe.

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , , | 4 Kommentare

Selbstkritik: (Covid19)-„Todeskult“ zählt selbst zu dem, was es anzugreifen vermeint

Ich kann das jetzt (noch) nicht ausarbeiten, will aber rasch ein paar Hinweise los werden.

Folge nicht dem Gesetz des Hammers …

Das Staatswesen und seine Verwaltungsinstanzen hat Covid, nach der initialen Entscheidung gegen eine konsequente Epidemiebekämpfung, zum Anlaß und Titel eines veritablen „Krieges gegen die eigene Bevölkerung“ genommen, hin und wieder auch mit „Krieg gegen Covid“ benannt, der als Schutzprogramm für Wirtschaft UND „Volk“ verhandelt wird und das aufgrund des kapitalistischen Klassenantagonismus eine Mehrheit der Akteure im „Gemeinwesen des Geldes“, hoheitliche wie subalterne, in mehr oder minder unauflösliche Zielkonflikte verwickelt (siehe Dillmann, Decker, TomGard)

Weiterlesen
Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , , , | 3 Kommentare

Brexit (12/20)

https://www.heise.de/tp/features/Brexit-Fisch-ist-den-Briten-nicht-Wurst-4982859.html

Ignoranz oder Volxverdummung?

Blöde Frage. Die Brexit-Front zwischen Paris und Berlin kann Mühlbauer nicht entgangen sein. Auch in Paris ist man gegen die britische Kriegführung gegen die EU, die ihre offenste und unstreitigste Gestalt in der Rolle Londons im Ukraine- und Libyenkrieg, sowie in dem Übergriff der britischen Kriegsmarine auf die Handelsschiffahrt in der Straße von Gibraltar hatte, und die dem UK auf vielen Wegen, darunter „verschwörungstheoretisch“ umstrittenen, eine militärpolitische Oberhoheit über Brüssel verschafft, vorerst hilflos. Nach der Navalny-Affäre mehr denn je.
Doch anders, als in Berlin, will man in Paris nicht ein Heil darin suchen, sich nach der atlantischen Decke zu strecken, um ad hoc – wie seit 70 Jahren – nach Gegenmitteln zu suchen und zu greifen, sondern will Optionen behalten, die Briten und ihre transatlantischen Partner künftig direkt konfrontieren zu können.

Weiterlesen
Veröffentlicht unter Brexit, EU | Verschlagwortet mit , , | 1 Kommentar

Julia Skripal – Ergänzung

Mit meiner Geistesgegenwart ist es zur Zeit nicht weit her, sorry, ich habe im gestrigen Eintrag versäumt, Julias Videoauftritt von 2018 gegen die aktuelle, angebliche Wortmeldung zu halten.

Weiterlesen
Veröffentlicht unter Brexit, NATO | Verschlagwortet mit , | 1 Kommentar