Spanischer Generalstaatsawalt stirbt zu einem sehr passenden Zeitpunkt

José Manuel Maza sah zuletzt nicht aus, wie ein sonderlich gesunder Mann von 66 Jahren, dennoch müßte es einige Augenbrauen heben, daß er binnen ca. 24 Std nach Einlieferung in die Privatklinik Bazterrica in Buenos Aires verstarb, anscheinend an einer Urosepsis. Es gibt merkliche Verschwiegenheit um den Todesfall und eine Autopsie wurde unter Berufung auf „natürliche Todesursache“ abgelehnt. Der spanische Premier Rajoy ließ sich andererseits nicht nehmen, eine gewaltige öffentliche Kampagne anhand einiger geschmackloser Tweets zum Ableben des bei einer breiten Mehrheit in Spanien – nicht nur Katalonien – verhaßten obersten Häschers anzustiften und persönlich straf- und zivilrechtliche Untersuchungsverfahren gegen die Vögelchen anzuordnen.

Die Sache hat eine politische Dimension. Rajoy kann nicht einfach einen Nachfolger bestimmen, er hat bei den Parteigegnern der PP um einen Konsenskandidaten zu buhlen, da er den Nachfolger nicht kraft eigener Mehrheit bestätigen lassen kann. Sofern meine Überlegungen zu der katalonischen Scharade stimmen – und seit meinem letzten Eintrag sieht alles danach aus – wird er die Prozedur leichten Herzens vornehmen.

„Urosepsis“ ist nicht offiziell als Todesursache genannt worden, es heißt bislang nur, Maza sei an einer „Infektion“ oder „Niereninfektion“ gestorben. Die läßt sich unter gewissen Umständen so umstandslos mit einer Injektion verursachen, wie eine Lungenembolie, an der bspw. eine wichtige NSU-Zeugin überraschend verstorben ist. Doch das ist hier sehr wahrscheinlich nicht der Fall. Grund für die Zurückhaltung dürfte sein, daß der Todesfall ein plausibler Kandidat für eine Kette horrender ärztlicher Kunstfehler ist. Die Bazterrica verfügt nur über zwei intensivmedizinische Notfallbetten, wovon mindestens eines für postoperative Komplikationen vorgehalten wird. Mit einem künstlichen Koma sollte sich ein Tod aufgrund septischen Schocks wenigstens 48 Std. verzögern lassen, die genutzt werden können, eine Rettung mittels minimalinvasiver Maßnahmen zu versuchen. Wenn der einliefernde Arzt die Gefahr einer sich anbahnenden Sepsis verkannt hat, hätte die Klinik sie erkennen und Maza ggf. weiter reichen müssen. Das „gegebenenfalls“ steht für meine Unkenntnis des Zustandes medizinischer Notfallversorgung in der argentinischen Hauptstadt.

Postskriptum: Ja, ja, ich weiß. Es gäbe ein Dutzend wichtigerer Themen, aber ich konnte mich heute nicht dazu aufraffen.

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USA – Libanon

The Hariri episode appears to have convinced Washington and Riyadh that their interests are better served by stability in Lebanon than instability, even though that approach requires some cooperation with Hezbollah, the dominant political faction. A Saudi official told me that the kingdom plans to work with the United States to support Lebanese institutions, such as the army, that can gradually reduce the power of Hezbollah and its patron, Iran. MBS seems to have recognized that combating Hezbollah is a long game, not a short one.
Hariri’s resignation and seeming house arrest made him a hero in Lebanon and a symbol of the country’s yearning for sovereignty. This may give him some new leverage when he returns to Beirut. Lebanese sources told me Thursday that Hariri’s supporters may urge Hezbollah to withdraw its fighters from Yemen as a gesture of solidarity. Hariri will also campaign anew for international support for Lebanon’s economy and military.

David Ignatius (ehemals einer der militantesten Sprecher Killary’s) in der WaPo. Seine Nachricht hat allerdings wenig bis nichts mit dem Libanon zu tun:

MBS’s purge looked to many outsiders like a high-risk political move. But a senior prince cautioned me the country isn’t as fragile as it may look. One of MBS’s key backers put it this way: “Corruption can’t keep the country stable. Having a corruption-free country will keep us stable.”
That’s a worthy ambition, but as MBS detonates his bombs, he must avoid blowing himself up.

Klartext: ‚MBS Säuberungen werden unsere saudischen Verbündeten nicht schwer beschädigen oder gar aus dem Spiel nehmen“. (Siehe z.B. die Verhaftung von Bandar „bin Bush“)
Vielleicht wird er getäuscht. Al Manar meldete gestern unter Berufung auf zahlreiche Twitter-Zeugnisse, es habe eine zweite, möglicherweise noch umfänglichere Welle von Verhaftungen und Untersuchungsverfahren begonnen.

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Apropos „ethisches Tier“ …

(Zum Titel vergl. dieses)

„Kingscrusher“ – dessen Youtube-Kanal ich wärmstens empfehle – hat in einer luziden Besprechung eines Karpov’schen Schachspiels von 1974 die zünftige Spielauffassung des Exweltmeisters heraus gearbeitet (ohne sie so benennen zu können, aber wozu auch …). In den später folgenden „Titanenkämpfen“ Kasparovs gegen Karpov wurde insofern tatsächlich die Systemfrage ausgefochten – nämlich in Gestalt eines Kampfes zwischen zünftiger und professioneller Spielauffassung, bzw. entsprechendem ethischen Selbstverständnis der Spieler und ihrer jeweiligen Parteigänger.

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Lavrov konfrontiert die Kriegsfront der Ziocons

Die aktuellen Bemerkungen des russischen Außenministers zum Syrienkrieg sind außerordentlich scharf in Ton und Gehalt. Man könnte denken, es habe den von Trump und Putin vor wenigen Stunden persönlich besiegelten Deal zur Südfront nicht gegeben, wäre er nicht ein Hauptthema der Bemerkungen. Ich zitiere die wichtigsten Passagen. Weiterlesen

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Hat Trump nukleare Bewaffnung Saudi Arabiens abgesegnet?

Seit einigen Jahren wollen Gerüchte über saudische Atommachtspläne nicht verstummen. Die verbreitetste Variante will von einem saudischen Kauf pakistanischer Atomwaffen wissen, die bislang in Pakistan gelagert blieben. Diese Variante ist nach politischen Kriterien nicht unplausibel. Ich greife vorerst nur den Punkt heraus, daß das Königshaus angesichts der erbitterten und mörderischen Rivalitäten zwischen seinen Zweigen bislang außerstande gewesen ist, dem eigenen Militär Nuclearwaffen anzuvertrauen. Dies wird gerade geändert.

Der Anlaß für diese Notiz ist ein Leak aus Al Akhbar, über das ich so ausführlich zu berichten denke, wie es das wahrscheinlich verdient. Für den Moment war Bernard von Moonofalabama schneller – unter dem unterirdischen Titel: Revealed – Saudis Plan To Give Up Palestine – For War On Iran. So KSA owns Palestine, Bernard?? Weiterlesen

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KSA kündigt Milderung der Seeblockade gegen Jemen binnen 24h an

Damit folgt MBS mit Sicherheit nicht den Forderungen der UN-Organisationen – dann hätte er die Blockade gar nicht erst verhängt – sondern mittelbaren Drohungen der aufständischen Jemeniten, über die, als große Ausnahme außerhalb der asiatischen Presse, RT zweimal berichtet hat, Hier und Hier. Weiterlesen

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Hariri bestätigt, Geisel MBS zu sein

Zum gestrigen Fernsehinterview Hariris wird und kann es keine beglaubigten Übersetzungen geben, deshalb beziehe ich mich auf Reuters und Zerohedge, die sich auf eine (oder mehrere) Simultanübersetzungen berufen haben. Weiterlesen

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Please, kill the sheriff (or his wife), but don’t shoot the deputy

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Kurznachrichten

LIBANON
Van Wilgenburg verbreitet einen Tweet, dessen Autor aus direkter Quelle wissen will, Hezbollah habe „höchste Alarmbereitschaft“ im Südlibanon ausgerufen und „alle Special Forces aus Syrien abgezogen“. Zu dieser Behauptung gibt es bislang kein Echo bei Al Manar (frz.), dort blieb es bei Nasrallahs zwei Tage alten Parole, „warten wir’s mal ab“.
Ich nehme den Vorgang als ein schwaches Indiz für eine bevor stehende israelische False-Flag- Operation. Immerhin: van Wilgenburg hatte am Tag zuvor einen Al Monitor-Artikel verbreiten helfen, der für die Terrorgruppen der KDP-I, die PAKs Werbung macht, die nach über 10 Jahren Pause im Herbst vergangenen Jahres ihre Anschlagstätigkeit im Iran wiederaufgenommen hatten.
Der iranische Präsident Rouhani ließ gestern in einem Telephonat mit dem libanesischen Präsidenten Aoun erkennen, er befürchte eine neue Terrorwelle im Libanon, wie 2011ff.:

« Sans aucun doute, aujourd’hui aussi, la grande nation libanaise saura surmonter avec sagesse ce nouveau complot. Le peuple libanais ne permettra pas que le Liban devienne le lieu des confrontations entre les puissances étrangères, et ne laissera pas les terroristes s’insurger de nouveau dans le pays », a indiqué le président iranien.

IRAN / IRAK
Reuters, in einem Artikel der dem Leser erklären soll, wie unzumutbar, ja, unerträglich die iranische Einmischung im Irak ist, läßt zu diesem Zweck alle vergangenen Lügen über Al Sistani (und mittelbar daher as Sadr) dementieren.

WASHINGTON / BRÜSSEL
Nach einer Zusammenkunft mit CIA-Director Mike Pompeo hat der Whistleblower und ehemalige technische Direktor der NSA, William Binney, RT gegenüber bekräftigt, der letztjährige Angriff auf die DNC-Computer, der in offiziellen Verlautbarungen noch immer Russland zur Last gelegt wird, sei „beweisbar“ nicht über ein Netzwerk, sondern „lokal“ ausgeführt worden, das gehe aus den Raten des Datentransfers hervor. Binney traf sich mit Pompeo in der Eigenschaft des Vertreters der Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS). Binney fügte hinzu:

If anybody did anything across the net, NSA has so many taps on the fiber network inside the US and around the world and so many traceroute programs embedded by the hundreds around the network, they would know where these packets went” – The NSA and FBI “know a lot more than they’re telling the president,”

Zugleich beschlossen die NATO-Ministerräte in Brüssel die Schaffung eines „Cyber Operations Zentrum“, in das bei Bedarf „nationale Cyber – Kapazitäten“ integriert werden können. Da die NATO im letzten Jahr auch „Cyber-Angriffe“ in ihre Verteidigungsdoktrin aufgenommen und sie kinetischen Angriffen gleich gestellt hatte, ist NSA und CIA, aber auch, vermittels der „Five Eyes“-Verträge, dem britischen GCHQ ein Weg geebnet, die NATO auf der Grundlage von Lügen des Formates, von dem Binney berichtet, dauerhaft in einen informellen Kriegszustand mit Russland oder einen anderen Staat zu versetzen.

 

 

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Konspirieren Trump und MbS gegen die saudisch-amerikanische Deep State Allianz?

Diese Allianz datiert aus den Tagen der „Ölkrise“ nebst Ersatz der Golddeckung des Dollar durch die Marktmacht des Petrodollar und ist Bestandteil des „Militärisch Industriellen Komplexes“ der USA sowie der Finanzoligarchie des UK.

Bloomberg behauptet mit Berufung auf anonyme Quellen, die saudische Zentralbank habe das Vermögen Dutzender Personen einfrieren lassen, die nicht offiziell Ziele der Behörde für Korruptionsbekämpfung sind und darüber hinaus „mehrere hundert“ Namen starke Listen an ausländische Banken und Krediteure mit der Bitte verschickt, ihre Vermögen und Kreditlinien einzufrieren.

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